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Fortuna Düsseldorf
Kurz vermittelt nicht den Ernst der Lage

Fortuna Düsseldorf: Trainer Marco Kurz vermittelt nicht den Ernst der Lage
Marco Kurz steht vor einer schweren Aufgabe. FOTO: dpa, mjh gfh
Düsseldorf. Die Ansprache von Fortuna Düsseldorfs Trainer Marco Kurz wirkt durchdacht, aber bisweilen emotionslos. Seine Mannschaft lässt mitten im Abstiegskampf beim kleinsten Rückschlag die Schultern hängen. Von Thomas Schulze

Marco Kurz hat zum Jahresbeginn Fortuna mit klarer Zielsetzung übernommen: Klassenerhalt in der zweiten Fußball-Bundesliga. Doch der erhoffte Effekt des Trainerwechsels ist bereits verpufft. Kurz hat das Team nicht in die Erfolgsspur geführt. Vier Punkte aus den fünf Spielen sind die Bilanz eines Absteigers. Trainer Kurz sagte nach der 1:3-Niederlage gegen den VfL Bochum:

  • "Wir haben zwischen der 19. und 62. Minute ein richtig gutes Spiel gemacht."

Nach der Führung durch Sercan Sararer wirkte Fortuna selbstbewusster und gestattete den Gästen nicht mehr derart klare Chancen wie in der Anfangsphase. Allerdings war es bei weitem nicht so, dass die Düsseldorfer aufgedreht und sich Möglichkeiten erspielt hätten. Sie agierten sicherer, aber nicht mutig, vielmehr solide und brav.

  • "Solange wir die groben Fehler nicht abstellen, wird es schwierig bleiben."

Solange Schauerte nebenher läuft anstatt zu grätschen, Sararer nur zuschaut, es Bellinghausen an Orientierung mangelt, Schmitz die Räume nicht dicht macht, Fink sich unnötige Fouls leistet, bleibt es schwierig. Torhüter Rensing kann nicht alles verhindern.

  • "Läuferisch und kämpferisch ist das okay. Die Dinge sind nicht schwer zu regulieren."

Genau, es war okay, aber das ist im Abstiegskampf zu wenig. Der bedingungslose Wille fehlte.

  • "Wir wussten, dass es ganz eklig werden kann, ein bisschen eklig ist es schon. Das Polster schwindet, wir brauchen Ergebnisse."

Hoffentlich wird es schnell ganz eklig, nur dann verändert sich was. So klingt es allzu sehr nach Wohlfühloase, alles halb so schlimm. Da hört man nichts von Existenzkampf.

  • "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir ducken uns weg und verlieren oder wir stellen uns hin und meistern die Situation."

Nein, für einen Leistungssportler und Fußballprofi gibt es nur eine Möglichkeit: Kampf bis zum Umfallen, alles für das Ziel. Genau an dieser Zielstrebigkeit und dieser Willenskraft mangelt es den Spielern.

  • "Wir müssen unsere Leistung abrufen und die Fehler minimieren - dann kommen auch die Ergebnisse."

Wer mag da schon widersprechen? Doch dazu müssen die Fehler konkret angesprochen und entsprechende Leistungsziele eingefordert werden.

  • "Wer frisch und klar im Kopf ist, der wird spielen."

Innenverteidiger Alexander Madlung und der defensive Mittelfeldspieler Christopher Avevor wurden gegen Bochum schmerzlichst vermisst. Im Training mischten sie gestern wieder mit. Zumindest Madlung ist morgen (18.30 Uhr, LIve-Ticker) gegen den Karlsruher SC gesetzt.

All das, was Marco Kurz sagt, ist richtig. Doch jeder andere Trainer würde es ähnlich sagen. Entscheidend ist, ob er die Spieler packen und ihnen vermitteln kann, dass keine Zeit mehr ist, dass es in jedem Spiel um den Klassenerhalt geht. Entschiedenheit klingt anders.

Quelle: RP
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