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Fortuna Düsseldorf
Streit um Sobottka

Sobottka erzielt umstrittenes Tor
Sobottka erzielt umstrittenes Tor FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas Mittelfeldspieler liefert beim 3:0-Sieg gegen den Drittligisten Hansa Rostock eine starke Leistung ab und führt den Zweitligisten in die zweite Runde des DFB-Pokals. Sein Tor zum 1:0 sorgt jedoch für Diskussionen. Von Bernd Jolitz

Die Szenerie im Bauch des Ostseestadions von Rostock ist ausgesprochen entspannt. Nach dem 3:0-Erfolg Fortunas in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals beim Drittligisten FC Hansa plaudern die Düsseldorfer Spieler entspannt mit Journalisten, auch die ersten Rostocker Spieler und Offiziellen kommen gefasst vom Spielfeld herein, machen sich an die ersten Analysen. Plötzlich jedoch wird es unruhig. Fortunas Doppeltorschütze Marcel Sobottka tritt in den Gang - und zwei Ersatzspieler Hansas beschimpfen ihn aufs Übelste.

Dass die eine oder andere verbale Fäkalie verwendet wird, stört Sobottka offensichtlich nicht sonderlich. Als aber das Wort "ehrlos" fällt, weil er das 0:1 angeblich mit der Hand erzielt, aber anschließend doch die DFB-Trophäe des "Man of the Match" angenommen hatte - das trifft den 22-Jährigen dann doch. "Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, ob er so ein Wort in den Mund nehmen will", sagt er mit finsterem Blick. Denn absichtlich, so versichert er, habe er den Ball ganz sicher nicht mit der Hand gespielt, habe die Hand auch nicht Richtung Ball bewegt.

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Sobottka liefert starke Leistung ab

"Ich weiß nur, dass ich zum Kopfball hochgehe. Dann kriege ich einen Stoß, liege auf dem Boden, der Ball ist drin, und alle Rostocker meckern", erzählt der Mittelfeldspieler. "Ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich den Ball nach dem Stoß an die Hand bekommen habe, und das habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt, als er mich fragte." Nach Ende der Halbzeitpause sei er dann noch einmal zu Referee Frank Willenborg gegangen und habe ihn gefragt, ob er die Szene inzwischen auf Video gesehen habe. "Da sagte er mir, ja, und das Tor sei absolut regelkonform, da Rostocks Torwart Marcel Schuhen mich von hinten gestoßen und der Ball nur deshalb meine Hand berührt habe."

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So stellte sich die Szene auch nach dem Betrachten der Fernsehbilder dar. Willenborg hätte Schuhen auch vom Platz stellen und einen Strafstoß pfeifen können - das Tor anzuerkennen war aber sicher die bessere Alternative.

Für Sobottka ist es höchst ärgerlich, dass über diese eine Szene überhaupt so intensiv diskutiert wurde. So fällt fast unter den Tisch, welch starke Vorstellung der zentrale Mittelfeldspieler geboten hatte. Blitzsauber sein Kopfballtreffer zum entscheidenden 0:2 in der 57. Minute, dem Ihlas Bebou fünf Minuten später ebenfalls per Kopf das 0:3 folgen ließ. Zusammen mit dem wieder einmal glänzenden Torhüter Michael Rensing, der in der vierten und 55. Minute zwei Großchancen Hansas zunichtemachte, war der Ex-Schalker der mit Abstand beste Mann auf dem Platz. Nicht selbstverständlich, nachdem Sobottka zu Saisonbeginn in Sandhausen noch die Ersatzbank drücken musste.

Der junge Familienvater war schließlich auch noch an einer kuriosen Szene beteiligt, als sich Axel Bellinghausen beim Bejubeln des 0:2 sichtlich wehtat. "Marcel hat die Hüfte rausgestreckt beim Jubeln und mich mit seinem Beckenknochen getroffen", berichtete der Routinier. "Das hat ordentlich gezwiebelt. Aber heute trifft er eben alles, der gute Junge." Stimmt.

Quelle: RP
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