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| 10.10 Uhr

Fortunas Spieler des Spiels
Raphael Wolf holt seinen vierten Saisontitel

Das ist Raphael Wolf
Das ist Raphael Wolf FOTO: dpa, tim fdt
Düsseldorf. Unsere User haben zum vierten Mal in dieser Saison Ersatztorwart Raphael Wolf zum Spieler des Spiels gewählt. Einst bei Werder Bremen aussortiert, entfaltet er in Düsseldorf sein Potenzial – das ist wohl auch das Verdienst seines alten Bekannten. Von Jessica Balleer

Raphael Wolf ist ein Familienmensch. Deswegen fährt Fortuna Düsseldorfs etatmäßig zweiter Torwart auch einmal die Woche nach Hamburg. Seine Frau und sein achtjähriger Sohn leben dort. Und trotzdem betont der 29-Jährige regelmäßig, wie wohl er sich in Düsseldorf, vielmehr noch im Team der Fortuna fühlt. Das spiegelt sich auch in seinen Leistungen auf dem Platz wider.

Wolf ist sozusagen ein "Sandwich-Torwart": Er rangiert zwischen dem erfahrenen Michael Rensing (33) und dem jungen Nachwuchskeeper Tim Wiesner (20). Seit Wochen schon bekommt er unverhofft Spielzeit, weil Rensing an einer Rippenverletzung laboriert. Neun Mal stand Wolf für die Fortuna in der 2. Bundesliga schon zwischen den Pfosten. Er hat acht Gegentore kassiert und immerhin vier Mal das "zu Null" festgehalten. Mit ihm im Tor stellt die Fortuna nach dem 12. Spieltag die beste Abwehr der Liga.

Am 6. Spieltag wählten ihn die Nutzer trotz der 1:3-Pleite bei der SpVgg Greuther Fürth erstmals zum "Spieler des Spiels": Wolf bewahrte das Team, besonders in der zweiten Hälfte, vor einer noch höheren Niederlage. Beim 2:1 auf St. Pauli zeigte Wolf ebenfalls gute Paraden und belegte bei der Abstimmung Rang eins. Nachdem er auch beim 1:0 gegen Darmstadt mit 33 Prozent zum "Spieler des Spiels" wurde – noch vor dem Siegtorschützen Emir Kujovic –, heimste Wolf den inoffiziellen Titel auch für seine Leistung am Montagabend in Bochum (0:0) ein. Er bekam 74 Prozent der Stimmen, gefolgt von Florian Neuhaus (14) und Jean Zimmer (12).

Im Herzen von Bayern begann Wolf mit dem Fußballspielen. Damals noch als Stürmer, erkannten die Trainer schnell sein noch größeres Talent für das Verhindern von Toren. Vom FC Tegernbach verschlug es Wolf zur SpVgg Unterhaching, anschließend wechselte er zum Hamburger SV, wo er nach zwei Jahren bei den A-Junioren Profi-Fußballer wurde. Nach zwei Jahren Arbeit mit Torwarttrainer Claus Reitmaier zog es Wolf wieder weit in den Süden, beim österreichischen SV Kapfenberg legte der 1,90-Mann zwei Profi-Jahre ein. Und fast wäre er 2012 schon im Anschluss daran zur Fortuna gekommen.

Von der Weser an den Rhein

Als Düsseldorf 2012 in die Bundesliga aufstieg, hatten die Verantwortlichen Kontakt zu dem Keeper aufgenommen. Damals entschied sich Wolf aber für ein Angebot des SV Werder Bremen – auch wegen der Nähe zu Hamburg. Es folgte seine längste Zeit bei einem Verein: fünf Jahre an der Weser. Ab April 2015 erlebte er dort die wohl schwierigste Phase seiner Karriere. Wolf, zuvor die Nummer eins im Werder-Tor, wurde vom damaligen Trainer Viktor Skripnik auf die Bank degradiert – Koen Casteels erhielt den Vorzug. Wolf wollte einen Neuanfang und Fortuna suchte passenderweise einen Ersatz-Torwart (weil die damalige Nummer zwei Lars Unnerstall zum niederländischen Klub VVV Venlo wechselte). Im Sommer 2017 klappte der Wechsel, vor allem wegen eines Fortunen: Torwarttrainer Reitmaier.

Mit Reitmaier verbindet Wolf die gemeinsame Vergangenheit beim HSV. Mit ihm trainiert er nun fast täglich im Arena-Sportpark. Wolf hat in Düsseldorf einen Vertrag, der bis Sommer 2018 läuft. Eine Vertragsverlängerung kann er sich mittlerweile vorstellen, sagte er jüngst. Würde die Familie die geliebte "Perle im Norden" verlassen und von Hamburg nach Düsseldorf ziehen? Bis es so weit ist, pendelt Fortunas "Spieler des Spiels" nicht nur weiter zwischen den Pfosten, sondern auch zwischen den Metropolen.

 
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