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Fortuna Düsseldorf
Zu viel des Guten

Fortuna Düsseldorf: Zu viel des Guten
Die Fortuna-Defensive konnte drei Tore am Samstag nicht verhindern. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs 0:3-Niederlage gegen Union Berlin war ein Rückschritt für den zuletzt erfolgreichen Zweitligisten. Nach zwei starken Defensivleistungen spielten die Gastgeber forsch nach vorne – und wurden bitter bestraft. Von Christoffer Kleindienst

Enttäuscht waren alle Fortunen nach der letztlich deftigen Niederlage vor heimischen Publikum, allerdings waren sich auch alle einig: schlecht hatte man nicht gespielt. Da muss schon einiges zusammengekommen sein, um so selbstsicher diese Meinung nach einer 0:3-Pleite zu verkaufen. Am deutlichsten formulierte es wohl Sportdirektor Rachid Azzouzi, der kurz nach der Partie analysierte: "Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben heute wahrscheinlich eines unserer besten Spiele in dieser Saison gemacht und stehen mit leeren Händen da. Wenn wir aber so weitermachen, werden wir unsere Punkte holen."

 

Es war eine extreme Wortwahl Azzouzis, die aber einen wahren Kern hatte. Die Fortuna hatte in den 90 Minuten zuvor eine sowohl engagierte als auch spielerisch überzeugende Leistung abgeliefert. Die Unioner wurden phasenweise an die Wand gespielt, allerdings offenbarten die Düsseldorfer eklatante Schwächen in der Chancenverwertung. Joel Pohjanpalo, Julian Schauerte, Julian Koch und allen voran Lukas Schmitz mit seinem Elfmeter nutzten beste Tormöglichkeiten nicht.

Und so fiel selbst die Analyse des Berliner Coachs Sascha Lewandowski eher kritisch als euphorisch aus: "Es war gar nicht so viel anders als in unseren letzten Spielen. Wir haben einige Sachen ähnlich gut gemacht, einige aber auch ähnlich schlecht. Der Unterschied war heute unsere extrem hohe Effektivität."

In Schönheit hatte die Fortuna verloren – und erinnerte somit an den katastrophalen Saisonstart. Unter dem ehemaligen Cheftrainer Frank Kramer hatte sie ähnlich spielerisch überzeugende Leistungen gezeigt, erfolglos war sie dennoch. Auch damals verzweifelten Kramer und Co. an der mangelnden Effizienz, die das Team tief in die Abstiegszone rutschen ließ. 

Wechselhafter Erfolg stellte sich erst ein, als der Abstiegskampf vom Team endgültig angenommen und der Fokus auf die Defensive gesetzt wurde. Unter Interimstrainer Peter Hermann wurde das eigene Tor mit dermaßen viel Leidenschaft verteidigt, dass die wenigen erfolgreichen Offensivausflüge der Mannschaft den Unterschied ausmachten. Gegen Union wagten die Düsseldorfer wieder mehr und verloren prompt. 

Es scheint fast so, als ob sich der Klub nicht mit der derzeitigen Situation identifizieren könne. "Von der Leistung her müssen wir in Paderborn daran anknüpfen", erklärte sogar Pohjanpalo. Es wäre wohl besser, wenn das Team sich wieder in Erinnerung ruft, wie die Siege in Frankfurt und gegen Braunschweig zustande gekommen sind. Zwar waren die spielerisch weniger überzeugend, aber darauf kommt es derzeit nunmal nicht an.

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