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Fortuna Düsseldorf
Fortuna hält die Konzentration hoch

Reaktionen: "Die Mannschaft hat geliefert"
Reaktionen: "Die Mannschaft hat geliefert"
Düsseldorf. Drei Punkte und sechs Tore Vorsprung auf den Relegationsplatz: Der Klassenerhalt ist so gut wie geschafft. Doch es gibt mahnende Beispiele. Deshalb wollen die Düsseldorfer letzte Zweifel aus eigener Kraft beseitigen. Von Bernd Jolitz

So wirklich glaubt niemand mehr daran, dass am Pfingstsonntag noch etwas schiefgehen könnte. Selbst wenn Fortuna im Zweitliga-Saisonfinale bei Eintracht Braunschweig - für die es um nichts mehr geht - mit zwei Toren Differenz verlieren sollte, müsste der MSV Duisburg schon vier Treffer zwischen sich und den Tabellenzweiten Leipzig bringen, um die Düsseldorfer noch auf den Relegationsplatz stürzen zu lassen. Sogar unter dem Vorzeichen, dass der Brauseklub noch unter den Nachwirkungen seiner Aufstiegs-Feierlichkeiten leiden könnte, ein schwer vorstellbares Szenario.

Noch theoretischer wird die Rechnung im Fernduell mit dem FSV Frankfurt. Eine 0:2-Niederlage Fortunas in Braunschweig vorausgesetzt, müsste der FSV gegen 1860 München schon 8:0 gewinnen, um die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel noch zu überholen.

Trotz dieser Rechenexempel halten bei Fortuna alle den Ball flach. Ein Dankeschön an die Fans, ein paar Umarmungen auf dem Platz, im Überschwang nach dem Abpfiff ein kurzes Eintauchen Michael Rensings in die Südkurve - und schon hatten sich die Fortunen nach dem 1:0 über Frankfurt wieder im Griff. "Wir haben noch nichts zu feiern", gab der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer zu Protokoll, und Funkel wurde sogar noch deutlicher. "Wir haben in Braunschweig noch ein ganz schweres Spiel vor der Brust", mahnte der Trainer. "Sechs Tore sind nicht viel."

Nun ist das zwar eine sehr vorsichtige Sichtweise, die zumindest von realistischen Anhängern des MSV Duisburg nicht unbedingt geteilt wird. Die Fußballgeschichte lehrt jedoch, dass an einem letzten Spieltag kuriose Kapriolen möglich sind. Fortuna gibt sich dabei selbst ein mahnendes Beispiel. In der Bundesliga-Saison 2012/13 hatten die Düsseldorfer kein einziges Mal auf einem Abstiegsrang gestanden, rutschten dann aber im Saisonfinale noch auf Rang 17 und stiegen direkt in die Zweite Liga ab. Dabei hatten sie vor der abschließenden Partie bei Hannover 96 (die sie 0:3 verloren) noch zwei Punkte und elf Tore Vorsprung auf die TSG Hoffenheim, die am letzten Spieltag zu Vizemeister Borussia Dortmund musste. Hoffenheim gelang der Husarenritt zum 2:1-Sieg, der Sechzehnte FC Augsburg schlug Fürth - und Fortuna weinte.

Noch grotesker ging es 1999 zu. Der 1. FC Nürnberg war nach 33 Partien Zwölfter, stürzte aber durch ein 1:2 gegen den SC Freiburg noch auf Platz 16, weil Eintracht Frankfurt gegen Kaiserslautern drei Treffer in den letzten zehn Minuten erzielte und 5:1 gewann. Die Hessen blieben mit identischer Tordifferenz wegen vier mehr geschossener Tore in der Liga, Nürnberg stieg ab - eine Relegation gab es damals nicht.

"Wir müssen den Punkt in Braunschweig festhalten, dann können sich die anderen auf den Kopf stellen", schlägt Axel Bellinghausen vor, auch wenn er wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel nicht dabei helfen kann. Ähnlich denkt Kevin Akpoguma, der gegen Frankfurt erneut ein starkes Spiel in der Innenverteidigung machte. "Wir können jetzt ohne zu zittern unser Spiel in Braunschweig durchziehen", meint der 21-Jährige. "Wir haben alles selbst in der Hand, müssen nicht ängstlich auf die Anzeigetafel schauen, was die anderen machen." Den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, ohne zu rechnen - so lautet das erklärte Ziel.

Quelle: RP
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