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Fortuna Düsseldorf
Wie kommt die Fortuna nun aus dem Keller?

Fortuna Düsseldorf: Wie kommt die Fortuna nun aus dem Keller?
Keine einfachen Zeiten für die Fortuna. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf gibt Rätsel auf: Spielerisch zeigte das Team von Trainer Frank Kramer immer wieder ordentliche Ansätze, mittlerweile wirkt es vollkommen verkrampft. Wie kann die Mannschaft nun aus dem Keller kommen? Mit unattraktivem, schmutzigem Defensivfußball. Von Christoffer Kleindienst

Glaubt man dem Sportdirektor, gibt es noch Hoffnung. "Von den letzten vier Ligaspielen haben wir zwei gewonnen", sagte Rachid Azzouzi nach der 0:4-Pleite der Fortuna gegen den FC St. Pauli bei "Sky" in einem Nebensatz. Diese beschwichtigende Aussage machte zahlreiche Fans des Vereins fassungslos, hat aber durchaus einen wahren Kern. Die zwei Siege in den vergangenen Wochen verblassen zwar in Anbetracht der deftigen Klatschen in Nürnberg und Hamburg, aber sie zeigten auch, was die Fortuna derzeit liefern kann – und was nicht. 

Der Saisonauftakt ließ erahnen, dass Kramer attraktiven Offensivfußball spielen lassen wollte. Mit einer offensiven Doppel-Sechs, den Flügelstürmern Mathis Bolly und Sercan Sararer und einer Doppel-Spitze im Angriff ließ der Trainer ein prominentes Offensivpaket auflaufen. Das Problem war aber schon nach wenigen Wochen erkennbar: Die Balance stimmte nicht, die Defensive war viel zu anfällig. 

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh

Mittlerweile hat sich die potentielle Luxusachse zu einem einzigen Problemfeld entwickelt. Die Fortunen schießen viel zu wenig Tore, der Spielfluss stockt regelmäßig. Aus den Kreisen des Klubs ist zu hören, dass sich der Trainer über das Personal beklagt. Die Mannschaft sei nicht sein Team. Die Spieler haben nicht die nötigen Fähigkeiten für sein System. Wenn man Didier Ya Konan als einzige Spitze auf dem Spielfeld beobachtet, der im Stile eines Robert Lewandowskis hohe Befreiungsschläge verarbeiten soll, neigt man dazu, Kramer zuzustimmen.

Wie dem auch sei, das Resultat ist derzeit, dass die Fortunen im Spiel nach vorne geradezu gegen zwei Widerstände anspielen: Fehlende Balance und mangelnde spielerische Qualität im Offensivspiel. Somit agierten sie gegen St. Pauli zugleich harmlos im Angriff als auch unorganisiert in der Defensive. Das 0:4 beschönigte die 90 Spielminuten noch. 

Kramer trainiert auch am Donnerstagvormittag mit dem Team FOTO: Falk Janning

Womit man wieder bei Azzouzis Aussage wäre, denn: Dieses Team hat es ja dennoch geschafft, zwei Siege in der jüngeren Vergangenheit zu feiern. Kramer sprach in den vergangenen Wochen immer wieder von "Grundtugenden", die die Mannschaft an den Tag legen müsse. Greuther Fürth und Arminia Bielefeld, die zugegebenermaßen ihrerseits in der Offensive nicht überzeugten, wurden dank einer kompakten Defensive das Leben schwer gemacht. Zwei Mal sprang dabei ein umkämpfter 1:0-Erfolg heraus.

Eben das muss die Maxime für die kommenden Wochen sein. Selbst gegen den Abstiegsfavoriten Nummer eins, MSV Duisburg, darf sich die Mannschaft am kommenden Spieltag vor heimischer Kulisse nicht auf eine offensive Ausrichtung einlassen. Das höchste Ziel der Mannschaft wird es sein, kein Gegentor zu bekommen – auch auf Kosten der Attraktivität. Es ist eine einfache Rechnung: Fortuna kann sich nicht darauf verlassen, selbst Tore zu erzielen. Die einzige erkennbare Stärke des Teams in den Heimspielen war zuletzt eine kompakte Abwehrreihe, die vereinzelt Mut und Selbstvertrauen für offensive Vorstöße gibt. Sofern dieses Konstrukt kurzfristigen Erfolg bringt, können Kramers Schützlinge mit ein wenig mehr Ruhe auch wieder den Fokus vermehrt auf die Offensive legen. Die Fans würden über ein Erfolgserlebnis jeglicher Art dankbar sein.

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