| 22.08 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna vergrößert Bielefelder Sorgen

Fortuna - Bielefeld: Einzelkritik
Fortuna - Bielefeld: Einzelkritik FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf bleibt zu Hause unbesiegt. Die Rot-Weißen schlagen Arminia Bielefeld in der Esprit-Arena deutlich mit 4:0 (2:0). Rouwen Hennings schnürt einen Doppelpack. Von Bernd Jolitz, Düsseldorf

Es war das Spiel, das darüber Aufschluss geben sollte, in welche Richtung sich die Zweitliga-Saison für Fortuna Düsseldorf entwickeln könnte. Nach dem 4:0 gegen Arminia Bielefeld scheint klar: Sehr weit nach unten muss Trainer Friedhelm Funkel vorerst nicht blicken.

 

Abgesehen von einer kurzen Schwächephase, die ausgerechnet nach dem zweiten Düsseldorfer Treffer einsetzte, hatte sein Team die Mannschaft von Rüdiger Rehm, dessen Job nun äußerst stark gefährdet ist, sicher im Griff. Fortuna hat nun 16 Punkte auf dem Konto und kann entspannt in die nähere Zukunft schauen.

Özkan Yildirim spielt von Beginn an

Funkel wollte dann doch keine Experimente. "Es kann gut sein, dass ich neben der Umstellung in der Innenverteidigung noch einen weiteren personellen Wechsel vornehme", hatte der Trainer nach dem 3:1-Sieg in München gesagt. Er beließ es schließlich doch dabei, Kaan Ayhan für den gesperrten Kevin Akpoguma in die Abwehrzentrale zurückzubeordern. Den Platz des früheren Schalkers im Mittelfeld nahm wie erwartet Özkan Yildirim ein, der damit sein Startelf-Debüt im Düsseldorfer Dress feierte. Sicherlich eine vernünftige Sichtweise des Coachs, denn ein gewisses Risiko stellte es ja bereits dar, eine Innenverteidigung mit zwei 21-Jährigen – neben Ayhan noch Eigengewächs Robin Bormuth – zu nominieren.

Wie schon in München legte Bormuth jedoch von Beginn an eine Bierruhe an den Tag, von der sich Ayhan anstecken ließ. Und da Arminia sich zumeist auf strikte Defensivarbeit mit zwei tiefstehenden Viererketten beschränkte, gerieten die beiden Youngster auch nicht nennenswert unter Druck. Ganz im Gegensatz zu den Gästen, denn Fortuna erhöhte nach vorsichtigem Beginn stetig das Tempo.

Nach 20 Minuten sorgt Axel Bellinghausen für den Brustlöser

Mit Erfolg: Ihlas Bebou brachte in der 20. Minute einen präzisen Pass in den Lauf von Axel Bellinghausen an. Der Routinier ließ sich nicht lange bitten und erzielte souverän seinen zweiten Saisontreffer. Die Bielefelder wurden nun sichtlich nervös, die ohnehin vorhandene Verunsicherung griff immer stärker um sich.

Yildirim und Bebou hatten schnell das 2:0 auf dem Fuß, konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht nutzen. So musste eine unübersichtliche Szene zur Erhöhung der Düsseldorfer Führung herhalten. Rouwen Hennings und Arminias Abwehrspieler Stephan Salger gingen nach einer Flanke zum Ball, Hennings anschließend zu Boden – und Schiedsrichter Christian Dietz wertete die Aktion als Foul Salgers. Da er kurz zuvor verwarnt worden war, musste der Ostwestfale vom Platz, zudem gab es Strafstoß, den Hennings eiskalt verwandelte.

Rouwen Hennings schnürt einen Doppelpack

Interessanterweise tat die vermeintliche Entscheidung dem Spiel der Gastgeber zunächst überhaupt nicht gut. Gegen zehn Arminen taten sie sich deutlich schwerer als gegen elf, und hinzu kam, dass Bellinghausen wegen Kniebeschwerden vorzeitig das Feld verlassen musste.

Fortuna verlor die Linie und gestattete der Rehm-Truppe plötzlich Räume, die sie in Gleichzahl nicht gehabt hatte. Ein Spiegelbild zum Auftritt der Rot-Weißen in München, als sie nach einer sicheren 3:0-Pausenführung ebenfalls Schwächen offenbart hatten. "Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir es gegen neun Feldspieler nicht so gut gemacht", betonte Funkel. Es blieb jedoch eine vorübergehende Phase.

Mit dem 3:0, das der kurz zuvor eingewechselte Arianit Ferati auf Vorarbeit des bärenstarken Bebou erzielte, lief es wieder rund. Und als dann Hennings wiederum auf Zuspiel Bebous sein fünftes Saisontor zum 4:0 nachlegte, war Partystimmung in der Arena. Fortuna landete den höchsten Punktspielsieg seit zweieinhalb Jahren, als es gegen Aue ebenfalls ein 4:0 gab. Eine kleine Ewigkeit im Fußball. Und vor allem einer war glücklich: Ferati. "Es ist ein wundervolles Gefühl, mein erstes Tor für Fortuna geschossen zu haben. Ich bin froh und stolz."

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