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Fortuna spürt keinen Druck
Schneckenrennen um den Aufstieg

Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf
Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf FOTO: dpa, ua pat hak
Düsseldorf. Wer will dem Tabellenzweiten Fortuna Düsseldorf und dem Spitzenreiter 1. FC Nürnberg in der 2. Liga eigentlich noch ernsthaft die beiden Plätze streitig machen, die auf direktem Weg in die Bundesliga führen? Von Falk Janning

Weit und breit ist kein ernsthafter Konkurrent in Sicht. Zweimal haben die Düsseldorfer zuletzt nicht gewonnen, 1:3 in Berlin verloren und nur 1:1 gegen Fürth gespielt, doch der Vorsprung auf den KSV Holstein Kiel auf dem Relegationsplatz beträgt immer noch sieben Punkte. Sogar neun Zähler sind es auf den MSV Duisburg auf dem vierten Tabellenplatz. Davor Lovren brachte es am Dienstag nach dem Vormittagstraining auf den Punkt: "Wir spüren keinen Druck, weil unsere Konkurrenten auch nur Unentschieden spielen oder verlieren."

Die Konkurrenz der beiden führenden Teams war zumindest nach Punkten noch nie so schwach wie in der laufenden Saison. Ab Platz drei hat jedes Team weniger als die Hälfte der Spiele gewonnen. Als "Schneckenrennen" beklagen viele den Wettbewerb in der 2. Liga hinter den beiden führenden Teams. Während sich die 44 Punkte, die die beiden Spitzenteams Düsseldorf und Nürnberg vor dem 24. Spieltag auf dem Konto haben, im Vergleich zu den vergangenen Jahren im üblichen Bereich bewegen, haben die drittplatzierten Kieler lediglich 37 Zähler auf der Habenseite. Das ist Minusrekord, noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 hatte ein Dritter zu diesem Zeitpunkt der Saison weniger Punkte gesammelt. Zumeist hatte der Dritte mehr als 40 Punkte auf dem Konto, den Rekord hält der FC St. Pauli mit 46 Punkten 2011/12.

Haraguchi zurück im Fortuna-Training FOTO: Falk Janning

Sieben Punkte liegen zwischen dem Zweiten und Dritten, nur acht Zähler sind es zwischen dem Relegationsplatz und dem Tabellen-14. Den Kampf um den Relegationsplatz mögen manche spannend finden - qualitativ gut ist er nicht. Fortuna hat bislang keinesfalls immer überzeugt und schon des Öfteren fußballerische Schonkost produziert. Aber dahinter herrschen Beliebigkeit und Banalität. Kiel ist Dritter, obwohl es zuletzt am 3. November beim 3:0 über Dresden einen Sieg einfuhr und in den jüngsten zehn Spielen keinen Dreier geholt hat. Doch die Kieler befinden sich beim Versuch, den Aufstieg in die Bundesliga mit aller Macht vermeiden zu wollen, in bester Gesellschaft. Denn auch Ingolstadt scheitert Woche für Woche mehr oder weniger kläglich, sich im Rennen um die ersten drei Plätze einen Vorteil zu verschaffen, darf im Aufstiegsrennen aber kurioserweise weiter träumen. Weil auch Konkurrent Kiel patzte, beträgt der Rückstand des Bundesligaabsteigers als Siebter auf Rang drei immer noch lediglich vier Zähler.

Und so kommt es, dass sich sogar Union Berlin noch Hoffnungen machen darf, auf Platz drei zu klettern. Nur eines der jüngsten zehn Partien haben die Eisernen gewonnen, doch als Zehnter haben sie nur sechs Punkte Rückstand auf Kiel. Niko Gießelmann hat Union Berlin sogar noch auf seinem Zettel. Nach Fortunas 1:3-Pleite in Köpenick sagte der Linksverteidiger: "Denen traue ich alles zu. Wenn die eine Siegesserie starten, dann sind die schnell wieder oben dabei."

Am Freitag spielt Fortuna beim Überraschungsteam Jahn Regensburg, Der Neuling hätte am Wochenende nach fünf Partien ohne Niederlage mit einem Sieg in Dresden bis auf einen Punkt an den Dritten herankommen können. Fortuna hat elf Zähler mehr auf dem Konto. Mit einem Sieg will sie ihren Vorsprung zementieren. Angreifer Benito Raman meinte gestern: "Wir hatten Glück, dass der Dritte, Vierte und Fünfte nicht gewonnen haben. Deshalb müssen wir jetzt in Regensburg gewinnen."

Quelle: RP
 
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