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Fortuna Düsseldorf
Fortuna sucht weiterhin zwei Vorstandsmitglieder

Fortuna Düsseldorf: Fortuna sucht weiterhin zwei Vorstandsmitglieder
Dr. Reinhold Ernst hat angekündigt, dass die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden noch dauern wird. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das Telefon des Aufsichtsratsvorsitzenden stand in den vergangenen Tagen nicht still. Im Weihnachtsurlaub hoch droben auf dem Berg wurde er mit der Frage nach dem neuen Vorstandsvorsitzenden konfrontiert und konnte sie letztendlich nicht beantworten. "Es gibt nichts Neues zu verkünden", wiederholte Reinhold Ernst nahezu täglich. "Und es wird in den nächsten Tagen auch nichts passieren." Von Thomas Schulze

Warum fällt es der Fortuna eigentlich so schwer, neue Vorstandsmitglieder zu finden? Seit der Trennung von Dirk Kall am 5. Oktober ist der Vorstand nicht mehr ordentlich besetzt – das heißt mit den in der Satzung vorgesehenen drei bis fünf Mitgliedern. Übrig geblieben sind nur noch Paul Jäger, der als Vorstandsvorsitzender kommissarisch fungiert, und Sven Mühlenbeck.

Seit drei Monaten befindet sich der Aufsichtsrat auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Dabei hat sich die Findungskommission sogar externe Hilfe geholt. "DFB, DFL und andere Bundesligisten haben uns Odgers Berndtson empfohlen", sagte Aufsichtsrat Marcel Kronenberg Anfang November. Doch das international tätige Unternehmen, das auch schon den DOSB, Schalke, Stuttgart, Mailand und Manchester City beraten hat, konnte bislang anscheinend keine Kandidaten präsentieren, die geeignet oder geneigt waren.

Ernst will von Absagen angefragter Kandidaten nichts wissen: "Es gab keine Angebote, und wir haben uns auch keinen Korb eingehandelt. Wir befinden uns mitten in einem Prozess." Dass sich die Suche derart schwierig gestaltet, liegt weniger an der sportlich schlechten Lage des Tabellen-13. der zweiten Liga, auch nicht an der wirtschaftlichen Situation, die zwar nicht rosig, so doch recht ordentlich ist. Vielmehr liegt es an der extrem schwierigen Situation in der Vereinsführung.

Warum müssen mindestens zwei Kandidaten gefunden werden? In einem Dreier-Gremium hätten die beiden seit Jahren dem Vorstand angehörenden Jäger und Mühlenbeck stets die Mehrheit. Darauf kann sich ein neuer Vorstandsvorsitzender nicht einlassen. Die Gefahr, dass er als Vorsitzender des Gremiums im Zweifelsfall keine Mehrheit bekommt und an Reputation einbüßt, ist einfach zu groß. Daher müssen mindestens zwei, eventuell gar drei Mitglieder gewonnen werden. Das erleichtert die Aufgabe nicht, denn die Neuen müssen sich aufeinander einlassen in der Hoffnung, dass ihre Ideen und Lösungsansätze harmonieren.

Welche Voraussetzungen müssten die Kandidaten mitbringen? Jäger hat die Finanzen im Griff, Mühlenbeck die Organisation. Woran es der Fortuna fehlt, ist Kompetenz in den drei Bereichen: Sport, Kommunikation, Marketing. Idealerweise verfügt der künftige Vorstandsvorsitzende nicht nur über eine souveräne Persönlichkeit, sondern auch über eine gesunde Streitkultur und große Integrationsfähigkeit. Dass solche haupt- oder gar ehrenamtliche Vorstandsmitglieder aufgrund der schwierigen Konstellation nicht leicht zu finden sind, leuchtet ein. Umso dringender werden sie benötigt.

Quelle: RP
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