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Fortuna Düsseldorf
Schäfer verhandelt über Ausstieg bei Dynamo

Fortuna Düsseldorf: Robert Schäfer verhandelt über Ausstieg bei Dynamo Dresden
Seit 2014 in Dresden als Geschäftsführer tätig: Robert Schäfer. FOTO: Imago
Düsseldorf. Die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden bei Zweitligist Fortuna ist beendet. Wie unsere Redaktion am Sonntag exklusiv berichtete, hat sich der Aufsichtsrat für Robert Schäfer, bisher Geschäftsführer von Dynamo Dresden, als Nachfolger von Dirk Kall entschieden. Nun haben auch die Dresdner das Interesse an dem 39-Jährigen bestätigt. Von Gianni Costa

"Es ist so, dass es ein Angebot gibt", sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter den "Dresdner Neuesten Nachrichten". "Ich denke, der Dynamo-Aufsichtsrat ist in der Verantwortung, die entsprechenden Gespräche zu führen."

Die werden sehr zeitnah erfolgen. Zwei Stolpersteine liegen noch im Weg: Schäfer hat gerade erst seinen Vertrag beim Spitzenreiter der Dritten Liga bis 2018 verlängert. Will er vorzeitig gehen, könnte eine Ablöse von Fortuna fällig werden, oder er müsste sich selbst für sein neues Engagement "freikaufen". Unklar ist auch noch, wann Dresden ihn überhaupt ziehen lässt. Dynamo-Präsident Ritter hat in diesem Zusammenhang gerne noch einmal daran erinnert, dass der Vertrag von Schäfer "eine gewisse Kündigungsfrist beinhaltet" - realistisch ist ein Wechsel noch im März.

In Dresden hat sich Schäfer zuletzt mit Dingen beschäftigt, mit denen Fortuna unter der Führung von Aufsichtsratschef Reinhold Ernst schon vor ein paar Jahren abgeschlossen hat. Wie die Düsseldorfer hatten sich auch die Dresdner Geld von Investor Michael Kölmel geliehen - und dafür Teile an ihren TV-Rechten abgegeben. Seit der vergangenen Saison hat Dresden nun wieder die volle Kontrolle in der Vermarktung. Der Verein konnte 3,6 Millionen Euro Schulden abbauen und einen Gewinn von 3,4 Millionen verbuchen.

Und auch in Sachen Ausgliederung von Profi-Abteilungen hat er Dinge gesagt, die man bei Fortuna wohlwollend zur Kenntnis genommen haben dürfte. "Man muss gucken, was man damit erreichen will. Ich habe zuvor bei 1860 München gearbeitet, wo die Ausgliederung Realität war. Das hat jedoch nicht zu einer verbesserten Professionalisierung geführt", sagte Schäfer in einem Interview mit der "Mopo24". "Ich sehe bei Dynamo nichts, was man mit einem solchen Schritt erreichen könnte, was man nicht auch so schaffen kann. Die Identität der SGD wäre gefährdet. Uns zeichnen eine demokratische Tradition und gelebte Solidarität aus."

Schäfer gilt in der Fußballszene als großes Talent. Ein smarter Typ, der bei 1860 München quasi über Nacht auf eine verantwortliche Position befördert wurde. Vor seiner Tätigkeit dort arbeitete er bei IMG, dem Vermarkter der Löwen. Seine Amtszeit in München endete für den gebürtigen Braunschweiger aber abrupt, weil er zwischen die Fronten von Investor Hasan Ismaik und Präsident Gerhard Mayrhofer geraten war.

Quelle: RP
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