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Fortuna Düsseldorf
Viele personelle Wechsel verhindern Erfolg

Bilder: Mit Chefscout Klein soll bei Fortuna Ruhe einkehren
Bilder: Mit Chefscout Klein soll bei Fortuna Ruhe einkehren FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Für Fortunas Chefscout Uwe Klein können viele personelle Wechsel innerhalb eines Teams den sportlichen Erfolg verhinden. Was Klein, der bis Dezember in Rostock Sportdirektor war, bei Hansa Rostock anprangert, war bei der Fortuna nicht anders. Am Samstag tritt Düsseldorf im Pokal an der Ostsee an.   Von Thomas Schulze

Als Uwe Klein den Finger in die Wunde legt, drängt sich die Frage auf: Spricht er über Hansa Rostock oder die Fortuna? "In den letzten drei Jahren gab es drei verschiedene Aufsichtsräte und sechs Trainer. So kann ein Verein keinen Erfolg haben", sagt Klein. Er spricht über den Drittligisten von der Ostsee, für den er ein Jahr lang als Sportdirektor tätig war. Im Dezember wurde er gefeuert, seit Juni ist er wieder für die Fortuna tätig – als Chefscout. Von 2002 bis 2014 war er Co-Trainer in Düsseldorf.

Was Klein bei Hansa Rostock anprangert, war bei der Fortuna nicht anders. Drei Aufsichtsratsvorsitzende (Dirk Kall, Marcel Kronenberg, Reinhold Ernst) haben die Düsseldorfer auch vorzuweisen, doch in Sachen Trainerwechsel hat die Fortuna die Nase deutlich vorn. Friedhelm Funkel ist der achte Trainer seit der Beurlaubung von Norbert Meier im Mai 2013. Hinzu kommen die Wechsel in Management und Vorstand. Dass es zudem sportlich und wirtschaftlich stetig bergab ging, untermauert Kleins These, dass ein Verein so keinen Erfolg haben kann. Doch Klein lässt das, was er bei Hansa moniert, bei Fortuna nicht gelten. "Den Vergleich sehe ich nicht so", sagt er. "Ich sehe bei Fortuna die gesamte Zeit der vergangenen zehn, zwölf Jahre – und die Gesamtentwicklung ist positiv. Dass es zuletzt eine Phase gab, die schwierig war, ist richtig. Aber wir sind jetzt dafür verantwortlich, dass das nicht mehr passiert."

Bei Fortuna soll wieder Ruhe einkehren

Klein stellt sich der Herausforderung, übernimmt Verantwortung, will dazu beitragen, dass bei Fortuna wieder Ruhe einkehrt, der Verein stabilisiert wird. Aber er glaubt nicht nur, dass die Rot-Weißen den richtigen Weg eingeschlagen haben, sondern auch der FC Hansa. Der Kader des Drittligisten sei nur wenig, aber gezielt verstärkt worden – mit vier Spielern. "Die Mannschaft kann jetzt zusammenwachsen", sagt Klein. Die Ergebnisse scheinen das zu bestätigen, denn nach der 0:2-Niederlage zum Meisterschaftsauftakt in Regensburg kassierte das Team kein Gegentor mehr (1:0 gegen Münster, jeweils 0:0 gegen Sonnenhof-Großaspach und in Halle). "Hansa ist hinten relativ stabil, hat schnelle Außen und in Marcel Ziemer einen echten Stürmer", warnt Klein.

Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen an der Ostsee erinnern sich Klein und Fortunas Sportvorstand Erich Rutemöller, der 1992 ein knappes Jahr bei Hansa tätig war, gerne an die Zeit. "Rostock ist in meinem Herzen", sagt der ehemalige Dozent der Sporthochschule und DFB-Ausbildungsleiter. "Ich habe in der kurzen Zeit dort so viel erlebt. Aber da leben tolle Menschen und es ist ein wunderschöner Landstrich."

Doch bei aller Gefühlsduselei verliert Rutemöller die Zielsetzung nicht aus den Augen: "Vier Punkte aus den ersten beiden Meisterschaftsspielen waren mein Wunsch. Der Pokal ist zwar ein anderer Wettbewerb, aber ich glaube, dass wir so gefestigt sind, dass die Mannschaft gewinnen will." Klein stimmt zu: "Es zählt nur, dass wir erfolgreich sind. Ich glaube, dass die Mannschaft einen guten Charakter hat und das Pokalspiel annimmt." Und gewinnt – damit noch mehr Ruhe einkehrt.

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