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Fortuna Düsseldorf
Wie schlagen sich die Abgänge?

Fortuna Düsseldorf: Wie schlagen sich die Abgänge?
Joel Pohjanpalo hat in Leverkusen anscheinend einen großen Schluck Zielwasser getrunken. FOTO: afp, PST
Düsseldorf. 13 Spieler haben Fortuna Düsseldorf im Sommer verlassen. Einer sorgt gerade in der Bundesliga für Furore. Aber was machen die anderen? Wir haben nachgeschaut. Von Jan Dobrick
  • Joel Pohjanpalo

In der vergangenen Saison quälte er sich noch zu einem müden Lächeln, mittlerweile ist er zu Scherzen aufgelegt. Warum? Weil es für den Finnen bei Bayer Leverkusen gut läuft, was dann doch ein wenig überrascht. "I had a good finish", witzelte Joel Pohjanpalo in den Katakomben der BayArena, nachdem er mit drei Schüssen dreimal gegen den Hamburger SV getroffen hatte. Schon gegen Borussia Mönchengladbach war dem Mittelstürmer zum Saison-Auftakt ein Tor gelungen. In der Bundesliga brauchte der 22-Jährige, der seit dem Trainingslager in Zell am See den Spitznamen "Danger" trägt, für vier Treffer etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit. Der Lohn: Pohjanpalo durfte am Mittwoch in der Champions League eine Halbzeit gegen ZSKA Moskau ran, er kam nach der Pause für Chicharito. Das Tor traf er nicht.

  • Kerem Demirbay

Der Wirbelwind möchte endlich den Sprung in die Bundesliga schafften. Immerhin nimmt er schon zum dritten Mal Anlauf. An seinem Ziel ist er bislang noch nicht angekommen. Der Hamburger SV holte den 23-Jährigen aus Düsseldorf zurück und verkaufte ihn an die TSG 1899 Hoffenheim. Gegen Mainz und Leipzig saß der ehemalige Spielgestalter der Fortuna allerdings jeweils 90 Minuten draußen. Wenn es so weitergeht, wird Kerem Demirbay vielleicht Deutscher Meister im Bankdrücken, aber nicht Leistungsträger im Fußball-Oberhaus.

  • Nikola Djurdjic

Der Angreifer kam Anfang des Jahres vom FC Augsburg, um die Fortuna zu retten, die schließlich ohne seine Hilfe den Klassenerhalt schaffte. Djurdjic schlug im Sommer in seiner serbischen Heimat auf. Genauer: bei Partizan Belgrad. Doch bislang scheint ihm jeder Ball zu verspringen. Der Klub scheiterte in der Quali zur Europa League an Zaglebie Lubin. Und selbst Djurdjic, ein Mann vom Fach, dürfte sich gefragt haben: "An wem sind wir da gescheitert? Zaglebie Lubin?" In der Liga gelang ihm in sechs Spielen eine Gelbe Karte.

  • Karim Haggui

Der Kapitän wurde in Düsseldorf nicht mehr gebraucht, trainierte nur noch mit der U23. Der FC St. Gallen verpflichtete den 32 Jahre alten Führungsspieler, weil er sich Erfahrung und Führungsstärke erhoffte. Haggui debütierte gegen den FC Vaduz. 20 Minuten lang. Dann wurde er mit einem Jochbeinbruch ausgewechselt. Geht es unglücklicher? Wahrscheinlich nicht.

  • Sercan Sararer und Mathis Bolly

Die beiden Außen wechselten im Doppelpack zur SpVgg Greuther Fürth. Dauerpatient Bolly macht momentan das, womit er schon im Rheinland einige Zeit verbrachte: Er arbeitet an seinem Comeback. Nach einer Patellasehnen-Entzündung ist der 25-Jährige in Fürth außen vor. Sararer kam – ebenfalls verletzungsbedingt – nur zu einem Kurzeinsatz gegen Hannover 96.

  • Charis Mavrias

Auch für Charis Mavrias, der sehr ordentlich Fußball spielen kann, hätte es besser laufen können. Erst ging es für den 22-jährigen Griechen zurück zum AFC Sunderland. Dort löste man seinen Vertrag auf, der Mittelfeldmann wechselte zum Karlsruher SC – und feierte am vergangenen Wochenende gegen Union Berlin sein Debüt: beim bitteren 0:4.

  • Christopher Avevor

In Düsseldorf konnte man am Ende auf seine Dienste verzichten. Und auch in Hamburg läuft nicht alles nach Plan. Gegen Stuttgart, Braunschweig und Dresden schaffte der defensive Mittelfeldspieler zumindest den Sprung in den Kader des FC St. Pauli. Im Pokal in Lübeck durfte er sogar für die Kiezkicker ran. Am 4. Spieltag gegen Arminia Bielefeld wurde er dann aber nicht gebraucht und musste zuschauen.

  • Mike van Duinen

Kurz vor Ende der Transferperiode einigten sich die Fortuna und der Niederländer auf eine Vertragsauflösung. Es trennte sich, was nie so wirklich zusammengehörte. Mittlerweile schaut van Duinen nicht mehr den Düsseldorfern, sondern Excelsior Rotterdam beim Kicken zu. Der Stürmer saß gegen Heracles Almelo nicht auf der Bank, aber zumindest im Stadion.

  • Christian Strohdiek

Der Innenverteidiger kehrte zu seinem Heimatverein SC Paderborn zurück. Und: Er gehört in der 3. Liga zum Stammpersonal der Ostwestfalen. Sechsmal stand er über 90 Minuten auf dem Platz. Gegen Wehen Wiesbaden erzielte er sogar einen Treffer. Tore könnte der SCP aber noch einige mehr gebrauchen: Mit zwei Siegen und vier Niederlagen rangiert der Zweitliga-Absteiger derzeit auf Platz 14.

  • Fabian Holthaus

In Düsseldorf aussortiert, bei Hansa Rostock Leistungsträger: Der Wechsel an die Ostsee dürfte für Holthaus die richtige Entscheidung gewesen sein. Sieben Partien machte der Außenverteidiger bislang für den Drittligisten. Im DFB-Pokal kam es zum Wiedersehen mit Fortuna. Daran erinnert sich der 21-Jährige vermutlich nicht so gerne: Das Spiel ging 0:3 aus.

  • Tugrul Erat

Der MSV Duisburg führt die 3. Liga an. Und es gibt Stimmen, die meinen, Erat ist zumindest nicht ganz unschuldig daran. Immerhin gelangen dem Ex-Fortunen in fünf Spielen zwei Tore – gegen Magdeburg und die zweite Mannschaft von Werder Bremen.

  • Sergio da Silva Pinto

Pinto hatte einen komplizierten Kiefergelenksbruch – und beendete daraufhin seine Karriere. Zwischenzeitlich war nicht einmal an normales Essen zu denken, die Kraft zum Kauen fehlte. Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe hospitierte der gebürtige Portugiese zuletzt unter anderem bei der U19 von Schalke 04.

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