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Fortuna Düsseldorf
"Sararer weiß selber, dass das nichts war"

Demirbay verwandelt nicht berechtigten Elfmeter
Demirbay verwandelt nicht berechtigten Elfmeter FOTO: dpa, mjh gfh
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg einen Heimsieg nur knapp verpasst. Nach umkämpften 90 Minuten war jedoch nicht der späte Ausgleich der Franken das beliebteste Diskussionsthema, sondern vielmehr die Entstehung des zwischenzeitlichen Führungstreffers der Gastgeber. Von Christoffer Kleindienst

Fußball ist bekanntlich die schönste Nebensache der Welt. Dass er dennoch genügend Gesprächsstoff bietet, zeigte allein der vergangene Bundesliga-Spieltag. Während Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt bei der Partie seines Team gegen Borussia Dortmund seinen Platzverweis einfach ignorierte und damit eine Debatte entfachte, wurde eine Liga darunter lebhaft um einen Elfmeter gestritten. 

 

Was war geschehen? In der 34. Minute der Zweitliga-Partie zwischen der Fortuna und Nürnberg ging Sercan Sararer ins Eins-gegen-Eins-Duell gegen Gäste-Kapitän Miso Brecko, wenig später lag der Angreifer alle Viere von sich gestreckt an der Grenze des Strafraums. Brecko beschimpfte den mutmaßlichen Schwalbenkönig noch, da pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler schon und zeigte auf den Elfmeterpunkt. 

Was der Unparteiische offenbar nicht sah, zeigte die Zeitlupe allzu deutlich. Sararer wurde von seinem Gegenspieler maximal mit der Fußspitze getroffen  – zu allem Überfluss geschah das auch noch außerhalb des Strafraums. Als der Fortune dann schließlich fiel, befand er sich zwar im Sechzehner, allerdings konnte man wohlwollend nur noch von einem Ausrutschen sprechen. Kerem Demirbay war es egal, er verwandelte den fälligen Elfmeter sicher. 

Twitter-Reaktionen: "Was für eine miese Schwalbe"

Im Nachhinein kann man fast froh sein, dass die Gäste noch den späten Ausgleichstreffer erzielten. Denn der umstrittene Elfmeter erhitzte trotz der Punkteteilung die Gemüter. Auf die Situation angesprochen, erklärte Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann bei "Sky": "Er hat den Elfmeter genommen und der Ball war letztlich drin. Aber ich kann es nicht nachvollziehen". Fortuna-Coach Marco Kurz stand dabei direkt neben ihm. "Da trifft er ihn", erklärte der 46-Jährige beim erstmaligen Ansehen der Szene. Wenig später relativierte er das aber schon. "Ja, gut. Ich würde ihn trotzdem geben", analysierte er lachend. 

So richtig witzig fanden es die Nürnberger nicht. Während Torwart Raphael Schäfer von einem "Schwalbenkönig" sprach, äußerte sich auch Übeltäter Brecko nach Spielende zu diesem Vorfall und fand deutliche Worte: "Mehr unberechtigt geht nicht. Da war noch nicht einmal ein Kontakt. Er weiß selber, dass das nichts war." Der ehemalige Profi vom 1. FC Köln ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, dass der Schiedsrichter beim Spieler hätte nachfragen sollen.

Sararer selber reagierte auf diesen Vorschlag eher distanziert: "Der Schiedsrichter hat nicht gefragt." Von einer Schwalbe wollte er nicht sprechen, allerdings verteidigte er diese Theorie auch nicht vehement. "Ich sage mal so: Es geht immer sehr schnell. Miso hat den Fuß hingehallten und so hat der Schiedsrichter dann letztlich auf Elfmeter entschieden", sagte Sararer und fügte später noch an: "So etwas passiert im Fußball hundertmal. Dieses Mal haben wir halt Glück gehabt." 

FCN-Trainer Rene Weiler fand derweil kritische Worte – auch gegenüber des Fortunen: "Man muss die Spieler ja kennen. Und Sararer kennt man. Ich stand ja auch recht gut und es war kein Elfmeter. Es hat das Spiel in andere Bahnen gelenkt."

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