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| 10.02 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Sündenbock Madlung sei Dank

Fortuna Düsseldorf: Sündenbock Alexander Madlung sei Dank
Die Szene, die zum Ausgleich führt: Es ist deutlich zu sehen, dass Alexander Madlung (2. v. li.) nicht den Torhüter angeht, sondern der Würzburger Keeper die Situation einfach nicht beherrscht. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Der Routinier Alexander Madlung war in Fortunas wackliger Viererkette der Anker. Und Julian Schauerte krönte seine schwache Leistung mit dem kuriosen Ausgleichstor, das er so nicht geplant hatte. Von Thomas Schulze

Überall da, wo große Menschenmengen zusammenkommen, gibt es einige wenige, deren Verhalten zu wünschen übrig lässt. Das ist bei Demonstrationen, Volksfesten und Fußballspielen so, und natürlich auch bei der Fortuna. Bei der insgesamt hervorragenden Unterstützung gab es eine handvoll Experten auf den Rängen, die schon pfiffen, als nur der Name Alexander Madlung verlesen wurde. Sie quittierten nicht etwa einen Fehler mit Unmutsäußerungen, sondern schon eine Ballberührung. Damit bewiesen sie jedoch eindrucksvoll, dass ihre Fachkenntnisse ungenügend sind.

Madlungs Leistung gegen Würzburg rechtfertigte die Pfiffe jedenfalls nicht. Im Gegenteil, der 34 Jahre alte Innenverteidiger bot zwar keine gute Leistung, doch war er der Stabilste in einer wackligen Abwehr, in der Nervosität und Angst deutlich zutage traten. Madlung beeindruckte den Gegner jedoch mit seinem Stellungsspiel und körperlicher Präsenz. Letzterer hat Fortuna auch den so eminent wichtigen Ausgleich zu verdanken. Beim Freistoß in der Schlussminute eilte der 1,93 Meter lange Madlung mit nach vorne. Beim von Julian Schauerte getretenen Freistoß attackierte er nicht etwa den herauseilenden Würzburger Torhüter Jörg Siebenhandl, sondern blieb nahezu stehen. Der Schlussmann war jedoch nicht in der Lage, sich gegen Madlung durchzusetzen und den Ball zu fangen oder auch nur wegzufausten. Und irgendwie fand der Ball den Weg ins Tor - zum Glück der Fortuna.

Die Ungeduld der Zuschauer war in einigen Situationen allerdings durchaus nachvollziehbar. Immer wieder passten sich Madlung und Robin Bormuth den Ball in der zentralen Defensive zu. Das war nervig, aber auch verständlich. Die beiden suchten bei der Spieleröffnung verzweifelt Anspielstationen im Mittelfeld, wo jedoch viel zu wenig Bewegung war. Es schien beinahe, als versteckten sich die Spieler, als hätten sie Angst, angespielt zu werden. Diese ermüdenden, ideenlosen Ballpassagen erregten den Unmut der Fans, doch die vereinzelten Pfiffe hatten nicht die Ballführenden verdient, sondern die abgetauchten Mitspieler.

Julian Schauerte hätte eigentlich der gefeierte Mann des Tages sein müssen. Der 29 Jahre alte rechte Verteidiger hatte in seinem 93. Pflichtspiel im Fortuna-Trikot sein erstes Tor für die Rot-Weißen erzielt, das sich am Saisonende gar als das rettende im Kampf um den Klassenerhalt erweisen kann. Doch Schauerte war überhaupt nicht zum Feiern zumute. Nicht nur, weil er das Tor auf äußerst glückliche Weise erzielt hatte, sondern weil er ebenso wie seine Mitspieler eine erschreckend schwache, ängstliche Vorstellung gezeigt hatte. "Wer das Tor gemacht hat, ist doch egal", sagte Schauerte, der sich selbstkritisch gab. "Wir haben Würzburg voll in die Karten gespielt. Wie wir aufgetreten sind, das war zu wenig - ohne wenn und aber. Das wird wieder eine sehr unangenehme Woche."

Adam Bodzek räumte ein, dass der Punktgewinn glücklich war. All jenen Schwarzmalern, die von der schlechten Leistung gegen Würzburg auf den nicht mehr zu verhindernden Abstieg schlossen, traten die Spieler jedoch geschlossen entgegen. "Wir glauben an uns. Wir wissen, was wir drauf haben", sagte Adam Bodzek. "Wir müssen es aber auch auf den Platz bringen. Wenn wir den Glauben an uns verlieren, können wir einpacken."

Davon ist Rouwen Hennings weit entfernt. "Keine Mannschaft steigt ab, weil sie sechs Mal schlecht spielt. Wir stehen die ganze Saison über dem Strich, entsprechend war unsere Leistung. Und ehrlich gesagt: Wenn wir in Nürnberg schlecht spielen und gewinnen, ist mir das scheiß egal." Den allermeisten Fans wird es ähnlich gehen, wenn natürlich auch nicht allen.

Quelle: RP
 
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