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| 11.46 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Usami bringt die Wende und den Hype

Usami trifft gleich beim Debüt
Usami trifft gleich beim Debüt FOTO: dpa, rwe jai
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf war gegen Union Berlin kurz davor, das Spiel aus der Hand zu geben. Dann wechselte Trainer Friedhelm Funkel Flügelspieler Takashi Usami ein. Und nicht nur die japanischen Fans, die zahlreich auf den Tribünen saßen, kamen auf ihre Kosten. Von Jan Dobrick

Gerade einmal knapp 20 Minuten stand Usami auf dem Rasen der Esprit-Arena. Der Japaner hatte elf Ballkontakte, spielte sieben Pässe und gab zwei Torschüsse ab. Einer davon war besonders wichtig, denn er zappelte im Netz: Usami, der nach 74 Minuten für Benito Raman eingewechselt wurde, gelang gegen Berlin das 2:2. Und das war noch nicht das Ende vom Lied.

Weil es schon schön war, noch einmal die Beschreibung des Treffers: Kaan Ayhan warf den Ball ein, Oliver Fink verlängerte die Kugel per Kopf zu Usami – und der Flügelspieler versenkte sie mit dem Außenrist im linken Eck des Berliner Tores. Keeper Jakob Busk konnte nichts ausrichten. 84 Minuten waren da gespielt. Und die Düsseldorfer waren plötzlich wieder auf der Höhe.

"Es fällt schwer, nicht zu Superlativen zu greifen"

Usami hatte ein ganzes Stadion wachgerüttelt. 26.341 Zuschauer bevölkerten die Ränge, darunter etwa tausend Japaner, die ihre Landsleute Usami und Atsuto Uchida (Berlin) bewunderten. Beide kamen in etwa zeitgleich ins Spiel, doch nur der Düsseldorfer konnte den Ausgang beeinflussen. Schon am Donnerstag hatte Usami unzählige Fans bei einer Autogrammstunde im japanischen Viertel (Hotel "Me and All", Immermannstraße) begeistert. Der Hype dürfte nach dem so wichtigen Tor noch größer werden.

"Entscheidend ist, wo wir am Saisonende stehen"

Eigentlich lief die zweite Halbzeit gegen Berlin gar nicht nach dem Geschmack der Rot-Weißen. Die hart erarbeitete Führung aus dem ersten Durchgang war plötzlich futsch, weil Damir Kreilach und Kaan Ayhan (Eigentor) für Union getroffen hatten. "Mental war es schon schwer, nach dem 1:2 noch einmal an ein Comeback zu glauben", gestand Innenverteidiger André Hoffmann.

Doch die Fortunen ließen den Kopf nicht hängen. Und Usami belohnte den Kampf. "Ich bin sehr froh, dass ich dieses wichtige Tor erzielt habe, vor allem aber, dass wir gewonnen haben", sagte der 25-Jährige. Das Ausgleichstor sei kein Zufallsprodukt gewesen. "Diese Übung absolvieren wir im Training fast jeden Tag." Er betonte zudem: "Platz eins ist schön, aber nicht wichtig. Entscheidend ist, wo wir am Saisonende stehen."

Fortuna konnte den Vorsprung auf Darmstadt 98 sogar ausbauen, weil die Hessen ein 1:0 gegen den VfL Bochum nicht über die Zeit bringen konnten. Am Ende hieß es sogar 1:2. Die Rheinländer dagegen besorgten in der Schlussphase in Person von Florian Neuhaus noch das 3:2. Trainer Friedhelm Funkel hatte also mal wieder ein goldenes Händchen – und Usami einen goldenen Fuß.

Eigentlich hatte noch niemand so wirklich mit dem Japaner gerechnet, der kurz vor der Transfer-Deadline ausgeliehen wurde. Viele hatten sich sogar gefragt, ob er es in den Kader schaffen würde. Das Fortuna-Debüt im Test gegen Turu Düsseldorf (2:1) war so lala ausgefallen. "Konditionell muss ich noch viel tun", hatte Usami gesagt.

Raman schafft es in die Startelf

Statt der Leihgabe des FC Augsburg rutschte schließlich Benito Raman in die Startelf. Und der junge Belgier, von Standard Lüttich gekommen, drehte auf der rechten Seite dermaßen aus, dass niemand so wirklich den nach Hannover gewechselten Ihlas Bebou vermisste. "Für mich war es ein sehr gutes Spiel, obwohl es ganz zu Anfang nicht so aussah. Aber dann haben wir sehr gut miteinander harmoniert und doch noch gewonnen", sagte der 22-Jährige.

Rensing belässt es bei einer Laufeinheit FOTO: Falk Janning

Usamis Einsatz hatte für die Fortuna übrigens noch einen weiteren Vorteil, nicht nur das Tor. "Wenn Takashi eine bestimmte Zahl von Spielen absolviert, kostet er uns keine Leihgebühr an den FC Augsburg mehr", hatte der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer unserer Redaktion nach der Verpflichtung des Flügelspielers gesagt.

Und da Sponsor Toyo Tires das Gehalt Usamis bezahlt, hat sich der Deal für Fortuna schon jetzt ausbezahlt. Man darf gespannt sein, was von einem hundertprozentig fitten Japaner zu erwarten ist.

 
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