| 12.25 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Wie konnte die Fortuna gegen Freiburg gewinnen?

Djurdjic trifft zum 1:0 gegen den SC Freiburg
Djurdjic trifft zum 1:0 gegen den SC Freiburg FOTO: dpa, pse jai
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Sieg gegen den SC Freiburg war eine echte Überraschung. Die Fortuna hat aber verdient gewonnen – warum? Weil sie die richtigen Antworten auf das schwache Auftaktspiel gegen den 1. FC Heidenheim fand. Von Christoffer Kleindienst

  • Immense Laufbereitschaft

Aggressives Pressing war einer der Schlüssel zum Erfolg: Nikola Djurdjic, Sercan Sararer, Charis Mavrias und Kerem Demirbay setzten die Defensivreihen der Freiburger konsequent unter Druck. Dadurch wurde der geordnete Spielaufbau der Gastgeber über das Mittelfeld fast vollständig unterbunden, das gefährliche Kurzpassspiel im Keim erstickt. 

Die Laufwege für die Fortunen waren entsprechend üppig. Falls die Freiburger den Ball in die gegnerische Hälfte bekamen, mussten Demirbay und Co. schnellstmöglich in die Rückwärtsbewegung. Dieser Kraftakt schlägt sich auch in den nackten Zahlen nieder: Die Laufdistanz von 118,07 Kilometern ist ein Topwert, auch wenn die Gastgeber ihn mit 119,32 Kilometer noch überbieten konnten. Das aggressive Pressing bestätigen aber auch die 230 Sprints der Fortunen – das sind 45 mehr als die Kontrahenten.

  • Ein Torwart in Bestform

"Die Jungs haben alles reingehauen und ein tolles Auswärtsspiel gezeigt. Natürlich ist es auch so, dass man in Freiburg gewisse Momente überstehen muss", sagte Trainer Marco Kurz nach der Partie. Das war tatsächlich so, aber die Düsseldorfer haben ja noch Michael Rensing im Tor. Der Keeper, der in dieser Saison fast durchgehend in bestechender Form ist, zeigte auch in Freiburg eine tadellose Leistung. Seine beste Szene hatte er sicherlich in der 28. Minute: Havard Nielsen stand frei vor ihm, dessen Schuss in die lange obere Ecke lenkte der Keeper mit einem Blitzreflex um den Pfosten.  

  • Dem Gegner das Spiel überlassen

Beim Schlusspfiff hatten die Fortunen zwar nur 40 Prozent Ballbesitz gesammelt, das eine Tor mehr auf dem Konto war ihnen aber weitaus wichtiger. Sie konnten dem Favoriten das Spiel überlassen – ein Umstand, der nur allzu selten in dieser Saison vorkommt. Dabei liegt diesem Team das schnelle Umschaltspiel aus einer kompakten Defensive heraus: Mit den beiden schnellen Flügelspielern Sararer und Mavrias haben die Konter das nötige Tempo, von Ballverteiler Demirbay werden sie in Szene gesetzt. Bei einem recht statischen Spiel wie gegen den 1. FC Heidenheim vor rund einer Woche beraubt man sie wichtiger Qualitäten. 

  • Mut zur Offensive

Allerdings war die Einstellung der Fortunen auch eine andere. "Mut" müsse man haben, um erfolgreich zu sein, hatte Kurz vor der Freiburg-Partie gesagt. Tatsächlich ging seine Mannschaft das Risiko ein, auch mal einen schnellen Gegenstoß verkraften zu müssen – der Wille, mit aller Macht Tore zu erzielen, war deutlich zu erkennen. In diesem Zusammenhang muss man der Doppelsechs Christopher Avevor und Lukas Schmitz großen Respekt zollen: Sie waren es, die zahlreichen Gegenstößen der Freiburger mit viel Leidenschaft und Einsatz das Tempo nahmen.  

  • Das nötige Glück

Das Spiel hätte dennoch in die Kategorie "gut gespielt, dumm gelaufen" fallen können. Bereits im Hinspiel hatten sich die Fortunen zahlreiche Möglichkeiten herausgespielt, trotzdem verloren sie 1:2. Am Sonntag waren die Tore der Gäste keine feinen Kombinationen, trotzdem landete der Ball im Tor – das Team hatte das nötige Quäntchen Glück. Der abgefälschte Schuss von Sararer, der ins Tor trudelte, zeigte das exemplarisch auf. "Endlich ist es uns gelungen, so ein Spiel, so ein Drecksding, auch einmal zu gewinnen. Es war ganz wichtig, dass wir uns endlich auch einmal belohnt haben", waren Axel Bellinghausens klare Worte.

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