| 07.17 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Verletzter Yildirim braucht Geduld

Yildirim wird verletzt vom Platz getragen
Yildirim wird verletzt vom Platz getragen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Der offensive Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten Fortuna erleidet nach seiner Einwechslung eine Verletzung am Knie sowie eine Stressfraktur im Oberschenkel. Dem 23-Jährigen Deutsch-Türken bleibt damit das Pech treu. Von Bernd Jolitz

Der erste große Pechvogel der Zweitliga-Saison ist bereits gefunden, obwohl der erste Spieltag noch nicht einmal komplett absolviert ist. Özkan Yildirim heißt er, wurde bei Fortunas 2:2 beim SV Sandhausen nach einer Stunde eingewechselt und in der Nachspielzeit verletzt vom Platz getragen. "So ein Mist, der arme Kerl", entfuhr es Sportdirektor Erich Rutemöller unmittelbar nach der Szene. "Er ist unser technisch bester Spieler, und dann so etwas."

Zu diesem Zeitpunkt musste Rutemöller wie die meisten im Stadion noch von einer ganz schweren Knieverletzung ausgehen, da der 23-Jährige sich beim Zusammenprall mit Sandhausens Daniel Gordon scheinbar das Knie verdreht hatte. Das freilich sah dann nach der gestrigen Kernspin-Untersuchung etwas anders aus. Yildirim hat sich zwar einen Meniskusriss und einen Teilriss des Außenbandes im rechten Knie zugezogen, zusätzlich aber noch eine Stressfraktur im Oberschenkel.

Eine "multiple Verletzung", nennen das die Mediziner, und doch hätte es schlimmer für den Techniker kommen können. Die Stressfraktur muss nicht operiert werden, heilt nach Auskunft von Fortunas Mannschaftsarzt Ulf Blecker von selbst. Im Anschluss werden dann Meniskus- und Bänderverletzung operiert, Blecker rechnet mit neun bis zwölf Wochen Pause. "Für Özi ist das dennoch so bitter", sagte Funkel. "Gerade am Morgen vor dem Spiel habe ich bei einem Spaziergang lange mit ihm über seinen weiteren Weg bei Fortuna gesprochen. Wir haben beide die Hoffnung festgehalten, dass Özi nach seinem Pech zu Bremer Zeiten endlich einmal von ernsten Verletzungen verschont bleibt. Schade, dass das schon jetzt wieder Makulatur ist, das stimmt mich traurig."

 

Eher wütend war Funkel darüber, wie Schiedsrichter Günter Perl mit der Sache umging. "Für mich war das ein klares Foul auf der 16-Meter-Linie. Ein Freistoß dort wäre die Riesenchance für unser Siegtor gewesen. Unglaublich, dass Herr Perl das nicht gesehen hat", meinte der Coach. "Noch schlimmer fand ich aber, dass der Schiedsrichter die Partie nicht einmal unterbrechen wollte, obwohl jeder genau gesehen hat, dass etwas Schlimmeres passiert ist." Selbst die Sandhäuser sahen das so, hörten sofort auf zu spielen. "Es war nicht der beste Tag von Herrn Perl", schloss Funkel. "Aber mit ihm habe ich früher ohnehin nicht die besten Erfahrungen gemacht."

Trotz Fortunas schwacher ersten halben Stunde war Perl tatsächlich mit Abstand der schlechteste Mann auf dem Platz - exakt ein Jahr, nachdem der Pullacher den Düsseldorfern beim Auftaktspiel 2015/16 bei Union Berlin einen glasklaren Handelfmeter verweigert hatte. Nicht die einzige Parallele zwischen Berlin und Sandhausen, denn in beiden Spielen gelang Fortuna erst kurz vor dem Ende der Ausgleich, seinerzeit durch Didier Ya Konan in der 88. Minute, nun durch Gordons kurioses Eigentor in der 89. Minute.

Da Yildirim bei dem Schlussspurt Fortunas eine beträchtliche Rolle gespielt hatte, hätte der 23-Jährige sicher gute Chancen gehabt, am Freitag gegen den VfB Stuttgart zum Einsatz zu kommen. Zumal, da Christian Gartner seine starken Vorbereitungs-Leistungen nicht ins erste Saisonspiel hinüberretten konnte.

Das hat sich nun erledigt – der kleine Techniker Yildirim benötigt jetzt erst einmal Geduld.

Quelle: RP
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