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Fortuna Düsseldorf
Azzouzis Nachfolger wird nicht lange auf sich warten lassen

Das ist Rachid Azzouzi
Das ist Rachid Azzouzi FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Als mögliche Nachfolger werden der ehemalige Hoffenheimer Jan Schindelmeiser und der beim HSV entlassene Peter Knäbel gehandelt. Von Thomas Schulze

Das Personalkarussell dreht sich immer weiter und immer schneller. Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Rachid Azzouzi als Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf vorgestellt wurde. Damals präsentierten ihn der Vorstandsvorsitzende Dirk Kall und Finanz-Chef Paul Jäger voller Zuversicht. Kall ist längst nicht mehr da, er ging im November. Jäger ist seit Wochen unter Druck. Azzouzi konnte sich gerade noch ans Saisonende retten.

 

Ihm half aber auch die Absage von Sven Mislintat am Dienstag nicht mehr. Den Dortmunder Chef-Scout wollte Fortuna als Sportvorstand verpflichten, doch die Borussia entlässt ihn nicht aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag. Bezüglich der Zukunft von Sportdirektor Rachid Azzouzi werde es eine zeitnahe Entscheidung geben, hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst aus diesem Anlass gesagt. Da wusste Azzouzi, dass seine Tage bei Fortuna gezählt sind. Gestern bekam er in dem Gespräch, dass die Trennung besiegelte, Gewissheit.

Natürlich ist von einer "einvernehmlichen Trennung" die Rede. Natürlich bindet der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer dem gefeuerten Manager einen Lorbeerkranz. "Er hat sich immer sehr für den Verein eingesetzt und absolut korrekt verhalten", sagt er. "Wir haben uns für eine neue Ausrichtung entschieden."

Was sich hinter den schönen Worten verbirgt, ist ein klares Urteil: Azzouzis Arbeit war alles andere als von Erfolg gekrönt, um ein Haar wäre der Verein in der dritten Liga gelandet.

Tatsächlich ist die Bilanz der vergangenen elf Monate mager. Mike van Duinen war ein Fehlgriff. Zudem blieb die Mannschaft so weit hinter den Erwartungen zurück, dass Azzouzi nachrüsten musste. Mit dem Engagement von Alexander Madlung und Kerem Demirbay lag er zwar gut, aber bei der wichtigsten Entscheidung daneben. Nach der Trennung von Trainer Frank Kramer wählte er Marco Kurz als Nachfolger aus. Nach nur drei Monaten wurde er gefeuert und Friedhelm Funkel verpflichtet, mit dem noch der Klassenerhalt gelang.

Fortuna wird seit wenigen Wochen von einem Duo geführt, das nicht nur jeden Stein umdreht, sondern sich auch als äußerst entscheidungsfreudig entpuppt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst und der von ihm geholte Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer drücken bei der Neuausrichtung des Vereins mächtig aufs Tempo. "Wir werden eine jüngere Mannschaft mit starkem Identifikations-Faktor aufbauen", sagt Ernst. Dieses ehrenwerte Ziel haben sich aber viele andere auch gesteckt. An dem neuen Team basteln sie gemeinsam mit Trainer Friedhelm Funkel und seinem Assistenten Peter Hermann.

Dass die Position des Sportdirektors lange unbesetzt bleibt, ist unwahrscheinlich. Schließlich hat Ernst versichert, dass Mislintat nicht die einzige Option war. Und dass der Aufsichtsrat zu dem Schluss gekommen ist, dass der sportlich Verantwortliche wieder einen Platz im Vorstand erhält.

Wer sind die möglichen Kandidaten? Zum einen ist da Jan Schindelmeiser. Der 52-Jährige war bis 2010 für 1899 Hoffenheim tätig und hat das dortige Projekt mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick erfolgreich vorangetrieben, ehe Schindelmeiser auf eigenen Wunsch ausschied. Zuvor arbeitete der Fußballlehrer und Betriebswirt beim FC Augsburg.

Aber auch der Westfale Peter Knäbel könnte ein Kandidat sein. Der Vertrag des 49-Jährigen beim Hamburger SV wurde erst vor zwei Wochen aufgelöst.

Quelle: RP
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