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Fortuna Düsseldorf
Fortuna sucht nach Strukturen

Einzelkritik: Bellinghausen völlig von der Rolle
Einzelkritik: Bellinghausen völlig von der Rolle FOTO: dpa, dka jai
Düsseldorf. Mitten im Abstiegskampf plant der Klub die Zukunft. Ob in dieser Manager Azzouzi eine Rolle spielt, ist offen. Von Bernd Jolitz

Zu einem unglücklichen Zeitpunkt – mitten im Abstiegskampf, dem alle Konzentration gelten sollte – ist die Diskussion um neue Strukturen bei Fortuna aufgekommen. Inhaltlich muss sie jedoch geführt werden, auch losgelöst von der Personalie Rachid Azzouzi. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie wahrscheinlich ist die Installierung eines Sportvorstands? Sehr wahrscheinlich. "Wir brauchen einen starken Vorstandsvorsitzenden und wir brauchen eine starke Figur im Sport", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst. "Es war vielleicht nicht ganz richtig, vor dieser Saison den Sportdirektor nicht im Vorstand zu installieren."

Ist bereits sicher, dass dieser Sportvorstand Sven Mislintat wird? Nein, denn für Borussia Dortmund ist das Scouting wegen des drohenden Verlusts mehrerer Leistungsträger extrem wichtig. Fortuna wird bei der BVB-Führung ein dickes Brett zu bohren haben, wenn sie Mislintat loseisen will.

Wäre Mislintat der richtige Mann? Er genießt in der Szene zumindest einen guten Ruf. Auf der anderen Seite wäre er als Sportvorstand ein Berufsanfänger, was in Fortunas krisenhafter Lage ein gewisses Risiko ist. Ein Selbstläufer wäre aber auch die Verpflichtung eines erfahrenen Mannes nicht - siehe das Beispiel Helmut Schulte.

Muss Rachid Azzouzi gehen? Es klingt zunächst wahrscheinlich, ist aber kein Muss. Denkbar wäre auch ein Modell, in dem Mislintat - oder jemand anders - den Posten des Sportverantwortlichen im Vorstand übernimmt und Azzouzi weiterhin unterhalb dieses Gremiums als Manager arbeitet. Möglich wäre das ohne Weiteres, da Azzouzi einen Vertrag bis Juni 2017 besitzt. Klar ist, dass Ernst nicht, wie viele im Umfeld des Vereins, Azzouzi die Hauptschuld für die sportliche Schieflage Fortunas gibt. Gleichwohl ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Manager in den Vorstand aufrückt.

Geht es bei der Neustrukturierung nur um den Sport? Keineswegs. Robert Schäfer, der ja Ernst zufolge der gewünschte starke Vorsitzende werden soll, untersucht ebenso andere Bereiche. Als Beispiele können Marketing, Organisation und Finanzen dienen. Deren Verantwortliche Carsten Franck, Sven Mühlenbeck und Paul Jäger dürfen sich nicht dauerhaft sicher fühlen.

Wer plant die neue Saison? Derzeit Azzouzi, deshalb wäre ein offener Umgang mit dem Thema wichtig. Eine "lahme Ente" wäre als Verhandlungspartner für aktuelle wie künftige Spieler eine Katastrophe.

Quelle: RP
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