| 09.22 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Volle Kraft voraus

Ya Konan trifft spät für die Fortuna gegen Union
Ya Konan trifft spät für die Fortuna gegen Union FOTO: dpa, lus jai
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Trainer Frank Kramer hat eine offensive Startelf für das Spiel gegen Union Berlin, sein Plan ging spielerisch nicht ganz auf. Sein Team kreierte zwar viele Chancen, ließ aber ebenso viele zu. Bei den Fans kam Kramers Mut zum Risiko allerdings sehr gut an. Von Christoffer Kleindienst

Vor ein paar Monaten, die Rückrunde der Saison 14/15 war noch gar nicht so alt, lechzten die Anhänger der Düsseldorfer nach attraktivem Fußball. Die Fortuna war zwar aufgrund einer effizienten Spielweise auf Schlagdistanz zu den Aufstiegskonkurrenten, allerdings konnte die Mannschaft nicht begeistern. Sie nutzten ihre Chancen, der Spielaufbau wirkte aber häufig behäbig und ideenlos. Der Trainer wechselte, Interimscoach Taskin Aksoy setzte auf schnelle Gegenstöße. Der Plan ging nur zum Teil auf: Die Resultate stimmten allzu häufig nicht, am Ende der Saison war die Luft raus, Aksoy trainiert jetzt wieder die Reserve.

Ein paar Monate später hat es das neue Trainerteam geschafft, einen Umbruch zu initiieren. Es liegt Euphorie in der Luft. Kramer hatte seinem Team eine ebenso einfache wie klare Leitlinie für das erste Spiel gegen Union Berlin verordnet: Kampfgeist und Leidenschaft sollten im Fokus stehen. Diese Attribute kombinierte er in der Hauptstadt mit einer offensiven Marschroute, die zwar gefährlich sein kann – aber vor allem sehr spektakulär ist.

Fünf offensive Spieler (rot) waren in der Startelf der Fortuna gegen Union zu finden. FOTO: LineUp 11

Die Fans dankten Kramer nach den 90 Minuten, die fast keine Pause zum Luftholen boten. Der Ball war nur selten horizontal unterwegs, das Spielgerät wurde immer wieder in die Schnittstellen gespielt. Risiko war gewünscht, Fehler geduldet. "Hat seit langem mal wieder Spaß gemacht Fortuna beim Kicken zuzusehen", schrieb einer von vielen begeisterten Fans in den sozialen Netzwerken. "Jawoll, Fortuna macht wieder Spaß!", schrieb ein anderer User. 

Spielerisch überzeugte Fortuna beim Saisonauftakt, taktisch gab es aber noch ein paar Probleme. "Ich habe schon viele Dinge gesehen, die wir verbessern müssen", sagte Kramer. "An der Torausbeute müssen wir arbeiten. Wir müssen den Sack nach dem 1:0 zumachen", analysierte hingegen Unions Trainer Norbert Düwel die Partie passend. Die Düsseldorfer hatten immer wieder mit schnellen Gegenstößen Probleme, Torhüter Michael Rensing musste das ein oder andere Mal als letzter Mann retten.

Symptomatisch war dafür die Szene in der 82. Minute: Die "Eisernen" eroberten den Ball im Mittelfeld und hatten auf einmal leichtes Spiel. Nur noch Karim Haggui und Christian Strohdiek sicherten ab, der Steilpass auf Colin Quaner kam an, der Stürmer scheiterte aber am Fortuna-Keeper. Dass die Gäste zum Ende hin noch intensiver auf den Ausgleich drückten, ist keine Entschuldigung – so offensiv stand Kramers Team eigentlich das ganze Spiel über. 

Die Außenverteidiger standen bei Ballbesitz weit aufgerückt und agierten im Grunde genommen als Mittelfeldspieler, einzig die Innenverteidiger und ein Sechser direkt vor ihnen sicherten nach hinten ab. Überraschend war dabei, dass ausgerechnet der eigentliche Regisseur Michael Liendl diese Position im defensiven Mittelfeld häufig übernahm. Der deutlich zweikampfstärkere Julian Koch fand man immer wieder vor der Nummer zehn wieder.

Bei eigenem Ballbesitz sicherte häufiger Michael Liendl als echter Sechser ab. Julian Koch spielte vor ihm. FOTO: LineUp 11

Auch ohne den erhofften "Dreier" eingefahren zu haben: Kramer hat vieles richtig gemacht. Die Euphorie ist aufgrund des späten Tores Didier Ya Konans und des attraktiven Spiels nicht gewichen. Es wirkt fast so, als ob sie nun erstmals spielerisch bestätigt wurde. Ob Kramer weiterhin auf das Offensivspektakel setzt, wird sich derweil in den kommenden Wochen zeigen. "In der Abstimmung passt zwar noch nicht alles, aber das ist zum Saisonstart normal", sagt Rensing und macht berechtigte Hoffnung für die Zukunft. 

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