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Fortuna Düsseldorf
Fortuna will sich mit Schäfer neu aufstellen

Fortuna Düsseldorf will sich mit Robert Schäfer neu aufstellen
Robert Schäfer. FOTO: Imago
Düsseldorf. Nach monatelangem Vorlauf hat Zweitligist Düsseldorf einen neuen Vorstandsvorsitzenden gefunden. Sportlich geht es nur noch um den Klassenerhalt. Den Aufstieg wird ein Trio unter sich ausmachen. Von Gianni Costa und Bernd Jolitz

Der Aufsichtsrat von Zweitligist Fortuna Düsseldorf war sich seiner Sache schon eine Weile sicher. Robert Schäfer dagegen hatte noch ein paar Dinge zu klären. Aus einem bis 2018 laufenden Vertrag herauszukommen, zum Beispiel. Diese Aufgabe hat er Montagabend erledigt. Da hat das oberste Kontrollgremium des Drittliga-Spitzenreiters Dynamo Dresden den Weg frei gemacht für einen Wechsel des Geschäftsführers. Dienstantritt ist spätestens am 1. Mai, hinter den Kulissen wird über einen früheren Wechsel verhandelt.

Schäfer soll Fortuna als Vorstandsvorsitzender neu aufstellen, ohne dabei die Fans zu verschrecken. "Wir trauen ihm zu, die Leute auf diesem Weg mitzunehmen", sagt Düsseldorfs Aufsichtsratschef Reinhold Ernst. "Uns ist unsere Tradition wichtig, wir wollen aber auch nicht die Augen vor der Zukunft verschließen. In Sachen Zuschauerzahlen und TV-Einnahmen haben wir uns in den vergangenen Jahren nicht gerade nach oben entwickelt."

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Schäfer hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschrieben. Ohne Ausstiegsklausel und mit Gültigkeit für die 3. Liga. Die Laufzeit erhält eine besondere Bedeutung, weil Schäfer erst im Herbst bei den Sachsen vorzeitig bis 2018 verlängert hatte. Nach Informationen unserer Redaktion hatte er sich allerdings bei einem entsprechenden Angebot einen Ausstieg garantieren lassen. So eine Vereinbarung gibt es im Vertrag mit Fortuna nicht.

Schäfer war Wunschkandidat der Düsseldorfer, der einzige, dem konkret ein Angebot gemacht wurde. Allerdings nicht Ende des Jahres, wie immer mal wieder kolportiert worden ist, sondern erst im Januar. Fragen von Journalisten, ob er nach Düsseldorf wechsle, dementierte er harsch. Das wird ihm nun als Makel angelastet. Die Rede ist sogar von einer Lüge. Ein harter Vorwurf, da er zu diesem Zeitpunkt offenbar noch keinen Vertrag vorliegen hatte. Sicher hätte er sich diplomatischer aus der Affäre ziehen können.

Ernst war es sehr wichtig, die Personalie Vorstandsvorsitzender noch vor Samstag vom Tisch zu haben – dann startet Fortuna mit dem Heimspiel gegen Heidenheim in die Rest-Rückrunde. Und die wird schwierig genug, denn nicht nur Kapitän Karim Haggui geht davon aus, "dass wir bis zum Saisonende um den Klassenverbleib werden kämpfen müssen". Nur drei Punkte trennen die Düsseldorfer vom drittletzten Platz, der in die Relegation gegen den Dritten der dritten Liga führen würde. Und auch der direkte Abstieg ist keineswegs vom Tisch, da der sechs Zähler zurückliegende Vorletzte TSV 1860 München in der Winterpause mächtig investierte, unter anderem die erstligaerprobten Sascha Mölders und Maximilian Beister holte.

Fortuna verpflichtete in Marco Kurz einen Cheftrainer und in Nikola Djurdjic und Charis Mavrias viel versprechende Offensivkräfte. Dennoch geht es ebenso wie für Schlusslicht MSV Duisburg allein um den Klassenerhalt. Die "Zebras" holten Torwart Seny Dieng, Mittelfeldmann Baris Özbek und den portugiesischen Stürmer Tomané, doch der Rückstand auf Platz 16 beträgt bereits fünf Punkte.

Der Aufstieg wird höchstwahrscheinlich nur noch unter den drei Teams entscheiden, die bereits jetzt vorn liegen. Bundesliga-Absteiger SC Freiburg und Krösus Leipzig haben sich an der Spitze bereits abgesetzt, dem 1. FC Nürnberg kann noch zugetraut werden, den Anschluss zu halten. Bei allem Respekt fehlt den dann folgenden Klubs wie St. Pauli, Braunschweig und Bochum die Klasse dafür.

Quelle: RP
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