| 17.15 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna überwindet Millerntor-Trauma

FC St. Pauli - Fortuna: Einzelkritik
FC St. Pauli - Fortuna: Einzelkritik FOTO: Falk Janning
Fortuna Düsseldorf schlägt Tabellenschlusslicht FC St. Pauli knapp mit 1:0 (1:0). Die Rheinländer profitieren von einem Eigentor von Daniel Buballa. Zuletzt hatte Fortuna beim Kiez-Klub zweimal deutlich verloren. Von Bernd Jolitz, Hamburg

Die Düsseldorfer sind gut aus der Länderspielpause gekommen. Der Auftritt beim FC St. Pauli war zwar von beiden Kontrahenten spielerisch unterdurchschnittlich, aber dank einer starken kämpferischen Vorstellung entführte die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel mit 1:0 verdient die Punkte vom Kiez. Dank des Eigentors des Hamburgers Buballa verbesserten sich die Düsseldorfer auf den fünften Tabellenplatz. "Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung, auf die ich sehr stolz bin", lobte Funkel.

Trainer Funkel überrascht mit der Aufstellung

Es wurde gleich ein vierfaches Comeback in der Düsseldorfer Startaufstellung. Nicht allein, dass wie erwartet Kapitän Oliver Fink (zuvor verletzt) und die zuletzt gesperrten Kaan Ayhan und Axel Bellinghausen zurückkehrten – Funkel bot zudem den wiedergenesenen Marcel Sobottka im zentralen Mittelfeld auf.

 

Eine weitere Überraschung: Julian Koch, wie Rouwen Hennings ein ehemaliger St. Paulianer, verteidigte rechts, Julian Schauerte rückte dafür eine Position nach vorn ins rechte Mittelfeld. Ihlas Bebou, der dort etatmäßig stürmt, war doch nicht ganz so fit von seiner Länderspielreise mit Togo zurückgekommen wie erhofft. Der türkische Nationalspieler Ayhan übernahm den Part neben Kevin Akpoguma in der Innenverteidigung, so dass Robin Bormuth trotz der Rückenverletzung Alexander Madlungs auf der Bank Platz nehmen musste.

Fink trifft nur die Latte, Buballa ins eigene Tor

Die umformierte Mannschaft brauchte ein paar Minuten, sich zu finden. Der Tabellenletzte machte mit dem böigen Wind im Rücken viel Tempo, Fortuna beschränkte sich zunächst aufs Dagegenhalten, fand kaum einmal den Weg nach vorn. Der erste Offensiv-Akzent der Gäste hatte es dafür gleich in sich: Nach 20 Minuten setzte Fink den Ball aus halbrechter Position an den Querbalken. Torhüter Robin Himmelmann wäre chancenlos gewesen.

 

Der zweite ernsthafte Vorstoß führte dann schon zum Erfolg. Lukas Schmitz flankte von links hart vors Tor, Schauerte und sein Gegenspieler Daniel Buballa rutschten hinein – und der Hamburger drückte den Ball zum 0:1 ins eigene Netz. Schade für Schauertes persönliche Bilanz, wäre es doch im 78. Pflichtspiel sein erster Treffer im Düsseldorfer Trikot gewesen.

Die Fortuna-Fans müssen zittern

Sekunden vor der Pause hätte Sobottka erhöhen müssen, doch der Ex-Schalker köpfte freistehend am Tor vorbei. Angesichts der steigenden Verunsicherung in den Reihen der Gastgeber wäre das schon ein wichtiger Schritt Richtung Entscheidung gewesen.

Ähnlich temperamentvoll ging es nach dem Wiederanpfiff weiter. In der 48. Minute rettete Akpoguma in höchster Not, sieben Minuten später verhinderte Paulis Lasse Sobiech das 0:2, als Bellinghausen Himmelmann bereits ausgespielt hatte. Adam Bodzek sah zwischenzeitlich für ein taktisches Foul seine fünfte Gelbe Karte und muss beim Heimspiel gegen Hannover 96 zusehen. Das spielerische Niveau der Begegnung blieb überschaubar – aber über einen Mangel an Action konnte sich niemand im ausverkauften Millerntor-Stadion beklagen.

So hatten Ayhan und Hennings die Möglichkeit, den 3000 mitgereisten Fortuna-Fans frühzeitig jedes Zittern zu ersparen, nutzten aber ihre Chancen nicht. So blieb es beim knappen Ergebnis, nach dem Sieg bei Union Berlin das zweite Auswärts-1:0 in Folge. "Was wir offensiv gezeigt haben, hat nicht gereicht, eine gute Mannschaft wie Düsseldorf vor Probleme zu stellen", sagte St. Pauli-Trainer Ewald Lienen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf überwindet Millerntor-Trauma


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.