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| 18.42 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Wirbel um Sicherheitsdienst

Fortuna Düsseldorf: Wirbel um Sicherheitsdienst
Ordner vor dem Fortuna-Fanblock. FOTO: Horstmüller
Düsseldorf. Ein Islamist soll als Security-Mitarbeiter bei einem Fortuna-Spiel im Einsatz gewesen sein. Der Vorfall wirft viele Fragen auf, vor allem aber eine: Wer überprüft die Mitarbeiter der Sicherheitsdienste? Von Thomas Schulze

Fortuna hat in den vergangenen Jahren viel getan, um die Sicherheit in der Esprit-Arena zu optimieren. Gemeinsam mit den anderen Vereinen der Deutschen Fußball Liga (DFL) wurde 2010 ein Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit verabschiedet und umgesetzt. So gibt es seit dem 1. November 2012 in Jörg Emgenbroich einen hauptamtlichen, zertifizierten Sicherheitsbeauftragten. 2012 wurde von der DFL auch "die Qualifizierung und Zertifizierung von Ordnungsdiensten" beschlossen. Doch gerade in diesem Bereich wurde jetzt ein Fall enttarnt, der viele Fragen aufwirft.

Wie der "Express" berichtet, war Eren R. am 6. Mai beim Spiel der Fortuna gegen Würzburg als Mitarbeiter für Klüh Security im Einsatz. Dieser pflege einen engen Kontakt zur Islamisten-Szene, beobachte entsprechende Strafprozesse, besuche Inhaftierte und arbeite für einen Anwalt, der zu den gefragtesten Verteidigern der Szene gehöre. Eren R. – ein Wolf im Schafspelz?

Klüh hat sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls reagiert. "Nachdem die Klüh Security Kenntnis über die Facebook-Aktivitäten des vom Subunternehmen eingesetzten Eren R. erlangt hat, wurde dieser sofort von weiteren Einsätzen für Klüh ausgeschlossen", teilte das Unternehmen mit. Den Hinweis, dass Eren R. von einem anderen Unternehmen quasi ausgeliehen wurde, erklärt Klüh wie folgt: "Bei großen Veranstaltungen ist die Zusammenarbeit mit Subunternehmen oft notwendig. Diese verpflichten sich der Klüh Security gegenüber, deren Sicherheitskriterien in vollem Umfang zu übernehmen und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten."

Die Prüfung der Kandidaten ist genau geregelt. So müssen die Mitarbeiter nicht nur ein Führungszeugnis vorlegen, sondern sie werden auch der Ordnungsbehörde gemeldet. "In besonderen Fällen werden potenzielle Mitarbeiter intern auch nach einer EU-Liste überprüft", sagt Klühs Unternehmenssprecher Wolfgang Osinski. Je nach Einsatz erfolge auch eine dreistufige Überprüfung "bis hin zur Beteiligung von Verfassungsschutz und anderen Diensten".

Bei Heimspielen der Fortuna sind im Schnitt rund 800 Sicherheitskräfte in der Arena im Einsatz. Die Firma Klüh stellt den Sicherheitsdienst und auch den Ordnungsdienstleiter. Der Zweitligist hat aber auch eigene Ordnungskräfte, die laut Fortuna "nach den gesetzlichen sowie vom Verband festgelegten Richtlinien" geprüft werden. Diese Richtlinien seien Bestandteil des Lizenzierungsverfahrens. So komme die Firma CCS Security bei Heimspielen im eigenen Fanbereich und bei Auswärtsspielen zum Einsatz. Der konkrete Vorfall von Mai soll keine Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen Fortuna und Klüh haben. "Die Firma Klüh hat in diesem Fall aus unserer Sicht richtig gehandelt", heißt es von Vereinsseite.

Der Sicherheitsdienst von Klüh ist in Düsseldorf in vielen Bereichen im Einsatz – im ISS-Dome, bei der Rheinbahn, auf dem Flughafen. Wo überall und mit wie vielen Mitarbeitern? "Zu Vertragspartnern und Inhalten von Verträgen gibt die Stadt keine Auskunft", teilte Anne Braun von der Pressestelle der Stadt mit.

(ths)
 
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