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Fortuna Düsseldorf
Hermann: Und wieder ist einer weg

Fortuna Düsseldorf – Peter Hermann: Und wieder ist einer weg
Peter Hermann mit seinem Kollegen Frank Kramer (l.). FOTO: Falk Janning/RPO
Düsseldorf. Peter Hermann hat sich seine Zeit bei Fortuna Düsseldorf sicherlich anders vorgestellt. Nacheinander brechen ihm die Bezugspersonen weg, die ihm den Schritt an den Rhein erst schmackhaft gemacht haben. Nun muss er zu allem Überfluss auch noch ins Rampenlicht. Von Christoffer Kleindienst

Erste Zweifel kamen am Donnerstagvormittag auf. Würde die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spiel wie gewohnt mit dem Trainer stattfinden? So wirklich sicher war man sich nicht, scheut es der Protagonist doch vehement, im Mittelpunkt zu stehen. Hermann, ehemals Co-Trainer, ist bis auf Weiteres Interimscoach der Fortuna. Worauf Kollegen sehnsüchtig warten – darauf könnte Hermann gut verzichten. 

Seit seinem Wechsel zur Fortuna in der Sommerpause blieb der 63-Jährige erfolgreich im Hintergrund. Und das, obwohl er sicherlich mit Expertise glänzen könnte: Jahrelang saß er als Co-Trainer bei Bayer Leverkusen auf der Bank, weitere Stationen waren der FC Bayern München, FC Schalke 04 und für eine kurze Zeit der Hamburger SV. Erfolge feierte er zur Genüge, der Triple-Triumph mit Jupp Heynckes ist ein Meilenstein in seiner Karriere.

Dennoch ist der Name Peter Hermann wohl nur Experten bekannt, zu unscheinbar ist der Mann neben dem Cheftrainer. Für den Routinier hätte die Karriere aber nicht besser laufen können: "Es war gut, dass ich Co-Trainer geblieben bin. Denn jeden Tag in der Zeitung und vor Kameras stehen – das ist nicht mein Ding", sagt er.

Mit der Beurlaubung Frank Kramers hat eine weitere Person die Fortuna verlassen, die maßgeblich an der Verpflichtung des Triple-Siegers mitgewirkt hatte. Der Transfer-Coup wurde bereits in der Saison 14/15 vom ehemaligen Fortuna-Sportvorstand Helmut Schulte in die Wege geleitet. "Helmut hat sich mehr bemüht, und Düsseldorf ist eben nicht weit weg von Leverkusen", erklärte Hermann im Sommer. Als Schulte dann entlassen wurde, drohte die Personalie zu scheitern – bis Kramer seinen erfahrenen Kollegen überzeugte: "Frank hatte klare Vorstellungen, das ist wichtig, denn es muss eine klare Linie geben. Wir sind auf einer Wellenlänge, da wusste ich: Das kann funktionieren."

Seit Montagmittag arbeitet auch Kramer nicht mehr bei der Fortuna, es ist ein weiterer Rückschlag für den "ewigen Co-Trainer". Allerdings kennt Hermann diese Situation schon bestens: Allein in seiner Zeit in Leverkusen arbeitete er mit zwölf verschiedenen Cheftrainern zusammen. Und immerhin wird seine Zeit als Interimstrainer voraussichtlich kommende Woche schon wieder beendet sein. Dann kann er wieder auf den Posten zurück, den er in den vergangene Jahrzehnten so erfolgreich wie nur wenige Kollegen ausgeführt hat.

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