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Fortuna Düsseldorf
Fortuna profitiert noch von der Arbeit Schultes

Porträt in Bildern: Das ist Helmut Schulte
Porträt in Bildern: Das ist Helmut Schulte FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Neues Team, neue Saison, neues Glück? Fortuna Düsseldorf hat sich in fast allen Bereichen personell verändert. Allerdings hallt der Name des ehemaligen Sportvorstands Helmut Schulte noch nach.  Von Christoffer Kleindienst

Die Fortuna hatte in der Saison 2014/15 einige – leider zumeist negative – Highlights zu bieten. Den größten Paukenschlag bei der durchwachsenden Spielzeit dürfte die Entlassung Schultes einnehmen. Selbst das Ausscheiden des ehemaligen Cheftrainers Oliver Reck kam nicht so überraschend. In einer sportlich nahezu unbedeutenden Phase zog der Aufsichtsrat einen Schlussstrich unter die Personalie, der Sportvorstand wurde nach dem 32. Spieltag abgewählt. 

Sportlich steckte die Fortuna fraglos in einer Krise. Der ambitionierte Zweitligist rangierte auf dem zehnten Tabellenplatz. Sechs Spiele in Folge war das Team bis dato ohne Erfolg geblieben. Dennoch wirkte Schulte wie das klassische Bauernopfer: Ein Cheftrainer, der die Schuld für die Talfahrt hätte übernehmen müssen, existierte nicht. Die Fans skandierten also "Schulte raus", er trage mit der Entscheidung, in der Winterpause keine Zugänge zu präsentieren, die Hauptschuld an der katastrophalen Rückrunde.   

Fortunas Sommerzugänge 2015 FOTO: Christof Wolff

Schulte bewies ein gutes Händchen

Dieser Polemik wollte sich der Aufsichtsrat bei der Entlassung glücklicherweise nicht anschließen. "Wir haben diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt getroffen, um den Zeitvorteil mit Blick auf die Kaderplanung nutzen zu können. Leider sind wir nicht mehr der Meinung, den erforderlichen Kurswechsel zusammen mit Helmut Schulte in die Tat umsetzen zu können", teilte Aufsichtsratsvorstand Marcel Kronenberg mit. 

Dass Schulte sich einige Fauxpas geleistet hatte, ist unbestritten. Dennoch schien die Argumentation des Aufsichtsrats zu dem damaligen Zeitpunkt deplatziert. Denn wenn man eine Stärke Schultes benennen müsste, dann wäre es eben jene Kaderplanung. Jonathan Tah, Joel Pohjanpalo, Julian Schauerte, Christopher Avevor, Lukas Schmitz, Lars Unnerstall und Sergio da Silva Pinto zeigten die komplette Saison über betrachtet keine schlechte Leistung. Verletzt waren sie fast alle, ja, sportlich zeigten sie aber auch allesamt ihr Können.

"Helmut Schulte hat mich schon vor Weihnachten angesprochen"

Ein paar Tage sind mittlerweile ins Land gezogen, die Aussage des Aufsichtsrats schwebt allerdings weiterhin über der Fortuna. Immer wieder fällt Schultes Name, wenn mit den Zugängen der Fortuna gesprochen wird. Der langjährige Paderborn-Profi Christian Strohdiek verriet, dass er die Verhandlungen um einen Wechsel bereits im Winter von Helmut Schulte initiiert wurden. Julian Koch verriet, dass der Ex-Manager schon vor über einem Jahr in Kontakt getreten sei.

Auch der möglicherweise prominenteste Neu-Fortune, Co-Trainer Peter Hermann, kam über den erfahrenen Kollegen nach Düsseldorf: "Helmut Schulte hat mich schon vor Weihnachten angesprochen", sagte der 63-Jährige auf Langeoog. Schulte hatte einen guten Riecher bewisen und ebenso gute Arbeit geleistet: Hermann nahm schließlich nicht das Angebot des Trainerpostens der U23 vom FC Bayern München an. Außerdem holte er Frank Kramer an den Rhein, auch der Transfer von Kevin Akpoguma ist dem 57-Jährigen zu verdanken.

Der Name des ehemaligen Sportvorstands lautert hinter jeder Ecke bei der Fortuna. Die Verantwortlichen und auch Fans des Klubs müssen sich damit abfinden, dass der Verein auch noch in der kommenden Saison Schulte in sich trägt.

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