Fortuna Düsseldorf - News zu F95
| 19.04 Uhr

Fortuna-Ärger über Rasen
"Das war heute ein Glücksspiel unter freiem Himmel"

Fortuna Düsseldorf: Rasen ist das größte Thema nach 1:1 gegen SpVgg Greuther Fürth
Der Rasen gleicht einem Ackerfeld. FOTO: Screenshot Sky
Düsseldorf. In der 2. Bundesliga trennen sich Fortuna Düsseldorf und Greuther Fürth 1:1 - doch das Sportliche gerät nach dem Spiel in den Hintergrund. Das große Thema nach dem Abpfiff ist der Rasen in der Arena. Mal wieder. Von Bernd Jolitz

Es war schon ein verrücktes Spiel, das sich Fortuna Düsseldorf und die SpVgg Greuther Fürth da lieferten. Da dominieren die Düsseldorfer in ihren wirklich guten ersten 30 Minuten die Partie eindeutig – und gehen doch mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.

Und obwohl es dann nach der Pause, vor allem wegen des inzwischen dramatisch schlechten Rasenzustands, kaum noch klare Torchancen gibt, schaffen sie dennoch den Ausgleich durch den eingewechselten Takashi Usami (76.) – um dann kurz vor Schluss durch die einzige gefährliche Szene der Gäste beinahe doch noch zu verlieren. Immerhin: Der erneut starke Torhüter Raphael Wolf hält Serdar Dursuns Kopfball und damit den einen Punkt für Fortuna fest.

Es könnte ein sehr wichtiger Zähler im Aufstiegskampf sein, da die Konkurrenz aus Kiel (2:2 gegen Aue) und Ingolstadt (0:1 gegen St. Pauli) den Stolperer der Düsseldorfer erneut nicht nutzte. Doch das war nach dem Schlusspfiff weit weniger ein Thema als das Geläuf in der Esprit-Arena. "Dieser Platz ist eine Frechheit", knurrte Fortunas Linksverteidiger Niko Gießelmann. "Bei dem großen Ziel, das wir alle vor Augen haben, muss wirklich jeder im Verein und drumherum alles dafür tun, dass wir es auch erreichen können."

2. Bundesliga 17/18: Fortuna - Fürth: Stimmen zum Spiel

André Hoffmann, der wieder einmal zu den Besten zählte, schloss sich der Kritik an. "Natürlich haben wir Spieler unseren Job zu erledigen, egal auf welchem Untergrund", sagte der Innenverteidiger. "Aber das heute war grenzwertig. Die Leute, die dafür zuständig sind, sollten sich Gedanken machen, ob sie wirklich alles für unseren gemeinsamen Erfolg tun."

Was sich zunächst wie eine Ausrede dafür anhört, dass ein Spitzenreiter nicht in der Lage war, einen Abstiegskandidaten zu bezwingen, hat bei näherer Betrachtung Sinn. Nach dem glücklichen Fürther Führungstreffer durch einen von Rouwen Hennings abgefälschten Freistoß von Maximilian Wittek (10.) musste Fortuna gegen einen extrem defensiven Gegner anrennen – und dabei stellt ein schlechter Platz einen großen Nachteil dar. "Wir haben nun einmal Spielertypen, die von einem Rasenteppich profitieren", erklärt Hoffmann, doch statt eines Teppichs erhielten er und seine Kollegen eine Kraterlandschaft.

"Es macht keinen Spaß, auf so etwas Fußball zu spielen", sagte auch Trainer Friedhelm Funkel. "Für diese Bedingungen war es ein richtig gutes Spiel von uns, aber ein Glücksspiel unter freiem Himmel. Wir haben ein wirklich spielstarkes Mittelfeld. Aber was nützt es, wenn die Spieler vor allem darauf achten müssen, irgendwie überhaupt stehenzubleiben?"

Fortuna - Fürth: Einzelkritik FOTO: dpa, rwe htf

Das Thema ist in Düsseldorf nicht neu. Schon im November 2017 gab es öffentliche Diskussionen um das Geläuf in der Esprit-Arena. Nach dem 1:3 gegen Dynamo Dresden hatte Funkel die schlechten Bedingungen kritisiert. Im Oktober 2017, kurz nach dem Konzert der Roling Stones in der Arena, hatte Gladbachs Trainer Dieter Hecking ebenfalls den Zustand des Rasens in der Arena angeprangert. Zuletzt hatte Fortuna aufgrund der kalten Witterung auch noch zusätzliche Trainingseinheiten in die Arena verlegt, was sich sicherlich nicht positiv auf die Rasenqualität auswirkte.

Usamis Gewaltschuss nach schöner Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Havard Nielsen bewahrte die Düsseldorfer wenigstens vor der ersten Heimniederlage aller Zeiten gegen die Mittelfranken. "Dieses Tor kann bei uns nur Taka schießen", lobte Funkel. "Er hat wirklich eine überragende Schusstechnik. Er muss nur im Training noch mehr zeigen, um sich für die Startelf aufzudrängen."

Im nächsten Spiel am kommenden Freitag in Regensburg wird der Japaner es trotz seines herrlichen Treffers schwer haben bei diesem Unterfangen – dann ist Benito Ramans Gelbsperre abgelaufen und wahrscheinlich auch Genki Haraguchi nach seiner Gehirnerschütterung wieder fit.

 
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