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Fortuna Düsseldorf
Fortuna steckt weiter im Sturmtief

Porträt : Joel Pohjanpalo: Der finnische Torjäger bei Bayer 04 Leverkusen
Porträt : Joel Pohjanpalo: Der finnische Torjäger bei Bayer 04 Leverkusen FOTO: dpa, mjh jai
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf muss in der Rest-Rückrunde dringend seine schwache Trefferquote verbessern. Der umworbene Stürmer Charlie Benschop wird wohl nicht helfen können. Von Bernd Jolitz

Fortunas größtes sportliches Problem lässt sich leicht an der Tabelle der 2. Bundesliga ablesen. 15 Tore haben die Düsseldorfer in 19 Ligaspielen erzielt - kein Team traf seltener, allein die Schlusslichter MSV Duisburg und 1860 München kommen auf die gleiche enttäuschende Bilanz.

  • Gibt das Trainingslager in Belek Anlass zur Hoffnung?

Wenn man nach den Testspielen geht: nein. Gegen Bulgariens Meister Ludogerets Razgrad (1:3), den FC St. Gallen aus der Schweiz (0:1) und den ungarischen Zweitligisten Szeged 2011 (1:0) erzielte Fortuna in 270 Minuten ganze zwei Tore. Chancen spielt Fortuna meist reichlich heraus, die Verwertung hingegen ist miserabel.

  • Wie arbeitet der neue Trainer Marco Kurz an einer Verbesserung?

Seit seinem Amtsantritt gibt es keine Einheit, in der nicht intensiv das Abschlussverhalten geübt wird. Mancher Trainingstag beschäftigt sich nahezu ausschließlich damit. Das Problem: Die Drucksituation eines Punkt- oder richtungweisenden Spiels lässt sich nicht simulieren.

  • Kann eine Neuverpflichtung Abhilfe schaffen?

Theoretisch schon - nur muss Sportdirektor Rachid Azzouzi erst einmal jemanden finden, der sofort einschlägt. Azzouzi ist für den aktuellen Personalstand am wenigsten verantwortlich, da er erst im Juni zur Fortuna kam, als der Kader weitestgehend stand. Jetzt hatte er den Ex-Fortunen Charlie Benschop an der Angel, doch der versetzte allen Hoffnungen via Internet-Netzwerk Facebook einen Dämpfer. "Ich plage mich seit Monaten mit Schambeinproblemen", schrieb der Niederländer. "In dieser Verfassung kann ich nicht bestehen und auch nicht weitermachen. Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, meine Verletzungen auszukurieren." Als kurzfristige Verstärkung kommt er daher nicht mehr in Frage.

  • Wie steht es um das bestehende Personal?

Es gibt sicher Hoffnung, dass bei Joel Pohjanpalo noch der Knopf aufgeht. Der 21-jährige Finne ist hochtalentiert, erzielte in der Vorsaison elf Tore und ist Stammspieler seiner Nationalmannschaft. In Belek überzeugte er durch Einsatz und Kampfgeist. Didier Ya Konan und Mike van Duinen dagegen entwickeln zu wenig Torgefahr, Ya Konan wirkt zudem nicht fit. Eher als diesen beiden könnte es noch dem 18-jährigen Eigengewächs Emmanuel Iyoha gelingen, das Sturmtief abzumildern. Auch die offensiven Mittelfeldspieler Kerem Demirbay, Ihlas Bebou und Sercan Sararer sind aufgerufen, selbst häufiger zu treffen.

  • Welche Bedeutung kommt den Standards zu?

Eine sehr große - und bislang war Fortuna bei Eckbällen und Freistößen einfach zu harmlos. "Wir müssen es mal schaffen, dass von zehn in den Strafraum geschlagenen Standards mindestens sieben an dieselbe Stelle kommen", sagt der kopfballstarke Innenverteidiger Alexander Madlung, der seine große Torgefährlichkeit bei Fortuna noch nicht ausspielen konnte. "Kerem kann starke Flanken schlagen, doch wir sind nicht von ihm abhängig: Wir haben auch andere Jungs, die dazu in der Lage sind." Langsam sollten sie jedoch beginnen, das auch mal zu zeigen.

Quelle: RP
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