| 18.17 Uhr

Fortuna Düsseldorf
0:1! Fortuna am Boden

SV Sandhausen - Fortuna
SV Sandhausen - Fortuna FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat das richtungsweisende Spiel beim SV Sandhausen 0:1 (0:0) verloren und steckt tiefer in der Krise denn je. Denis Linsmayer erzielte in einer schwachen Zweitliga-Partie das Tor des Tages.  Von Christoffer Kleindienst

"Die erste Halbzeit war absolut in Ordnung, wir waren zu Beginn das bessere Team", meinte Kurz bei Sky. Die Niederlage sei "ganz bitter. Das müssen wir erstmal sacken lassen".

So wirklich optimistisch konnten die Fortunen beileibe nicht in die Partie gehen. Es fielen gleich drei Stammspieler aus: Neben Spielmacher Kerem Demirbay (Muskelfaserriss) musste auch der gelbgesperrte Julian Schauerte und der verletzte Sercan Sararer ersetzt werden. Trainer Marco Kurz musste also ordentlich rotieren, dabei setzte er auf eine prominente Doppelspitze Ddier Ya Konan und Nikola Djurdjic und ein Comeback von Marcel Sobottka, der im November vergangenen Jahres einen Außenmeniskuseinriss erlitt. Dessen Startelfeinsatz war allerdings freiwillig, der etatmäßige Sechser Christopher Avevor saß nämlich auf der Bank.

Durch den Sieg des SC Paderborn am Freitag beim FC St. Pauli schmolz der Vorsprung der Fortuna auf den direkten Abstiegsplatz vor der Partie in Sandhausen auf einen Punkt zusammen. Dementsprechend energisch ging die Fortuna ins Spiel. Nach vier Minuten hatte Alexander Madlung nach einer Ecke die Führung auf dem Kopf, der Versuch des Abwehrspielers ging allerdings knapp drüber. In der Anfangsphase verzeichnete die Fortuna viele Ecken und Freistöße, allerdings wurde es nur bei Madlungs Kopfball gefährlich. Aus den vielen ruhenden Bällen machte die Fortuna zu wenig, zumal Sandhausens Torhüter Marco Knaller nicht immer sicher wirkte.

Abstiegskampf pur

Die Partie blieb zerfahren, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus unterbrach immer wieder nach kleineren Fouls. Sandhausen verzeichnete in den ersten 20 Minuten drei Torschüsse, die aber entweder sichere Beute für Fortunas Keeper Michael Rensing waren oder das Ziel deutlich verfehlten. Nach einem vielversprechenden Beginn verflachte die Partie immer mehr. Ganz so, wie es beim Duell des Tabellenzwölften gegen den 16. zu erwarten war.

"Ihr müsst euch anbieten", schrie Kurz nach 25 gespielten Minuten gut hörbar von der Seitenlinie seinen Mannen zu. Wenn die Hausherren die Chance hatten, das Spiel schnell zu machen, war Stürmer Aziz Bouhaddouz komplett auf sich alleine gestellt. So verpufften die wenigen Angriffsbemühungen der Sandhäuser allesamt. Die 1200 mitgereisten Fortuna-Fans feierten trotz des müden Kicks und feuerten ihre Mannschaft ununterbrochen an.

Fortuna kassiert Slapstick-Tor in Sandhausen FOTO: dpa, rw jai

Kurz vor der Pause wurde es dann doch noch einmal aufregend. Nach einem langen Ball auf Korbinian Vollmann wurde der Sandhäuser von Rensing von den Beinen geholt, Steinhaus entschied ohne Zögern auf Elfmeter. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Bouhaddouz trat an und drosch den Ball an die Latte. Glück für die Fortuna.

Fortuna kommt besser aus der Kabine

Nach der Pause kam Oliver Fink für Axel Bellinghausen in die Partie. Der Linksverteidiger hatte nach rund 20 Minuten einen Schlag auf den Fuß bekommen und konnte nicht weiterspielen. Und Fink hatte auch gleich die erste dicke Chance im zweiten Abschnitt. Nach einem Freistoß von Lukas Schmitz köpfte Fink den Ball auf das Sandhäuser Tor, Knaller wehrte den Ball mit einer starken Parade gerade noch zur Ecke ab (47.). Die Fortuna kam mit viel Elan aus der Kabine und erarbeitete sich eine optische Überlegenheit und war dem Führungstreffer nahe, ohne diesen aber zu erzielen.

So war der zweite Abschnitt ein Spiegelbild des ersten. Sandhausen brauchte gut eine Viertelstunde, um wieder in die Partie zu finden. In der 70. Spielminute hatten die Hausherren dann erneut die Chance zur Führung. Nach einer Ecke kam Florian Hübner völlig frei zum Kopfball, zielte aber zu ungenau, sodass Rensing parieren konnte. Wenig später hatte Tim Kister freie Schussbahn, heraus kam aber nur eine Rückgabe, die Rensing vor keine Probleme stellte.

Das Niveau blieb äußerst schwach. Schussversuche landeten auf beiden Seiten im Nirwana, Flanken fanden alles, nur keinen Abnehmer. Abstiegskampf pur. Alles lief auf ein torloses Remis hin, als Denis Linsmayer doch noch für Sandhausen traf. Das Gegentor war Slapstick pur: Rensing parierte einen Schuss von Andrew Wooten, beim Rettungsversuch schoss Karim Haggui Linsmayer an und der Ball landete im Tor.

Der Gegentreffer zeigte Wirkung bei den Fortunen, die fortan nur noch wenig auf die Reihe bekamen. Anstatt einer Schlussoffensive mussten die Gäste am Ende froh sein, dass es bei dem einen Gegentreffer blieb. Erst scheiterte Wooten an Rensing, dann vergab Kister aus elf Metern freistehend und in der Nachspielzeit parierte Rensing gegen Bouhaddouz. Die Fortuna ist am Boden.

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