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Fortuna Düsseldorf
Fortuna will sich unten rauskämpfen

Fortuna übt Flanken mit Torschuss
Fortuna übt Flanken mit Torschuss FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf tritt am Freitag beim 1. FC Kaiserslautern an (18.30 Uhr, Live-Ticker). Im Vorfeld wird Manager Rachid Azzouzi deutlicher. Die Mannschaft müsse für den geleisteten Aufwand endlich einen angemessenen Ertrag einfahren. Von Matthias Goergens

Sommerlaune im Training, Herbstdepression in der Tabelle. Während Fortunas Zweitliga-Fußballer am Dienstag unter der goldenen Septembersonne trainieren, wird Manager Rachid Azzouzi am Rande des Trainingsplatzes deutlich: "Mir macht der Ertrag Sorgen, den wir für unseren hohen Aufwand einfahren." Läuferisch sei der Mannschaft trotz enttäuschender Leistungen zuletzt nichts vorzuwerfen gewesen. "Aber so ein Spiel wie gegen Sandhausen darf man eben auch mal mit 0:0 nach Hause bringen." Stattdessen gab es die dritte Heimpleite der Saison - plus Pfiffe von den Rängen. "Natürlich steigt der Druck von außen, die Unsicherheit wächst", sagt Azzouzi. Nur sechs Punkte aus neun Spielen bedeuten den 16. Tabellenplatz, am Saisonende würde damit das Abstiegs-Nachsitzen gegen den Drittliga-Dritten folgen.

Ausgerechnet in dieser prekären Situation fällt Kämpfer-Vorbild Axel Bellinghausen länger aus. Ausgerechnet vor dem schweren Spiel auf dem Kaiserslauterner Betzenberg am Freitag. "Sein Ausfall trifft uns natürlich", sagt Mannschaftskapitän Karim Haggui, "denn einer wie Axel beeinflusst eine Mannschaft mit seinem Charakter extrem positiv." Jeder Einzelne sei nun gefragt, Bellinghausens Kampfgeist gegen den 1. FC Kaiserslautern zu ersetzen: "Egal, wer am Freitag auf dem Platz steht. Jeder muss genauso vorangehen wie Axel."

Fortuna beginnt Vorbereitung auf FCK-Spiel FOTO: Falk Janning

Möglicherweise schlägt dann die große Stunde von Oliver Fink. Der defensive Mittelfeldspieler gehörte zu den Vorangehern der vergangenen Spielzeiten, ist seit Saisonbeginn noch nicht so recht zum Zuge gekommen. "An der Situation hatte ich anfangs schon schwer zu schlucken. Jetzt warte ich wieder demütig auf meine Chance", sagt Fink.

Und die könnte schneller kommen, als nach seinem Kurzeinsatz gegen Sandhausen zu vermuten wäre. Durch Bellinghausens Verletzung könnte Lukas Schmitz die "Sechs" freimachen und wieder den Linksverteidiger geben. Fink könnte dann neben Julian Koch die Chefrolle vor der Abwehr spielen. Was ihm angesichts seiner Fortuna-Vergangenheit durchaus zuzutrauen ist: "Allerdings bin ich ja nicht der einzige, der Kampfgeist vorleben muss." Mittlerweile müssten alle gesehen haben, dass Bellingausens Einsatzwillen vorbildlich sei und die Fans hinter sich bringe, sagt Fink. "Jetzt müssen nur alle begreifen, dass es der Weg zum Erfolg ist."

Fortuna Düsseldorf: Die Verträge der Spieler FOTO: Christof Wolff

Mannschaftskapitän Haggui jedenfalls glaubt daran und verspricht eine Reaktion des Teams in Kaiserslautern: "Jeder weiß, was jetzt passieren muss. Es ist ein schwieriger Moment, von dem man aber auch profitieren kann." Was aber auch ganz klar mit dem Endergebnis am Freitag verbunden ist. Nimmt die Fortuna nach dieser sommerlich anmutenden Woche einen Punkt oder gar einen Sieg vom Betzenberg mit in die Länderspielpause, dürften die Herbststürme dem Zweitligisten vielleicht nicht so viel ausmachen. Bei einer erneuten Niederlage wird es möglicherweise ungemütlich rund um die Fortuna.

Auch wenn Manager Rachid Azzouzi standhaft wirkt und nach wie vor vom großen Umbruch in Team und Verein spricht, der Geduld und Zeit benötige. "Der Weg ist alternativlos", sagt Azzouzi und offenbart überraschend: "Vielleicht brauchen wir auch noch ein Jahr, bis alles richtig rund läuft." Dann sollte die Fortuna nach den Herbstdepressionen aber im Winter nicht auf einem Abstiegsplatz festfrieren.

Quelle: RP
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