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| 18.31 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna stellt Marketingdirektor frei

Akpoguma trainiert beim Fitness-Guru der Promis
Akpoguma trainiert beim Fitness-Guru der Promis FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Zweitligist Fortuna Düsseldorf hat seinen Marketingdirektor Carsten Franck mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der 50-Jährige hatte seit Februar 2002 für den Klub gearbeitet. Von Bernd Jolitz

Als Carsten Franck zu Fortuna kam, kickte der Klub in der Regionalliga und stieg wenig später sogar in die viertklassige Oberliga ab. Im Februar 2002 war das, der dunkelsten Zeit der Vereinsgeschichte. Im Zuge des Vertrags mit dem Rechteverwerter Sportwelt wurde der gelernte Bankkaufmann, der später ein Sportmanagements-Studium absolvierte, Geschäftsführer der Sportwerbe-Gesellschaft, ehe er später Marketingdirektor Fortunas wurde.

Jetzt hat der Vorstand um den Vorsitzenden Robert Schäfer den 50-Jährigen freigestellt. "Wir haben uns über einen längeren Zeitraum alle Bereiche im Verein angesehen und beschlossen, das Marketing neu aufzustellen", sagte Schäfer auf Anfrage unserer Redaktion. "Ähnlich wie im Sport möchten wir ein Team bilden, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Die Position eines Direktors wird es dann nicht mehr geben, deshalb haben wir uns für die Freistellung Carsten Francks entschieden."

Franck selbst war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. "Ich möchte zu all dem keinen Kommentar abgeben", erklärte er auf Nachfrage. Dabei mag er an juristische Konsequenzen gedacht haben, denn tatsächlich droht dem Zweitligisten nun ein Rechtsstreit. Da es sich um eine strukturelle Änderung handelt, plant Fortuna eine betriebsbedingte Kündigung Francks, was Schäfer auch bestätigte. Aufgrund der fast 15-jährigen Betriebszugehörigkeit des Familienvaters könnte diese nicht ganz einfach werden. "Wir wissen, dass Carsten Franck Fortuna einiges gegeben hat", sagte Schäfer dazu. "Ich gehe aber davon aus, dass er auch weiß, was Fortuna ihm gegeben hat."

In seinen ersten Jahren in Düsseldorf ging es für Franck in erster Linie darum, dem damals notorisch klammen Verein bei der Lizenzerteilung zu helfen. Er fungierte mit seiner Unterschrift oft als Bürge beim DFB. Später zog er dann gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Tote-Hosen-Manager Jochen Hülder den Ausrüster Puma an Land, bastelte mit am Vertrag mit Vermarkter Infront, baute den mittelständischen Sponsorenpool Club 95 mit auf und war federführend beim Vertrag mit Trikotsponsor Otelo. Schäfer glaubt allerdings nicht, dass die Sponsoren wegen der Trennung von Franck verärgert sein könnten: "Ich habe in vielen Gesprächen festgestellt, dass die Sponsoren Partner von Fortuna Düsseldorf sind und nicht von einzelnen Personen."

Künftig werde der Sektor Marketing noch stärker als bisher bei ihm selbst angesiedelt sein, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. Das liegt sicherlich auch daran, dass seit dem Bundesliga-Abstieg vor dreieinhalb Jahren die entsprechenden Einnahmen deutlich zurückgegangen sind. Dem möchte Schäfer nun entgegenwirken, indem er selbst verstärkt als Ansprechpartner für Sponsoren fungiert. "Das Thema ist so wichtig, dass die entsprechende Leitungsfunktion im Vorstand angesiedelt sein muss", erklärt der 40-Jährige, "und dort ist Marketing mein Bereich." Die operative Arbeit solle dann über ein Mitarbeiterteam laufen. Für einen Direktor, wie es Franck war, sei in dieser Struktur dann kein Platz mehr.

 
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