| 15.09 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna erkämpft sich Remis gegen Lautern

Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht
Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht FOTO: dpa, rwe kno
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat sich gegen Aufstiegsaspiranten 1. FC Kaiserslautern ein spätes, aber gerechtes Unentschieden erkämpft. Michael Liendl erzielte das Tor zum 1:1 in den Schlussminuten. Von Bernd Jolitz

Der Sonntag hatte ganz im Zeichen des neuen Trainers gestanden, der Montag sollte noch einmal ganz dem alten (Interims-)Coach gehören. Dass der frühere Fürther Frank Kramer zur neuen Saison das Zepter bei Fortuna Düsseldorf übernehmen soll, ist zwar die wichtigste Richtungsentscheidung für den Fußball-Zweitligisten, die nach den Vorstellungen der Vereinsführung auch noch in dieser Woche offiziell verkündet werden soll – sofern der 42-Jährige sich mit den Rheinländern auch in den Details einig wird. Am Montagabend jedoch rückte der Trainerwechsel noch einmal für 90 Minuten in den Hintergrund, denn die aktuelle Truppe von Interimscoach Taskin Aksoy wollte sich im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern unbedingt für das 0:4-Desaster auf St. Pauli rehabilitieren.

 

Das Unterfangen glückte zumindest teilweise. Fortuna trotzte dem Aufstiegsaspiranten aus der Pfalz ein verdientes 1:1 ab, auch wenn der Ausgleich erst in der Schlussminute per Foulelfmeter durch Michael Liendl gelang. Es war der gerechte Lohn für eine Steigerung, die nicht unbedingt zu erwarten war, nachdem das Unheil bereits nach acht Minuten seinen Lauf zu nehmen schien.  Dustin Bomheuer, der überraschend in die Startelf gerückt war, ließ Simon Zoller entwischen, und der Angreifer ließ sich frei vor Torhüter Michael Rensing nicht lang bitten. Selbst der Torschütze des Gegners war irgendwie bezeichnend für die aktuelle Situation Fortunas: Seit er in der Winterpause auf Leihbasis vom Bundesligisten 1. FC Köln zu seinem früheren Klub zurückgekehrt war, hatte Zoller noch keinen einzigen Treffer erzielt. Bereits sein erster Versuch in der Düsseldorfer Arena saß.

Aksoys Konzept war somit frühzeitig zu den Akten gelegt. Dabei hatte der 47-Jährige sich viel vorgenommen, bei der Aufstellung kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Im Falle Sergio Pintos war die Entscheidung des Coachs allerdings unfreiwillig: Der Mittelfeld-Routinier hatte im Sonntagstraining einen Ball ins Gesicht bekommen und klagte anschließend über Kieferschmerzen. Für ihn rückte Kapitän Adam Bodzek neben Oliver Fink in die Doppel-Sechs, so dass der Posten in der Innenverteidigung für Bomheuer frei wurde. Zudem schickte Aksoy Tugrul Erat für Ihlas Bebou und Michael Liendl anstelle von Joel Pohjanpalo aufs Feld.

Die Fans sahen also eine personell rundererneuerte Fortuna und forderten das auch von der Einstellung her unüberhörbar ein. Interessanterweise war davon trotz des verheerenden Beginns auch auf dem Platz etwas zu sehen. Die Düsseldorfer bekamen ihre anfangs erheblichen Abwehrprobleme zusehends besser in den Griff und trauten sich ab der Mitte des ersten Abschnitts sogar einige ansehnliche Offensivaktionen zu. Bemerkenswert war dabei, wie viele Probleme sie der Lauterer Defensive damit bereiteten.

Tim Heubach und seine Nebenleute wackelten mehrfach bedenklich, gaben Trainer Kosta Runjaic und den übrigen FCK-Verantwortlichen auf diese Weise einige Hausaufgaben mit Blick auf die erhoffte Erstliga-Zukunft auf. "Ich denke, wir haben heute ein anderes Gesicht der Fortuna gesehen. Das frühe Gegentor war bitter, aber wir kamen immer besser ins Spiel. Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Druck gemacht und das Unentschieden war mehr als verdient letztlich", sagte Aksoy. "Wir haben in der zweiten Halbzeit wenige Ideen nach vorne gehabt. Das Glück war am Ende nicht auf unserer Seite", sagte sein Gegenüber Runjaic.

Für die Aufgabe Düsseldorf genügte die Vorstellung von Runjaics Mannschaft letztlich nicht, weil der Auftritt des Favoriten ganz sicher nicht überzeugend war. Deshalb war der Punkt für Fortuna auch okay, doch bis die Rot-Weißen ihren eigenen Ansprüchen wieder näher kommen, wartet dennoch noch viel Arbeit. Das wird ganz sicher auch Frank Kramer mit großem Interesse beobachtet haben.

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