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Fortuna Düsseldorf
Unter Funkel dreht sich der Wind

Fortuna Düsseldorf: Unter Friedhelm Funkel dreht sich der Wind
Zurück im Geschäft: Adam Bodzek (links) und Oliver Fink. FOTO: wolff
Düsseldorf. Oliver Fink und Adam Bodzek waren schon abgeschrieben, saßen auf der Ersatzbank oder gar der Tribüne. Bei Trainer Friedhelm Funkel kehrte das erfahrene Duo in die Startelf zurück - und die Fans stehen voll zu diesem Kurs. Von Bernd Jolitz

Das Plakat am Zaun, der im Gästebereich des Bielefelder Stadions den Steh- vom Sitzplatzblock trennt, hat eine eindeutige Botschaft. "Fink muss bleiben", steht darauf - und diese Forderung tragen Fortunas Anhänger nun schon seit Monaten durch die Stadien der Republik. Die Fans wollen, dass Oliver Finks im Juni auslaufender Vertrag in Düsseldorf verlängert wird, und in diesen Tagen erscheint das längst nicht mehr so unwahrscheinlich wie zu dem Zeitpunkt, als das Plakat entstand.

Der laufstarke Mittelfeldspieler, der nach dem Zweitliga-Aufstieg 2009 aus Unterhaching zu Fortuna kam, war in der Hinrunde nur noch Reservist. Seine Chancen auf einen neuen Vertrag waren nahezu auf den Nullpunkt gesunken, obwohl der 33-Jährige stets beteuerte, gern in Düsseldorf bleiben zu wollen und sich auch fit genug dafür zu fühlen. Noch schlechter sah die Situation für Adam Bodzek aus: Zwar besitzt der frühere Kapitän noch einen Kontrakt bis Juni 2017, doch hatte ihn der damalige Trainer Marco Kurz zu Jahresbeginn sogar auf die Tribüne gesetzt. Eine Trennung schien wahrscheinlich.

Seit dem Amtsantritt von Chefcoach Friedhelm Funkel hat sich der Wind gedreht. Vom ersten Trainingstag an suchte der 62-Jährige intensiv das Gespräch mit Bodzek und Fink, und zu seiner Ligapremiere gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:3) standen beide in der Startelf. "Ich habe Fortuna stets genau beobachtet, und ich weiß noch sehr genau, wie stark die beiden früher gespielt und wie sehr sie Fortuna geholfen haben", erklärte Funkel.

Das ist Oliver Fink FOTO: dpa, Daniel Karmann

Den guten, in Finks Fall sogar überragenden Eindruck des Lautern-Spiels bestätigte das Duo mit einer starken Vorstellung auf der Doppel-Sechs beim 0:0 in Bielefeld. "Bodze und Finki waren einfach stabil. Was sie gemacht haben, war richtig gut", lobte Funkel. "Da war Struktur drin. Sie haben genau so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe." Sportdirektor Rachid Azzouzi schlug in die gleiche Kerbe: "Oliver und Adam haben ihre Sache fantastisch gemacht, davor kann man nur den Hut ziehen."

Die so Gelobten genießen natürlich die Kehrtwende, fürs Abheben sind beide jedoch nicht geschaffen. Fink verwies auf die nach wie vor kritische Tabellensituation, attestierte aber dem gesamten Team eine Steigerung: "Bei den langen Bällen der Bielefelder muss man sehr präsent in den Zweikämpfen sein. Da haben wir gut dagegengehalten." Dass ihm persönlich das so gut gelang, schob er auf seine wachsende Fitness: "Ich habe das Gefühl, dass ich meine Körner jetzt wieder richtig beisammen habe."

Auch Bodzek holt seinen Rückstand in Sachen Spielpraxis immer weiter auf, hielt in Ostwestfalen bereits 82 Minuten durch. Fortunas neue Alte haben das Comeback geschafft - zum Wohle des Teams.

Quelle: RP
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