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| 20.17 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Das überraschende Trainerdebüt von Bellinghausen

Fortuna: Das erste Training unter dem neuen Trio
Düsseldorf. Gemeinsam mit Cheftrainer Friedhelm Funkel haben die neuen Co-Trainer Thomas Kleine und Axel Bellinghausen am Montagnachmittag ihre erste Trainingseinheit geleitet. Große Veränderungen werde es nicht geben, sagte Funkel. Vor allem für einen der Drei gilt das aber nicht. Von Jessica Balleer

Die Szenerie im Arena-Sportpark war eigentlich wie immer: Beim etwas mehr als einstündigen Training gab es zuerst ein paar Laufübungen, dann viel Passspiel auf engem Raum. Zum Abschluss der Einheit machten die Profis der Fortuna noch ein paar Trainingsspiele auf dem Kleinfeld. Für Marcel Sobottka blieb es wegen leichter Oberschenkelprobleme beim lockeren Lauftraining. Torwart Michael Rensing verließ den Rasen vorzeitig, weil er wegen seiner Rippenverletzung weiterhin mit Vorsicht trainiert. So weit, so unspektakulär. Mit einer Ausnahme: Axel Bellinghausen (34), zuletzt Standby-Profi in der zweiten Mannschaft, betrat den Platz nach fünf Jahren bei der Fortuna erstmals nicht in der rot-weißen Regenjacke der Spieler – oder im Trikot. In langer Hose und schwarzer Trainerjacke gab das Fortuna-Urgestein sein Debüt als Übungsleiter. 

Mit der Idee, ihn zum Co-Trainer zu machen, hatte Funkel seinen Spieler am vergangenen Wochenende überrascht. Fortunas Mittelfeldmann hatte allerdings zunächst um Bedenkzeit gebeten, immerhin kam die Anfrage gänzlich unerwartet für ihn. Er hatte eine Nacht darüber geschlafen, ein paar Stunden überlegt, ehe er sich dann für den Posten als zweiter Co-Trainer entschied. "Das ist eine ganz neue, reizvolle Aufgabe für mich und eine extreme Chance", sagte Bellinghausen nach der Trainingseinheit. Auf dem Platz hatte er sich am Montag noch hinter Kleine und Funkel zurückgehalten. 

Auch Funkel wurde ins kalte Wasser geworfen

Funkel sagte, er habe sich bewusst für die beiden entschieden, weil sie die Abläufe im Verein bereits bestens kennen. Der Cheftrainer wiederum kennt es, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Zu Beginn seiner eigenen Trainerkarriere wurde Funkel 1990 mehr oder weniger über Nacht zum Co-Trainer von Timo Konietzka bei Bayer 05 Uerdingen. "Axel muss in die Rolle noch hineinwachsen", sagte Funkel. Diese Zeit werde er aber bekommen. "Ich glaube auch nicht, dass Axel jetzt darauf bestehen wird, dass ihn die Spieler siezen", sagte er augenzwinkernd. Über diese Idee konnte auch Bellinghausen nach dem ersten Training nur schmunzeln.

"Ich habe meine Co-Trainer auch alle geduzt", sagte er. "Die Truppe muss sich auch noch an meine Trainingskluft gewöhnen." Witze oder flapsige Sprüche hätten ihm die ehemaligen Kollegen noch nicht gedrückt, davon hatten sie den "neuen Alten" zumindest vorerst noch verschont. "Ich hatte etwas Respekt vor dem ersten Tag", gab Bellinghausen zu, der auf dem Feld eigentlich immer den Spielertyp lautstarker Antreiber verkörperte. 

Große Fußstapfen

Anders als Bellinghausen konnte sich Kleine bereits an die schwarze Fortuna-Trainerkluft und das Anleiten von Übungen gewöhnen. Im Rahmen seiner Fußballlehrer-Ausbildung hat er zunächst ein Praktikum bei der Fortuna absolviert. In den vergangenen Wochen war er zusätzlich donnerstags und freitags rund um die Esprit-Arena zugegen und hatte Peter Hermann (65), der nun gemeinsam mit Jupp Heynckes das Training von Bayern München leiten wird, über die Schulter geguckt. Die Fußstapfen der Co-Trainerlegende seien groß, sagte Kleine, das neue Trio wolle aber genau so gut weiterarbeiten, wie es bisher der Fall war. Das junge Team wolle dabei vor allem auf die Übungs-Klassiker setzen, "aber sicher auch einige neue Übungen einbringen", sagte Kleine.

"Jeder bringt seinen Teil ein", sagte Funkel auch über die Rollenverteilung. "Zusammen werden wir daran arbeiten, unser Saisonziel oberes Tabellendrittel zu erreichen." Am Austausch innerhalb des Trainerteams werde die neue Besetzung nichts ändern. Auch nicht, dass Kleine und Bellinghausen für eine neue Generation von Übungsleitern stehen. Bis Sommer 2018 plant die Fortuna mit dieser Trainerkonstellation. Während Kleine bereits dabei ist, seine A-Lizenz zu erlangen, will das auch Bellinghausen in naher Zukunft angehen. "Ich muss jetzt aber erstmal meinen Platz finden und werde mir viel von Thomas Kleine und Friedhelm Funkel abgucken."

(ball)
 
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