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Fortuna Düsseldorf
Wer knackt St. Paulis Abwehr-Bollwerk?

Fortuna Düsseldorf: Wer knackt St. Paulis Abwehr-Bollwerk?
Wird Fortuna-Stürmer Rouwen Hennings rechtzeitig fit? FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna hat in der Rückrunde erst elf Tore geschossen, der FC St. Pauli nur sieben kassiert. Jetzt droht auch noch Düsseldorfs Stürmer Rouwen Hennings gegen seinen Ex-Klub auszufallen. Was macht Trainer Friedhelm Funkel? Von Jan Dobrick

Wie schwer sich Fortuna derzeit damit tut, Tore zu erzielen, hat sie in Dresden eindrucksvoll bewiesen. Die Düsseldorfer feuerten aus allen Rohren, brachten 15 Schüssen auf den Kasten von Dynamo-Schlussmann Marvin Schwäbe. In den Maschen landete nur ein abgefälschter Versuch von Christian Gartner, der nach 17 Minuten über den linken Innenpfosten im Tor einschlug.

"Wenn wir eine oder zwei der vielen dicken Chancen genutzt hätten, dann wäre Schicht im Schacht gewesen", beklagte sich Mittelfeldmann Marcel Sobottka. Nahezu jeder Spieler benutzte die Floskel der "zwei verlorenen Punkte", um das 1:1 im DDV-Stadion zu beschreiben.

 "Hennings ist ganz ekelig zu bespielen"

Dresden verteidigte vogelwild. Fortuna bekam Platz in gefährlichen Zonen, genügend Zeit und den Ball. Der FC St. Pauli wird das nicht zulassen. Innenverteidiger Lasse Sobiech, der gemeinsam mit Kapitän Sören Gonther die Abwehrzentrale bildet, kann trotz lädierter rechter Schulter spielen. Die Hamburger stellen die beste Verteidigung der Rückrunde (sieben Gegentore in zwölf Partien).

"Wir müssen defensiv stabil sein. Es gilt, dass wir den Ball vom eigenen Tor weghalten", betonte St. Pauli-Trainer Ewald Lienen auf der Pressekonferenz am Mittwoch: "Die defensive Stabilität ist das Geheimnis für den Erfolg."

In der "Bild" warnte Sobiech vor Fortuna-Angreifer Hennings: "Er ist ein Power-Typ mit tiefem Schwerpunkt, der sich sehr schnell drehen kann. Er ist ganz ekelig zu bespielen", befand der 1,96 Meter große Abwehrschlacks. Dass er es aber überhaupt mit dem 29 Jahre alten Sturmtank zu tun bekommt, der in den vergangenen vier Begegnungen mit den Hanseaten drei Treffer erzielte, ist eher unwahrscheinlich.

Schon in Dresden war Hennings grippegeschwächt, vergab Chance um Chance und machte nach 64 Minuten Platz für Sobottka. In unserer Einzelkritik bekam er für den mangelhaften Auftritt eine glatte 5. In der Trainingswoche vor dem St. Pauli-Spiel am Freitag (18.30 Uhr/Live-Ticker) fehlt Hennings nun mit Magen-Darm-Problemen. Muss Trainer Funkel, der so gerne bei seiner Stammelf bleibt, also notgedrungen rotieren? Gut möglich!

Fink in der Spitze?

Emmanuel Iyoha, der zuletzt mit einer Oberschenkelzerrung ausgefallen war, ist wieder an Bord und könnte die Rolle im Sturmzentrum übernehmen. Nachteil: Iyoha muss Funkel zufolge noch robuster werden, um im Männerfußball anzukommen. Der 19-Jährige kann sich gegen kantige Abwehrhünen noch nicht wirklich durchsetzen. Seine Zweikampfquote liegt bei ausbaufähigen 33 Prozent gewonnener Duelle.

Funkel könnte auch Ihlas Bebou oder Marlon Ritter vorne reinstellen. Doch auch Ritter, der kaum Einsatzminuten bekommt, dürfte gegen Sobiech und Gonther auf verlorenem Posten stehen. Funkels Allzweckwaffe ist Oliver Fink, der auf dem Feld ohnehin überall zu finden ist. Doch durch Toreschießen ist der Kapitän in dieser Saison noch nicht aufgefallen. Bislang gelang ihm erst ein einziges: am 11. September 2016 im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Fortuna braucht Hennings. Auch wenn es zuletzt am Abschluss haperte. Ein Ausfall wäre fatal.

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