| 19.27 Uhr

Fortunas neuer Coach Marco Kurz
Nachdenklich, eloquent, empathisch - erfolgreich?

Fotos: Kurz leitet erstes Training im Regen
Fotos: Kurz leitet erstes Training im Regen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Bei seiner ersten Pressekonferenz als Trainer von Fortuna Düsseldorf hinterlässt Marco Kurz einen guten Eindruck. Wirklich interessant wird es aber erst in einigen Wochen.  Von Christoffer Kleindienst

Man könnte meinen, dass Kurz in seinem Element sei: Der neue Cheftrainer der Düsseldorfer präsentierte sich bei der offiziellen Pressekonferenz äußerst souverän. Eloquent beantwortete er alle aufkommenden Fragen, niemals wirkte er gehetzt. "Ich freue mich, hier zu sein. Wir haben hier einen Traditionsverein mit einer tollen Unterstützung. Und für uns gilt, den wieder in die richtige Bahn zu lenken. Jetzt beginnt die intensive Vorbereitung, in der die Mannschaft mit viel Willen agieren muss. Unser Ziel ist, die Liga zu halten", sagte er bei seiner Vorstellung im Presseraum der Esprit-Arena. Dann fügte er mit ruhiger Stimme hinzu: "Und nun freue ich mich, Ihre Fragen zu beantworten."

Ein souveräner Auftakt, auch wenn Kurz nur wenig später zugab, dass er nicht viel Wert darauf legt, in der Öffentlichkeit zu stehen: "Ich bin kein Freund davon, mein Gesicht überall hineinzustecken. Ich rede gerne über den Fußball, aber das muss dann auch ein gewisses Niveau haben. Ich bin eher ein ruhiger Typ."

Fortuna stellt Kurz als neuen Trainer vor FOTO: Falk Janning

Aus der Ruhe war der ehemalige Bundesliga-Profi tatsächlich nicht zu bringen. Auch als er auf seine Trainer-Stationen bei der TSG Hoffenheim und dem FC Ingolstadt angesprochen wurde, bei denen er nach wenigen Spielen gefeuert wurde, bewahrte er Fassung. "Nach den Stationen hatte ich nicht den Gedanken, etwas anderes zu machen", erklärt er auf Nachfrage: "Aber es ist wichtig, das du dich schon hinterfragst. Das ist als Spieler ähnlich: Du hast schwere Situationen, aber da musst du durch." Dennoch habe er auch Angebote in den vergangenen rund zweieinhalb Jahren, in denen er vereinslos war, abgelehnt. "Bei der Fortuna hatte ich aber sofort ein super Gefühl."

Seine Schützlinge können sich derweil Hoffnungen machen – Kurz sieht sich selbst als empathischen Trainer. Der Mensch stünde im Vordergrund, sagte er: "Wenn ein Spieler nicht gut trainiert, rede ich mit ihm. Vielleicht ist etwas privat passiert." Das allein dürfte aber nicht die Lösung des Offensivproblems der Fortuna sein. "Mir ist es wichtig, dass sich meine Mannschaft wohlfühlt. Das bedeutet, sie muss wissen, was ich von ihr verlange. Wir studieren Laufwege ein und die Spieler werden in der Offensive ganz genau wissen, wo sie sich positionieren müssen", sagte Kurz.

Das Ziel für die verbleibenden Spiele in der 2. Bundesliga ist klar – und wenig überraschend. "Du musst mehr Tore schießen, als der Gegner. Das ist wichtig", sagte Kurz, für den es auch persönlich wichtig wäre, wenn das Team dieses Ziel in die Tat umsetzen könnte. Schließlich wurden Kurz' Qualitäten von den Fans schon vor dem Amtseintritt in Frage gestellt. Sollte der Erfolg mit der Fortuna ausbleiben, würde der Druck auf den neuen Chefcoach schnell wieder wachsen. "Druck bin ich ja gewöhnt. Sowohl als Spieler als auch als Trainer. Es ist alles gut", sagte Kurz dazu.

Ein ruhiger Typ eben.

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