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Fortuna Düsseldorf
"Geht nur darum, sich über den Strich zu beißen"

Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf
Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Trainer Frank Kramer und Manager Rachid Azzouzi ziehen nach zehn Spielen eine erste Zwischenbilanz. Von Thomas Schulze

Fortuna hat zum Saisonbeginn auf großen Plakaten für die neuen Trikots geworben. Fünf Spieler, die die Leistungsträger sein sollten, waren dort groß abgebildet: Axel Bellinghausen, Oliver Fink, Adam Bodzek, Sergio Pinto und Torhüter Michael Rensing. Im ersten Saisondrittel stand nur Rensing regelmäßig zwischen den Pfosten, die vier Feldspieler hingegen nur selten oder gar nicht auf dem Platz. Pinto fiel wegen seines Kieferbruchs komplett aus, Fink musste sich nach langer Verletzungspause alles neu erarbeiten, Bodzek litt unter Formschwäche und Bellinghausen kämpfte sich heran. Auf dem Platz standen meist fünf, sechs oder noch mehr neue Spieler. Deutlicher kann ein Umbruch kaum dokumentiert werden. Und dass ein Umbruch diesen Ausmaßes nicht reibungslos verläuft, versteht sich von selbst.

Die Zwischenbilanz, die Trainer Frank Kramer und Manager Rachid Azzouzi nach den ersten zehn Spielen gezogen haben, ist dennoch ernüchternd. "Wir haben deutlich zu wenig Punkte", sagt Kramer, dessen Mannschaft mit sechs Zählern Drittletzter der Liga ist. "Wir befinden uns in einer äußerst kritischen Situation. Es geht nur darum, sich über den Strich zu beißen, um nichts anderes. Wir kämpfen um den Klassenerhalt, und jetzt muss sich zeigen: Wer nimmt den Kampf an?"

Die Erwartungshaltung der Spieler und Fans war vor der Saison natürlich eine andere. Sie hatten gehofft, Fortuna könne im oberen Drittel mitmischen. Der Optimismus war jedoch unrealistisch und unbegründet. Die Fakten deuteten vielmehr darauf hin, dass es das einzige Ziel sein muss, den Abwärtstrend zu stoppen. Seit fast drei Jahren zeigt der eindeutig nach unten, und hätte die Saison im Mai zwei, drei Begegnungen länger gedauert, so wäre Fortuna - die schlechteste Rückrundenmannschaft - abgestiegen.

Dem neuen Duo Kramer/Azzouzi kommt jetzt die Aufgabe zu, den Abstieg zu verhindern, die Talfahrt zu stoppen, eine völlig neue Mannschaft zu formen und den Verein zumindest sportlich zu stabilisieren. Das ist möglich, aber kein Selbstläufer. "In der zweiten Liga läuft nix von selbst", sagt Kramer. "Freiburg hat gegen Nürnberg 4:0 geführt und dann 4:3 gespielt." Die Erkenntnisse haben auch Auswirkungen auf das Spiel und die Taktik, denn in den nächsten Monaten kann es nicht mehr um spielerische Akzente gehen, sondern es zählen nur noch Punkte. "Jeder weiß, wie viele wir zum Klassenerhalt brauchen", rechnet Azzouzi vor. "Davon haben wir jetzt sechs." Das ist deutlich. Auch der Manager hat sich manches anders vorgestellt, will sich aber nicht länger blenden lassen: "Jeder hat gesagt, die Qualität der Mannschaft ist gut. Das mag ja sein, aber jetzt muss sie es zeigen. Ich rede nicht mehr über die Qualität, sondern nur noch über Ergebnisse."

Frank Kramer und Rachid Azzouzi haben den Ernst der Lage erkannt und versuchen, die Reihen zu schließen.

Quelle: RP
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