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Fortuna Düsseldorf
Fortuna wäre gerne mal wieder der Rausschmeißer

Fortuna-Fans wollen nach Pokal-Aus Platz stürmen
Fortuna-Fans wollen nach Pokal-Aus Platz stürmen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. In der jüngsten Vergangenheit hatte Fortuna Düsseldorf eine schwierige Beziehung zum DFB-Pokal. In dem Wettbewerb war für die Rheinländer regelmäßig früh Schluss. Und das auch gegen Außenseiter. Am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) heißt der Underdog Hansa Rostock. Von Jan Dobrick

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, heißt es immer, wenn ein krasser Außenseiter den deutlich stärker eingeschätzten Kontrahenten in die Knie zwingt. Man ist gar nicht sonderlich überrascht, wenn das passiert. Spektakuläre Favoritenstürze gehören eben zu jeder Pokalrunde dazu.

Dass es die Fortuna aber in schöner Regelmäßigkeit früh erwischt, ist dann doch ein wenig sonderbar. Seit der Saison 2009/10, als die Rheinländer ihr Comeback im DFB-Pokal feierten, sind sie viermal in der ersten Runde gescheitert. Unter anderem gegen die TuS Koblenz oder den SC Wiedenbrück. Es gab allerdings auch spannende Duelle mit Bundesligisten, in denen die Fortuna nur knapp das Nachsehen hatte. Eine Übersicht über die Niederlagen seit 2009.

3. August 2009, 1. Runde: Fortuna Düsseldorf – Hamburger SV 4:7 n.E.

Nach 120 Minuten steht es 3:3. Andreas "Lumpi" Lambertz rettet die Düsseldorfer mit seinem abgefälschten Treffer kurz vor Schluss noch ins Elfmeterschießen. Für die Fortuna sind auch Oliver Fink und Jerome Boateng erfolgreich. Richtig gelesen, Boateng, der Weltmeister, Deutschlands "Fußballer des Jahres" 2016. Dem Innenverteidiger, damals noch bei Hamburg, unterläuft ein Eigentor. In der Lotterie scheitern Olivier Caillas und Sebastian Heidinger an HSV-Keeper Frank Rost. Gut gespielt, dumm gelaufen. 2009 ist der Bundesliga-Dino der Rausschmeißer. Ärgerlich? Definitiv!

15. August 2010, 1. Runde: TuS Koblenz – Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)

Aus dem Hintergrund köpft Rahn, Johannes Rahn, nach 83 Minuten das Tor des Tages. Und die Fortuna geht wegen einer verpatzten Standard-Situation als Verlierer vom Platz. Wenn man nach einem mehr als unnötigen Pokal-Aus noch etwas Positives sagen möchte, dann meistens das: "Jetzt kann sich der Verein wieder ganz auf den Liga-Alltag konzentrieren." Allerdings ist es doch so schön, auch mal aus dem Alltag auszubrechen – und das für mehr als eine Runde. Vielleicht wäre die Partie anders ausgegangen, hätte Ranisav Jovanovic den Ball nach neun Minuten nicht an die Oberkante der Latte gezimmert, sondern etwas tiefer gezielt. Die Niederlage sei für einige Spieler "ein Schuss vor den Bug", meinte damals Trainer Norbert Meier. Ein Schuss vor den Bug war es auch für die Fans.

20. Dezember 2011, Achtelfinale: Fortuna Düsseldorf – Borussia Dortmund 4:5 n.E.

In den ersten beiden Runden schaltete die Fortuna Hessen Kassel und 1860 München jeweils mit 3:0 aus. Jetzt hat sie einen Großen vor der Brust, der in der ausverkauften Esprit-Arena fast stolpert. Aber eben nur fast. Ausverkauftes Haus, viel Selbstvertrauen: Die Rheinländer wehren sich tapfer gegen das Top-Team, lauern auf Konter und nähern sich dem Tor der Gäste an. Nach 34 Minuten sieht der Dortmunder Patrick Owomoyela Gelb-Rot. Für die Düsseldorfer läuft alles nach Plan, allerdings spielen die Hausherren ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende. Es geht mit 0:0 in die Verlängerung, schließlich muss die Partie vom Punkt entschieden werden. Thomas Bröker scheitert an Roman Weidenfeller. Das war's.

18. Dezember 2012, Achtelfinale: Kickers Offenbach – Fortuna Düsseldorf 2:0 (0:0)

Die Fortuna schaffte durch ein 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach den Sprung ins Achtelfinale. Wacker Burghausen hatte beim 1:0 in der Runde zuvor das Nachsehen gehabt. Beim Drittligisten aus Offenbach, der von Arie van Lent trainiert wird, gibt es für die Flingerner allerdings nichts zu holen. "Der OFC ist wieder da" schallt es von den Rängen. Unter anderem wirbelt bei den Offenbachern André Hahn. Ein Tor gelingt dem Offensivmann, der mittlerweile in Gladbach Bundesliga spielt, aber nicht. Für das 2:0 sorgen Mathias Fetsch und Stefan Vogler.

4. August 2013, 1. Runde: SC Wiedenbrück – Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)

Im Heidewaldstadion läuft die Nachspielzeit. Es steht 0:0 gegen den Regionalligisten, als sich Tobias Levels an einer Kopfball-Rückgabe versucht und kläglich scheitert. Der Wiedenbrücker Marwin Studtrucker läuft auf Fortuna-Schlussmann Fabian Giefer zu. Notbremse von Levels. Platzverweis. Foulelfmeter. Der Gefoulte schießt selbst und schickt Giefer in die falsche Ecke. Pokal-Aus.

17. August 2014, 1. Runde: Würzburger Kickers – Fortuna Düsseldorf 3:2 n.V.

Gegen den Tabellenführer der Regionalliga Bayern scheidet die Fortuna aus dem Pokal aus. Die Nerven der Fans liegen blank. Sie versuchen, den Platz zu stürmen. Es braucht schon eine Menge Polizisten, um das zu verhindern. "Ich freue mich für die ganze Region", sagt Würzburg-Trainer Bernd Hollerbach nach dem Schlusspfiff. Mittlerweile, zwei Jahre später, spielen die Kickers in der 2. Bundesliga. Die Fortuna als Aufbaugegner? Steven Lewerenz sorgt in der 114. Minute mit einem abgefälschten Freistoß für die Entscheidung. Bei den Gästen spielen sich Heinrich Schmidgal, Sergio da Silva Pinto, Charlison Benschop und Adam Bodzek in den Vordergrund. Schmidgal und Pinto, weil sie die Düsseldorfer Tore erzielen. Benschop und Bodzek, weil sie vom Platz fliegen.

27. Oktober 2015, 2. Runde: 1. FC Nürnberg – Fortuna Düsseldorf 5:1 (4:0)

Die Fortuna geht bei Ligakonkurrent Nürnberg unter, nachdem sie in Runde eins Rot-Weiß Essen bezwungen hatte (3:1 n.E.). Die 700 mitgereisten Anhänger sind bedient. Bereits nach 45 Minuten ist das Spiel entschieden, Düsseldorf liegt mit 0:4 hinten. Fast jeder Angriff der Gastgeber ist gefährlich, der Mannschaft von Trainer Frank Kramer fehlt die Ordnung. In der zweiten Halbzeit lässt es der Club etwas gemächlicher angehen. Auch die Fortuna darf mal den Ball haben, kann aber nur wenig damit anfangen. Kerem Demirbay gelingt noch der Ehrentreffer.

Jetzt geht als also gegen Drittligist Hansa Rostock. Und für die Fortuna heißt es, die fünfte Erstrunden-Pleite in acht Versuchen zu verhindern.

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