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Fortuna Düsseldorf
0:4 – Fortuna blamiert sich mal wieder

FC St. Pauli - Fortuna
FC St. Pauli - Fortuna FOTO: dpa, dbo hpl
Hamburg. Fortuna Düsseldorf hat sich erneut blamiert. Gegen den FC St. Pauli verlor das Team von Trainer Frank Kramer 0:4 (0:2) und hatte dabei noch Glück, dass Torwart Michael Rensing einen richtig guten Tag erwischte. Damit rückt der Coach mal wieder in den Fokus. Von Bernd Jolitz

Fortuna Düsseldorf hatte sich so viel vorgenommen. An die großartige kämpferische Vorstellung beim 1:0-Sieg gegen Fürth anknüpfen wollte die Truppe von Trainer Kramer, das unsägliche 1:5 im Pokalspiel beim 1. FC Nürnberg endgültig vergessen machen. Es blieb beim Vorsatz. Nach einer in Sachen Defensivarbeit desolaten Vorstellung unterlag der Zweitligist beim FC St. Pauli mit 0:4. Vor dem nach der Länderspielpause anstehenden Gastspiel des Schlusslichts MSV Duisburg (20. November) trennen den Drittletzten Fortuna bereits drei Punkte von Nichtabstiegsrang 15. Dass die gerade etwas abgeebbten Diskussionen um die Zukunft Kramers nun wieder voll aufleben, hat die Mannschaft – bei der der Coach sehr beliebt ist – sich selbst zuzuschreiben. Allerdings erklärte Sportdirektor Rachid Azzouzi nach der Partie: "Von meiner Seite aus gibt es keine Trainerdiskussion."

 

In den ersten Minuten hatte es noch ganz ordentlich für die Gäste ausgesehen. Sie verbuchten sogar die erste große Chance der Partie, als Marcel Sobottka nach einem klugen Pass Karim Hagguis aus 16 Metern frei zum Schuss kam, den Kasten aber knapp verfehlte. In dieser Phase schien es sich bezahlt zu machen, dass das kämpferische Vorbild Axel Bellinghausen den Härtetest vor dem Anpfiff bestanden hatte: Der 32-Jährige, der verletzungsbedingt fast eine Woche nicht hatte trainieren können, gewann auf der linken Seite einige Zweikämpfe, schien sein Team wie gegen Fürth mitreißen zu können.

Eine einzige Szene machte all diese Ansätze zunichte. In der zwölften Minute wagte Haggui erneut einen Pass, doch diesmal misslang dem Kapitän das Zuspiel auf Mathis Bolly gründlich. Da der ivorische Nationalspieler keine Anstalten machte, wenigstens um den Ball zu kämpfen und sich in der Folge auch noch Adam Bodzek bei einer Flanke verschätzte, entstand eine beträchtliche Fehlerkette – groß genug, um Lennart Thy das 1:0 zu ermöglichen. Noch dümmer stellte sich Fortuna elf Minuten später an: Nach einem Freistoß St. Paulis ließ die Düsseldorfer Abwehr, die zu diesem Zeitpunkt den Namen kaum noch verdiente, Philipp Ziereis kurz vor dem Gehäuse unbedrängt an den Pfosten köpfen, und den Abpraller nutzte wiederum Thy zum 2:0. In der zweiten Halbzeit machte der Stürmer noch seinen Dreierpack perfekt. Das wars aber noch nicht – in den Schlussminuten traf er zum vierten Mal. 

Wie ein Hohn wirkte da schon Kramers Forderung, die er vor dem Spiel erhoben hatte: "Unsere Aufgabe ist es jetzt, Konstanz und Kontinuität in das zu bringen, was wir gegen Fürth gezeigt haben." Mit dem Heimsieg gegen die Mittelfranken hatte das, was Fortuna am Millerntor zeigte, freilich überhaupt nichts mehr zu tun. Zumindest in der Defensivarbeit schon eher mit dem Debakel von Nürnberg. Hätte nicht Torhüter Michael Rensing überragend gehalten, wären die Hamburger sogar auf 6:0 davongezogen. Dafür mussten sie nicht einmal sonderlich gut, geschweige denn überragend spielen. Das war vielleicht sogar das Schlimmste an der bitteren, nasskalten Nacht von St. Pauli: Mit einer halbwegs kompakten und konzentrierten Leistung wären die Düsseldorfer nicht chancenlos gewesen. Eine solche jedoch boten sie nicht einmal im Ansatz an. Die Beteuerungen nach dem Fürth-Spiel, mit letztem Einsatz für den Trainer kämpfen zu wollen, muten nun doch wie bloße Lippenbekenntnisse an.

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