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Fortuna Düsseldorf
Titel sind keine Erfolgsgarantie

Porträt: Köln-Trainer, Chef-Ausbilder, "Mach' et Otze!"
Porträt: Köln-Trainer, Chef-Ausbilder, "Mach' et Otze!" FOTO: dpa, hka jai
Düsseldorf. Erich Rutemöller arbeitet als Sportvorstand ehrenamtlich - so war das Amt ursprünglich mal gedacht bei der Fortuna. Von Matthias Goergens

Sportvorstand, Manager, Chefscout - am Ende kommt es wohl nicht auf den Titel an. Sondern darauf, wie und wo sich Erich Rutemöller ab sofort bei der Fortuna einbringt. Schon in der Anbahnung war klar, dass beide Seiten eigentlich ähnliche Ideen hatten. Nur die Ausformulierung der Tätigkeit beim Fußball-Zweitligisten war noch wichtig. Die Fortuna wollte Rutemöller als Sportvorstand haben, hat ihn auch so durch den Aufsichtsrat bestellen lassen, wie es die Satzung vorsieht.

Damit wächst das Gremium, das der Aufsichtsrat beruft und kontrolliert, wieder auf vier Personen an - neben Rutemöller noch Vorstandschef Robert Schäfer, Paul Jäger (Finanzen) und Sven Mühlenbeck (Organisation). "Für uns ist es wichtig, dass wir den Sport nun wieder eigenständig im Vorstand verankert haben", sagt Aufsichtsratvorsitzender Reinhold Ernst. Erich Rutemöller soll "mit seiner Erfahrung die inhaltliche Arbeit vorantreiben und Strukturen weiterentwickeln".

Ein Manager, wie ihn das moderne Fußballgeschäft zwischen Spielerberatern und Trainerbank kennt, wolle er nicht sein, sagt Rutemöller. Es ist auch einigermaßen schlecht vorstellbar, dass der 71-Jährige noch nachts um 23 Uhr mit Beratern neue Verträge verhandelt. Stattdessen kehrt die Fortuna mit ihm zurück zu einer ursprünglich angedachten und viele Jahre gelebten Einrichtung. Als vor rund 14 Jahren nach der Beinahe-Pleite und der großen Satzungsänderung erstmals ein Vorstand dieser Art gebildet wurde, sollte Thomas Allofs auf diesem Posten sportliches Fachwissen liefern. Zudem konnte der Ex-Fortunaprofi in den düsteren Tagen der Viertklassigkeit seinen guten Ruf mit einbringen. Allofs erfüllte seinen Job - wie es jetzt Erich Rutemöller macht - ehrenamtlich und eher im Verborgenen. Dass er 2013 zurücktrat, lag daran, dass er nicht Nachfolger von Wolf Werner werden sollte.

Der war zwischenzeitlich erst als Sportdirektor gekommen, dann auch in den Vorstand aufgerückt. Werner hatte Helmut Schulte als Nachfolger geholt, arbeitete zunächst parallel mit ihm und verließ nach knapp anderthalb Monaten gemeinsamer Tätigkeit die Fortuna. Schulte gab in der Folge mehr den Manager als den Vorstand, wurde nach diversen Fehlgriffen wieder entlassen.

Auf Schulte folgte Rachid Azzouzi, der wiederum nur angestellter Manager war. Der einstige Bundesligaprofi kam auf knapp ein Jahr Amtszeit, ehe der Vertrag mit ihm aufgelöst wurde. Die Fortuna kehrt nun zum Ehrenamt zurück: Azzouzis Nachfolger Erich Rutemöller wurde satzungsgemäß für drei Jahre bestimmt. Natürlich wird er letztlich auch die Verantwortung für Trainer und Mannschaftskader des Zweitligisten mittragen. Ob als Sportvorstand oder Manager? Der Titel war bei der Fortuna nie wirklich klar. Erich Rutemöller darf seinen Job also selbst mit Leben füllen - auch das war ihm wichtig.

Quelle: RP
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