Düsseldorfer in Spanien gelandet

Fortuna startet mit Turbulenzen ins Trainingslager

Fortuna-Tross in Spanien gelandet FOTO: Jessica Balleer

Eine Woche lang bereiten sich die Fußballprofis von Fortuna Düsseldorf im spanischen Marbella auf die Rest-Rückrunde der 2. Bundesliga vor. Die Anreise verlief turbulent.

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So stürmisch wie das Wetter vor den Fenstern ist zunächst auch die Stimmung drinnen. Nicht nur die meist in Rot und Schwarz gekleideten Fans blicken so ernst, als hätte Fortuna Düsseldorf gerade ein Fußballspiel verloren. Dabei sitzen hier nicht etwa Zuschauer eng an eng, und es läuft auch keine Partie auf dem Rasen: Hier warten Passagiere im Flugzeug am Flughafen Düsseldorf darauf, dass endlich etwas passiert. Und dann betritt Friedhelm Funkel die Kabine.

"Hallo! Guten Tag", sagt der Cheftrainer des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Zunächst kommt Funkel, dann das gesamte Team in den Flieger, der eigentlich längst auf dem Weg nach Málaga sein sollte, wegen des Sturmtiefs "Burglind" aber rund 50 Minuten verspätet startet. Die allgemeine Stimmung hellt sich auf. Das Team nimmt Platz – und dann Kurs auf den spanischen Küstenort Marbella, der das neue "Eldorado" der Wintertrainingslager zu sein scheint.

Einst galt der kleine türkische Badeort Belek als perfekter Rückzugsort in der Winterpause. Zu Spitzenzeiten war dort alles vertreten – vom Bundesligisten bis zum Regionalliga-Klub. Doch die politischen Unruhen in der Türkei haben sich auch auf den Fußball ausgewirkt. Der neue alte Trend heißt Spanien. 15 Teams der 2. Bundesliga sind hierher angereist. Allein in Marbella trainieren derzeit der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig, Dynamo Dresden, St. Pauli – und eben Fortuna Düsseldorf. Im vergangenen Jahr noch hatte sich die Fortuna auf Malta vorbereitet. Weil dort aber zu kühle Temperaturen herrschten und Testspielgegner rar waren, verlegte der Klub sein Wintertrainingslager 2018 wieder auf die iberische Halbinsel.

Das ist das Teamhotel der Fortuna in Marbella FOTO: Jessica Balleer

Ein Grund dafür ist das "Marbella Football Center". Die gepflegten Trainingsplätze mit Flutlicht zählen zu den besten in ganz Europa. Zudem gibt es Fitnessstudios, Spas und Tagungsräume. Mit 320 Sonnentagen im Jahr und der guten Erreichbarkeit, nur rund 45 Minuten vom Flughafen Málaga entfernt, lockt der Ort vor allem in den kalten Wintermonaten. Und der Abstecher hätte für die Fortunen zu keiner besseren Zeit kommen können, wütete doch am Abreisetag das Sturmtief "Burglind" so heftig, dass ein Training im heimischen Arena-Sportpark reichlich unangenehm geworden wäre.

Auf dem dreistündigen Flug mangelte es aber auch nicht an Turbulenzen. Sogenannte "Jetstreams" rüttelten die Passagiere gut durch. Die meisten Fortunen ließen sich aber nicht beunruhigen. In der Sitzreihe von Mittelfeldspieler Florian Neuhaus lief der Film "Gladiator" auf dem Tablet. Trainer Funkel und große Teile der Mannschaft schliefen. Und fast alle Spieler hatten Kopfhörer auf den Ohren.

Vom Flughafen ging es mit dem Bus ins Teamhotel in Marbella. Am Nachmittag bat Funkel zur Laufeinheit – bei milden 18 Grad und Sonnenuntergang am Meer, statt Schmuddelwetter.

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