| 22.45 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna verliert nach großem Kampf

Reaktionen: "Es war deutlich mehr drin"
Reaktionen: "Es war deutlich mehr drin"
Fortuna Düsseldorf wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg. Bei Eintracht Braunschweig muss sich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel mit 1:2 (0:2) geschlagen geben. Von Bernd Jolitz, Braunschweig

Für Andreas Hinz war es ein besonderes Spiel. Der Edelfan sah in Braunschweig das 750. Spiel seiner Düsseldorfer Fortuna in Folge, und das mit speziellem Erinnerungsfaktor: Sein 500stes hatte er ebenfalls bei der Eintracht verfolgt, und damals 2009 wurde es mit dem 5:5 eine unvergessliche Partie. Die aktuelle Begegnung fiel in Sachen Nachhaltigkeit ab, denn Fortuna unterlag beim Spitzenreiter trotz eines starken Beginns und mutigen Schlussspurts 1:2 und beendete die englische Woche mit der ordentlichen, aber nicht weltbewegenden Bilanz von drei Punkten.

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

"Fortuna war bisher die beste Mannschaft, gegen die wir spielen mussten", sagte Torsten Lieberknecht, Trainer des Tabellenführers. "Ein bockstarker Gegner, der uns extrem gefordert hat." Das sah Fortunas Coach Friedhelm Funkel trotz der Enttäuschung über das Ergebnis ähnlich: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Sie hat sich beim 0:2-Rückstand nicht unterkriegen lassen. Am Ende standen sechs Spieler auf dem Platz, die 21 oder jünger waren. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

 

Die medizinische Abteilung fuhr Sonderschichten. Fortunas Mannschaftsarzt Ulf Blecker wickelte erst noch einige Knieoperationen ab, eilte dann im Laufschritt zum Bahnsteig, um gerade noch den ICE Richtung Braunschweig zu erwischen. Die Physiotherapeuten Carsten Fiedler und Thomas Gucek arbeiteten unterdessen im Mannschaftshotel intensiv an der Schulter Marcel Sobottkas, um die sich später auch Blecker persönlich kümmerte. Der Einsatz machte sich bezahlt: Trotz Bänderdehnung im Schultereckgelenk konnte der 22-Jährige spielen.

Domi Kumbela staubt für Braunschweig ab

So musste Trainer Friedhelm Funkel allein den verletzten Kapitän Oliver Fink ersetzen, doch dieser Verlust bereitete ihm genug Kopfzerbrechen. Finks fehlte gerade in der bekannt hitzigen Atmosphäre des Eintracht-Stadions sehr. Womöglich gerade bei den beiden Standardsituationen, die letztlich die entscheidenden werden sollten. Zunächst leistete sich Alexander Madlung nach einer halben Stunde ein unnötiges Foul an der Torauslinie, und nach dem Freistoß von Nik Omladic staubte Domi Kumbela zum 1:0 für Braunschweig ab.

Bitter für die Gäste, dass Ken Reichel nach einem neuerlichen Omladic-Freistoß den Ball wie wohl kein zweites Mal in seinem Leben traf und das 2:0 erzielte. Fortunas Spieler kritisierten den sehr schwachen Schiedsrichter Sven Jablonski nicht nur wegen der umstrittenen Freistoß-Entscheidung hart. Auch Funkel berichtete: "Ich habe Herrn Jablonski gesagt, dass ich selten eine schlechtere Schiedsrichterleistung gesehen habe. Dafür kann ich nicht bestraft werden, das ist keine Beleidigung." Aber was nutzte es nun noch, dass Funkels Elf über weite Strecken auch nach Lieberknechts Ansicht das bessere Team gewesen war und sich 65 Prozent Ballbesitz erspielte?

Chaotische Minuten bringen Fortuna um den Lohn

So brachten drei chaotische Minuten Fortuna um den Lohn für ein gutes Auswärtsspiel. Denn in der zweiten Hälfte spielten die Gäste wieder stark mit, wurden aber zu selten torgefährlich. Nach Jerome Kiesewetters sehenswerter Einzelleistung zum 1:2 warfen die stets engagierten Düsseldorfer zwar alles nach vorn – aber es reichte nicht. "Hier war mehr drin", sagte Bodzek. "Aber positiv ist, dass wir nie aus dem Spiel draußen waren. Wir arbeiten uns immer wieder hinein, geben nie auf." Eine Qualität, die sich Fortuna bewahren sollte.

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