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Fortuna Düsseldorf
Azzouzi gerät immer mehr in Bedrängnis

Das ist Rachid Azzouzi
Das ist Rachid Azzouzi FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Bei der Fortuna grüßt immer noch das Abstiegsgespenst: Ein Punkt trennt die Düsseldorfer vom Relegationsrang, drei von einem direkten Abstiegsplatz. Die Abwehr bei der 1:3-Niederlage in Fürth: schläfrig. Der Sturm: harmlos. Ein nicht ganz so harmloser Sturm braut sich indes über Rachid Azzouzi zusammen.

"Ausschlaggebend war, dass wir nicht aggressiv genug waren – das würde ich mir in unserer Situation wünschen", sagte der Sportdirektor, dessen Position wackelt. Laut "Bild" ist die Entscheidung gegen Azzouzi im Hinblick auf den Sommer schon gefallen. Und die Zeitung will sogar den Nachfolger kennen: Sven Mislintat, derzeit Scout bei Borussia Dortmund.

"Es werden aktuell in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat alle Bereiche einer Prüfung unterzogen – auch der Sport", sagte dazu Fortunas neuer Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir kommentieren aber weder Namen noch Inhalte." Ähnlich hielt es der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst. "Wir haben Herrn Schäfer gebeten, sich über alle Bereiche unseres Vereins Gedanken zu machen", erklärte der Jurist. "Dazu gehört auch der Sport, aber es gibt nichts, was wir derzeit zu vermelden hätten." 

Fraglos hat Azzouzi bei der Fortuna schon länger einen schweren Stand. Vor allem seine Personal-Entscheidungen bringen ihn in Bedrängnis. In der Winterpause verpflichtete Azzouzi Marco Kurz, der die Mannschaft lediglich sieben Pflichtspiele lang betreute und nur einen einzigen Sieg verzeichnete. Der Klub verspielte unter anderem innerhalb von einer englischen Woche einen Neun-Punkte-Vorsprung auf den Konkurrenten 1860 München. Das Team präsentierte sich kreativ- und ideenlos. 

Vorgeworfen wird Azzouzi auch die Kader-Zusammenstellung. Tatsache ist jedoch, dass er lediglich die Verpflichtungen von Kerem Demirbay, Marcel Sobottka, Mike van Duinen, Nikola Djurdjic, Charis Mavrias und Alex Madlung zu verantworten hat. Mit Ausnahme van Duinens sicher nicht die Schlechtesten in diesem Flickenteppich, den Fortunas Kader darstellt. Alle übrigen Transfers waren bereits perfekt oder von Schulte und Ex-Trainer Frank Kramer – der ebenfalls vor Azzouzi in Düsseldorf war – unterschriftsreif eingestielt. Bleibt der Fehlgriff mit Kurz, dem sich Azzouzi fraglos stellen muss. 

Mit dessen Nachfolger Friedhelm Funkel bäumte sich die Fortuna wieder auf, erkämpfte sich beim Trainer-Debüt ein spektakuläres 4:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Mittlerweile wurde die Euphorie komplett gebremst. Fürth trat am Sonntag nochmal mit voller Wucht auf das Pedal, entschied die Partie gegen schläfrige Fortunen bereits in der ersten Halbzeit. Die Fortuna gerät im Abstiegskampf immer stärker unter Druck. Und mit ihr Sportdirektor Azzouzi. 

(jado/jol)
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