| 11.27 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna verpennt wieder den Start

Fortuna kassiert Tor nach 26 Sekunden
Fortuna kassiert Tor nach 26 Sekunden FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf verschläft die Anfangsphase gegen Dynamo Dresden. Die Strafe folgt bereits nach 26 Sekunden: Der Klub kassiert das schnellste Gegentor seiner Zweitliga-Geschichte. Es ist nicht das erste Mal, dass die Rheinländer unsanft geweckt werden. Von Jan Dobrick

In der Esprit-Arena hatten nicht mal alle Zuschauer Platz genommen, da schlug es schon im Tor von Keeper Michael Rensing ein. Robin Bormuth war im Kopfballduell mit Stefan Kutschke nur zweiter Sieger, Ex-Fortune Andreas "Lumpi" Lambertz spielte den Ball in den Düsseldorfer Strafraum, Niklas Hauptmann zog ab. Nach wenigen Sekunden stand es 0:1. Und die schlafmützigen Hausherren fragten sich perplex, was da eigentlich gerade passiert war.

Das frühe Tor wirft alles über den Haufen

"Schlechter kann man nun wirklich nicht in ein Spiel kommen, das frühe Tor hat alles über den Haufen geworfen", sagte Angreifer Rouwen Hennings. Zu allem Überfluss erwischte auch noch Akaki Gogia einen Sahnetag und versenkte das Spielgerät nach 26 Minuten aus der Distanz zum 2:0 für den Aufsteiger. Gäste-Trainer Uwe Neuhaus bezeichnete den Spielverlauf – oh Wunder – als "perfekt".

"Es startet so, wie es nicht starten sollte. Von dem frühen Doppelschlag hat sich unsere junge Mannschaft nicht mehr erholt", erklärte F95-Boss Robert Schäfer. Die Betonung lag auf der "jungen Mannschaft". Der Altersschnitt der Fortuna-Elf auf dem Feld betrug aber immerhin 25,18 Jahre. Zum Vergleich: Die Dresdner waren mit durchschnittlich 25,0 Jahren noch etwas jünger.

"Wir hatten mal wieder einen Scheißstart, so ähnlich wie in Hannover"

Friedhelm Funkel drückte es anders aus: "Wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft verdient verloren. Möglich, dass uns ein paar erfahrene Spieler mehr geholfen hätten, aber das ist hypothetisch", sagte der Cheftrainer: "Nach dem frühen 0:1 fehlte uns die Sicherheit. Das muss man der Mannschaft aber auch mal zugestehen."

Während sich Adam Bodzek zurückhaltend ausdrückte ("Ich will mal sagen, dass wir unglücklich ins Spiel gekommen sind"), wurde Innenverteidiger Kevin Akpoguma deutlich: "Wir hatten mal wieder einen Scheißstart, so ähnlich wie in Hannover." Nebenmann Bormuth konnte die Schnarchnasigkeit nicht erklären: "Es fällt mir so unmittelbar nach dem Spiel schwer, das alles einzuordnen. Da finde ich im Moment noch nicht die richtigen Worte, da bin ich noch zu jung."

Fortuna startete schon mit einer kalten Dusche in die Saison

Auch ein paar Fans zogen bei Twitter Parallelen zum peinlichen Pokal-Debakel in Hannover: nach sieben Minuten stand es in Niedersachsen 0:2, nach 16 Minuten 0:4, am Ende 1:6. "Das war ein Hallo-Wach-Erlebnis", sagte Alexander Madlung Ende Oktober zu den Blitztoren. In der Liga waren die Fortunen ein paar Tage später tatsächlich wieder auf der Höhe des Geschehens, erkämpften ein 1:0 bei Union Berlin. Nun fielen sie in alte Verhaltensmuster zurück.

Dabei sollte man meinen, die Rot-Weißen, die eigentlich eine mehr als ordentliche Saison spielen, hätten langsam aus ihren Fehlern gelernt. Sie waren schon mit einer kalten Dusche in die Spielzeit gestartet: Am 1. Spieltag musste Rensing nach fünf Minuten das erste Mal hinter sich greifen. Korbinian Vollmann traf für den SV Sandhausen, Markus Karl legte kurz darauf nach. Das Spiel ging 2:2 aus, weil sich die Düsseldorfer im zweiten Durchgang dazu entschieden, dann doch ein bisschen mitzuspielen.

Funkel wurde anschließend deutlich: "Wir werden uns zusammensetzen, denn ich möchte von meinen Spielern eine Erklärung, warum uns dieser Beginn passieren konnte", sagte der Trainer. In Hannover passierte es dann erneut. Gegen Dresden auch. Nun erklärte Funkel: "Das Spiel ist für mich jetzt schon abgehakt." Und Julian Schauerte ergänzte das Erwartbare: "Wir müssen daraus lernen."

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