| 17.52 Uhr

Fortuna Düsseldorf
"Vielleicht waren wir uns nach den letzten Spielen zu sicher"

Einzelkritik: Nur wenige Fortunen enttäuschen nicht
Einzelkritik: Nur wenige Fortunen enttäuschen nicht FOTO: dpa, mum htf
Düsseldorf. Bei Fortuna Düsseldorf war man nach der 2:3-Niederlage gegen Kellerkind 1860 München auf der Suche nach Antworten. Trainer Marco Kurz resümierte passend: "Über 90 Minuten war es zu wenig, das müssen wir uns eingestehen." Von Christoffer Kleindienst

Was für eine Enttäuschung für alle Fortunen: Die Düsseldorfer hatten sich aufgrund starker Leistungen in den Spielen gegen die Aufstiegsaspiranten 1. FC Nürnberg und SC Freiburg eine exzellente Ausgangsposition im Abstiegskampf der 2. Bundesliga verschafft. Gegen München sollte der krönende Abschluss dieser erfolgreichen Phase folgen, mit einem Sieg in Bayern hätten sie zwölf Punkte Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz gehabt. Erleichterung sucht man nach der Partie allerdings vergebens, die Pleite hat den Abstiegskampf nicht beendet, sondern neu belebt. 

 

"Es war auch heute wieder zu sehen, dass wir kein stabiles Gebilde sind. Wir haben uns davon beeindrucken lassen, dass die "Löwen" uns gezeigt haben, wie man ein solches Spiel angeht", sagte Kurz nach der Partie und spielte dabei auf die Anfangsphase an, in der die Fortuna vom Gegner überrannt wurde: "Es war keinerlei Kompaktheit da, so hat es bei uns vor dem Tor mehrfach lichterloh gebrannt."

"Gar nicht richtig ins Spiel gekommen"

Dass die Fortuna in der ersten Halbzeit nur einen Gegentreffer kassierte, war eine von wenigen Überraschungen im Düsseldorfer Spiel. "Wir waren im ersten Durchgang viel zu weit weg von den Leuten, haben den Münchnern zu viel Platz gelassen", analysierte Fortunas Sportdirektor Rachid Azzouzi: "Es hatte uns eigentlich in den letzten Spielen ausgezeichnet, dass wir aggressiv gegen Ball und Gegner gearbeitet haben – das war heute nicht der Fall. So kamen die "Löwen" einfach zu Chancen. Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen."

In der ersten Halbzeit agierte das Team durchweg schwach, die zweite Hälfte fing allerdings noch schlechter an. Erklärungen fanden die Fortunen dafür nicht. "Es ist natürlich sehr fahrlässig, dass wir in beiden Halbzeiten die Anfangsphase verschlafen. Wir waren nicht richtig wach, das darf nicht sein. Wenn es dafür jedoch eine Erklärung gäbe, würden wir das direkt abstellen. So etwas darf uns auf gar keinen Fall noch einmal passieren", sagte Lukas Schmitz. Ähnlich fomulierte es Julian Schauerte: "Wir sind ganz schlecht in die Partie gekommen. Im Abstiegskampf musst du von der ersten Sekunde an da sein und das waren wir heute nicht. Wir haben den "Löwen" zu einfach Chancen ermöglicht. Vielleicht waren wir uns nach den letzten beiden Spielen zu sicher. Für den zweiten Durchgang hatten wir uns sehr viel vorgenommen und dann bekommen wir direkt einen Gegentreffer."

Positive Aspekte gab es nur wenige. Wenn, dann sammelten die Düsseldorfer sie ausschließlich zwischen der 60. und 80. Minute. Die immer passiver werdenden Gastgeber überließen ihrem Gegner den Ball, die Fortuna nutzte das mit zwei Treffern folgerichtig aus. Ein weiterer individueller Fehler entschied aber das Duell. "Wir sind zurückgekommen und haben den Ausgleich erzielt. Umso bitterer ist es, dass wir dann direkt einen Elfmeter gegen uns bekommen", fasste es Schauerte zusammen. Joel Pohjanpalo war es, der im eigenen Strafraum ungeschickt reingrätschte und damit das Elfertor durch Michael Liendl verursachte.

"Vielleicht waren wir uns nach den letzten beiden Spielen zu sicher", versuchte sich Schauerte letztlich an einer Erklärung für den schwachen Auftritt. Für die Zukunft ist die Aufarbeitung immens wichtig, die Gegenwart ist hingegen in Stein gemeißelt. Wä0hrend 1860-Coach Benno Möhlmann nach der Partie davon sprach, dass sein Team "Zuversicht und Selbstvertrauen" getankt habe und dass es ihnen in den nächsten Wochen helfen werde, traten die Fortunen wenig später frustriert die Heimreise an. 

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