| 21.13 Uhr

1:3 gegen St. Pauli
Fortuna verpasst mit neun Mann den Befreiungsschlag

Reaktionen: "Viel schlimmer ist die Verletzung von Akpoguma"
Reaktionen: "Viel schlimmer ist die Verletzung von Akpoguma"
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat gegen den FC St. Pauli nicht den so dringend benötigten Heimsieg landen können. Die Flingerner kassierten in doppelter Unterzahl ein 1:3 (0:0). Kevin Akpoguma verletzte sich früh, Adam Bodzek und André Hoffmann flogen vom Platz. Von Bernd Jolitz

Auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem bislang letzten Zweitliga-Heimsieg ist auch der zehnte Anlauf Fortuna Düsseldorfs gescheitert, nach jenem 4:0 gegen Arminia Bielefeld endlich wieder drei Punkte in der eigenen Arena zu holen. Beim 1:3 gegen den FC St. Pauli war beiden Kontrahenten anzumerken, wie sehr der Abstiegskampf im deutschen Unterhaus an den Nerven zerrt.

Neben dem schweren Rückschlag im Ringen um den Klassenerhalt musste Fortuna zudem die Gelb-Rote Karte gegen Vizekapitän Adam Bodzek und die Rote Karte für André Hoffmann verkraften, die somit am nächsten Sonntag in Hannover fehlen. "Ich glaube, dass meine Mannschaft richtig gut gespielt hat, dass wir uns Tormöglichkeiten erarbeitet haben und dass wir als sehr, sehr unglücklicher Verlierer vom Platz gehen", sagte Trainer Friedhelm Funkel. 

Yildirim in Fortunas Startelf

Manchmal gibt es im Fußball späte Belohnungen. Özkan Yildirim wurde eine solche zuteil, denn Fortunas Mittelfeldspieler hatte im vergangenen Heimspiel gegen Union Berlin in der Nachspielzeit den Treffer zum 2:2-Endstand erzielt, im Anschluss dann jedoch beim 1:1 in Dresden 90 Minuten auf der Ersatzbank verbracht.

"Wir brauchen nicht über Fußball reden"

Gegen St. Pauli nun beorderte Funkel den früheren Bremer in die Startelf – sicher längst verdient, aber zu diesem Zeitpunkt doch etwas überraschend. Möglich geworden war Yildirims Chance durch den Ausfall von Torjäger Rouwen Hennings, dessen Magen-Darm-Infekt einen Einsatz zunichte machte.

Mit den Belohnungen ist es aber ohnehin so eine Sache in Düsseldorf. In Dresden jedenfalls belohnten sich die Rheinländer mit dem Punktgewinn nicht einmal annähernd für die Dominanz, die sie bei Dynamo ausgeübt hatten. Der Frust darüber war angesichts eines Chancenverhältnisses von 9:2 groß, hätten sie sich doch mit einem "Dreier" in Sachsen fast schon entscheidend aus der Abstiegszone absetzen können. Somit wurde das Spiel gegen die vor dem Anpfiff nur drei Punkte zurückliegenden Hamburger zu einer brisanten Angelegenheit.

Akpoguma bricht sich den ersten Halswirbel

Für beide Trainer wurde die Situation nicht einfacher, als sie bereits nach zehn Minuten ihre personellen Planungen über den Haufen werfen mussten. Ein Zweikampf zwischen Fortunas Kevin Akpoguma und Paulis Bernd Nehrig hatte für beide böse Folgen: Der Düsseldorfer musste mit einer Halswirbelverletzung vom Platz getragen und ins Krankenhaus gebracht werden, und auch für Nehrig ging es offenbar wegen einer Rückenblessur nicht weiter.

 

Zur allgemeinen Nervenberuhigung trug die Szene nicht bei. Beide Teams wirkten zwar eifrig, leisteten sich aber bemerkenswert viele Fehlpässe und Schnitzer bei der Ballannahme. Ein geordneter Spielaufbau kam dabei selten zustande, Torchancen blieben noch spärlicher, und wenn, dann wurde ungeschickt damit umgegangen – wie bei Yildirim, der allein auf den Kasten hätte zulaufen können, den Ball aber unterwegs verstolperte.

Akpoguma wird verletzt vom Platz getragen FOTO: dpa, rwe gfh

Fortuna verliert nach zwei Platzverweisen

Kurz nach Bodzeks Platzverweis hätte erneut Yildirim für die Führung sorgen müssen, doch bekam er den Ball nach einem Konter über Ihlas Bebou nicht ins Netz. Dann wurde es freilich erst richtig turbulent: Innenverteidiger André Hoffmann brachte die Gastgeber im Nachschuss in Führung, zeigte beim Jubel mit den Fingern Akpogumas Rückennummer sechs.

Doch der Jubel verhallte schnell: St. Pauli glich durch Philipp Ziereis aus und nutzte dann auch noch einen Freistoß von Christopher Buchtmann, der wegen Hoffmanns Notbremse verhängt worden war, zum Siegtreffer. Aziz Bouhaddouz erzielte schließlich den Endstand. Ganz bitter für Fortuna, für die es nun im Abstiegskampf noch einmal richtig eng wird.

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