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Fortuna Düsseldorf
Zu Hause ist es immer noch am schönsten

Fortunen trainieren mit schweren Beinen
Fortunen trainieren mit schweren Beinen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fans und Fußballer von Fortuna Düsseldorf gurken jedes zweite Wochenende durch das Land, um alles für ihren Verein zu geben. Dass dabei gerade so wenig herausspringt, nervt ein wenig. Von Jan Dobrick

Zwei Zähler holte der Zweitligist in vier Begegnungen auf fremdem Platz. Und Rechtverteidiger Julian Koch brachte es nach dem 0:2 in Heidenheim auf den Punkt: "Es ist immer beschissen, wenn du nach einer Niederlage sechs Stunden nach Hause fahren musst."

Zwischen Braunschweig und Düsseldorf liegen 340 Kilometer. Wieder genügend Zeit, sich Gedanken zu machen. Über ein Spiel, das eigentlich gar nicht so schlecht war. Über zwei saublöde Gegentore. Und über einen Referee, dessen Entscheidungen man nicht nachvollziehen konnte. "Es ist ganz schwer, wenn man nicht nur gegen den Spitzenreiter, sondern auch gegen den Schiedsrichter spielen muss", sagte etwa Linksverteidiger Lukas Schmitz über Sven Jablonski.

Braunschweig beherrscht die Kunst, aus wenig viel zu machen

Eintracht Braunschweig war am Freitag nicht so gastfreundlich wie in der vergangenen Saison. Der Spitzenreiter spielte keinen Hurra-Fußball, ganz im Gegenteil. Aber die Braunschweiger beherrschten die Kunst, aus wenig viel zu machen. Und die Düsseldorfer machten aus viel wenig. Viel zu wenig. Die Fortuna hatte mehr Ballbesitz, ließ das Spielgerät passabel laufen. Doch Richtung Tor, da wurden Rouwen Hennings, Ihlas Bebou und Co. einfach nicht gefährlich.

In der Abwehr ging indes schief, was schiefgehen konnte: Drei Minuten benötigten die Hausherren im Stadion an der Hamburger Straße, um aus zwei Standardsituationen zwei Tore zu schießen. Eins davon war ein Traumtor, ein Fußballschmankerl von Ken Reichel. Die Rheinländer brauchten danach einen Moment, um zu verstehen, was da gerade passiert war. Wer allerdings dachte, die Spieler von Trainer Friedhelm Funkel würden den Kopf in den Sand stecken, sah sich getäuscht.

Aus drei Heimspielen holt die Fortuna sieben Zähler

Die Fortuna rannte an. "Es spricht für die Mannschaft, dass hier keiner aufgibt, selbst wenn man klar in Rückstand liegt", betonte Jerome Kiesewetter. Am 1. Spieltag in Sandhausen hatte sie ein 0:2 noch ausgeglichen. Das gelang in Braunschweig nicht mehr. Der eingewechselte Kiesewetter erzielte nur noch das Anschlusstor. Trotzdem dürften Fans und Fußballer angesichts einer ordentlichen zweiten Halbzeit etwas weniger missmutig in ihre Fahrzeuge gestiegen sein. Immerhin 1000 Anhänger hatten die Flingerner nach Niedersachsen begleitet.

Zu Hause, im Wohnzimmer Esprit-Arena, wo die Fan-Gesänge etwas lauter sind, ist es momentan immer noch am schönsten. Aus drei Spielen holten die Fortunen sieben Punkte. Der VfB Stuttgart wurde mit 1:0 bezwungen, der VfL Bochum mit 3:0 aus dem Stadion gejagt.

Vier von bislang fünf Zweitliga-Siegen unter Funkel holten die Düsseldorfer  in der Landeshauptstadt. Nur gegen den bärenstarken Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig musste sich die Mannschaft Ende der vergangenen Spielzeit geschlagen geben. Am kommenden Samstag gurkt der Karsruher SC nach Düsseldorf. Und die Fortuna wird versuchen, ihre Serie auszubauen, damit sich wieder andere die Gedanken machen.

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