| 22.35 Uhr

0:3-Niederlage
Fortuna wird bei "Lumpis" Rückkehr gnadenlos ausgekontert

"Lumpis" emotionale Rückkehr nach Düsseldorf
"Lumpis" emotionale Rückkehr nach Düsseldorf FOTO: Falk Janning
Fortuna Düsseldorf ist gegen Dynamo Dresden chancenlos und zieht mit 0:3 (0:2) den Kürzeren. Ex-Fortune Andreas "Lumpi" Lambertz steuert bei seiner Rückkehr eine Vorlage zum Sieg der Gäste bei. Das Tor fällt schon nach 26 Sekunden. Von Bernd Jolitz, Düsseldorf

Dynamos Trainer Uwe Neuhaus hat seiner Mannschaft eine perfekte Taktik gegen die stark ersatzgeschwächten Gastgeber verordnet. Das Resultat ist ein verdienter Sieg der Sachsen.

Ein paar ganz verwegene Fußballfreunde in der NRW-Landeshauptstadt hatten schon damit begonnen, den Blick nach oben zu richten. Doch selbst für Trainer Friedhelm Funkel und seine Düsseldorfer Fortuna, für die seit Beginn ihrer gemeinsamen Zeit nahezu alles nach Wunsch gelaufen war, wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das 0:3 gegen Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden lieferte den Beweis, dass selbst Funkel den Ausfall von gleich sechs, später gar sieben wichtigen Spielern nicht ohne Weiteres kompensieren kann. "Wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft verdient verloren. Möglich, dass uns ein paar erfahrene Spieler mehr geholfen hätten, aber das ist hypothetisch", erklärte Funkel auf der Pressekonferenz.

Applaus begleitet "Lumpis" Weg zum Aufwärmen

Die erste Heimniederlage der Saison tat zweifellos weh, doch die Reaktion des Publikums zeigte, dass es zu Recht keine Zweifel am von Fortuna eingeschlagenen Weg gibt. Der erste Empfang von "Lumpi" Lambertz in seinem früheren Wohnzimmer fiel eher verhalten aus. Freundlicher, aber noch zarter Applaus begleitete "Lumpis" Weg zum Aufwärmen auf den Rasen, der sich allerdings deutlich steigerte, als Stadionsprecher André Scheidt bei den Mannschaftsaufstellungen den Namen des 32-Jährigen verlas.

 

Von 2002 bis 2015 hatte der das Fortuna-Trikot getragen und war jahrelang Kapitän der ersten Mannschaft gewesen. Zuvor hatte Arena-DJ "Opa" Haefs bereits Freddy Quinns "Junge, komm bald wieder" aufgelegt, und quer über die Südtribüne hatten die Düsseldorfer Fans ein Plakat gespannt: "Für immer Fortuna! Willkommen zu Hause, 'Lumpi'!"

Nach 26 Sekunden steht es schon 0:1

"Lumpis" erster Auftritt als gegnerischer Spieler reizte dann freilich niemanden aus dem heimischen Anhang zum Klatschen. Der Ex-Fortune führte den Anstoß aus, nach dem dann alles ganz schnell ging. Der Ball gelangte zu Niklas Hauptmann, der die Düsseldorfer Defensive versetzte und mit seinem Schuss auch Torhüter Michael Rensing überraschte. 0:1 nach 26 Sekunden – das stand ganz sicher nicht in Funkels Matchplan.

Wie sich schnell zeigte, war es ein Wirkungstreffer. Die stark ersatzgeschwächten Gastgeber, bei denen der 19-jährige Taylan Duman im zentralen Mittelfeld sein Zweitliga-Debüt gab, hatten am frühen Rückstand zu knacken, fanden nicht in ihr zuletzt so erfolgreiches Aufbauspiel. Dynamo dagegen spielte das Selbstbewusstsein, dass es sich bei seinen Siegen gegen mehrere Spitzenmannschaften erworben hatte, voll aus.

Dresdens Mittelfeld legt den Grundstein für den verdienten Erfolg

Nach einem überflüssigen Ballverlust von Ihlas Bebou fuhren die Sachsen einen entschlossenen Konter, den Akaki Gogia mit einem Sonntagsschuss vollendete, der vom Innenpfosten ins Netz prallte. Gerade 25 Minuten waren gespielt, die Partie war praktisch schon entschieden.

Nach dem Wechsel blieb in Linksverteidiger Lukas Schmitz der nächste erfahrene Mann verletzt in der Kabine, ersetzt durch den 19-jährigen Anderson Lucoqui. Zusammen mit dem dritten Gegentreffer, wiederum durch Gogia nur vier Minuten nach Wiederbeginn, war dieser erhebliche Mangel an Routine pures Gift für Fortuna.

Funkels Elf hatte natürlich einen schwachen Tag erwischt, entscheidend war jedoch das bärenstarke Mittelfeld Dynamos und die grandiose taktische Marschrichtung, die Dresdens Trainer Neuhaus passgenau auf die ausfallbedingte Düsseldorfer Problemzone Mittelfeld zugeschnitten hatte. Marko Hartmann, Niklas Kreuzer, Hauptmann und Lambertz erarbeiteten sich dort immer wieder Überzahl und legten damit den Grundstein für den verdienten Erfolg, den Rückkehrer "Lumpi" auf der Bank feierte. Er musste nach 74 Minuten angeschlagen raus.

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