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| 07.14 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna will den ewigen Co-Trainer

Fotos: Stroh-Engel trifft aus vier Metern das leere Fortuna-Tor nicht
Fotos: Stroh-Engel trifft aus vier Metern das leere Fortuna-Tor nicht FOTO: Sky Screenshot
Düsseldorf. Peter Hermann ist der erfahrenste Assistent der Bundesliga. Diese Position soll er künftig auch in Düsseldorf bekleiden. Nach dem Sieg der Fortuna gegen Darmstadt geht die Trainersuche weiter. Heute tagt der Aufsichtsrat. Von Thomas Schulze

Es dürfte dem Geheimniskrämer Helmut Schulte überhaupt nicht passen, was am Rande des Bundesligaspiels zwischen Schalke 04 und Bayer Leverkusen durchsickerte: Fortuna Düsseldorf will Peter Hermann als Co-Trainer verpflichten. Mehr als zwei Jahrzehnte war der jetzt 62-Jährige in dieser und ähnlichen Funktionen beim Bundesligisten Bayer Leverkusen tätig, ehe ihn Jupp Heynckes mit zu Bayern München nahm - mehr Reputation geht nicht.

Pressestimmen: "Benschop erteilt Stroh-Engel Anschauungsunterricht" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Fortuna Düsseldorf beschreitet damit einen ungewöhnlichen Weg, stellt die bisherigen Gesetzmäßigkeiten im Profi-Fußball auf den Kopf. Denn normalerweise wird zunächst ein Chef-Trainer verpflichtet, der heute meist seinen Assistenten oder gar einen ganzen Trainerstab mitbringt. Jetzt läuft es umgekehrt: Der Verein will Peter Hermann als Co-Trainer verpflichten, ganz gleich, wer dann als Cheftrainer kommt.

Die Trainersuche wird auch heute Abend bei der Sitzung des Aufsichtsrates ein Thema sein, dem Raum gewidmet wird. Dabei wird Helmut Schulte, Vorstand Sport, dem Gremium höchstwahrscheinlich noch in puncto Cheftrainer keinen Vorschlag unterbreiten, der dort abgesegnet werden kann. Weiterhin werden vier Kandidaten favorisiert: Sami Hyypiä, Frank Kramer, Horst Steffen und Taskin Aksoy.

Letzterer ist derzeit Interimstrainer und hat beim 2:0-Sieg gegen Darmstadt 98 gepunktet. Immerhin war es die erste Niederlage für den Aufsteiger nach 16 ungeschlagenen Spielen. Dabei konnten sich die Gastgeber zunächst bei Torhüter Michael Rensing bedanken, der einen Rückstand verhinderte. Der verwandelte Elfmeter von Charlison Benschop stabilisierte die verunsicherten Fortunen, nach dem zweiten Treffer des Niederländers spielten sie geradezu befreit auf und hätten das Ergebnis noch hochschrauben können. So hatte der vierte Sieg im 13. Heimspiel etwas Versöhnliches. "Taskin hat mir den Spaß am Fußball zurückgegeben", meinte Paul Jäger, Fortunas Vorstand Finanzen. Das war zugespitzt formuliert, ist aber ein klares Statement.

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Helmut Schulte hat sich bei der Beurlaubung von Oliver Reck (zu) viel Zeit gelassen, und jetzt tut er sich mit der Trainersuche schwer. Er ist unter Druck, die richtige Entscheidung zu treffen. Denn noch eine mäßige Saison kann sich der Zweitligist nicht leisten. Da Schultes Vertrag 2016 ausläuft, muss auch er in den nächsten Monaten seine Position festigen. Der Aufsichtsrat wird sich spätestens Ende des Jahres mit dem Posten beschäftigen.

Schultes Taktik, möglichst lange in Deckung zu bleiben, könnte auch hilfreich sein. Denn inzwischen spürt er, dass er mit seinem Favoriten Sami Hyypiä mehr Zweifel als Zuversicht hervorruft. Und da Peter Hermann in Leverkusen nicht mehr tätig war, als Hyypiä dort das Sagen hatte, sind beide Personalien auch losgelöst voneinander zu betrachten. Ein Engagement von Horst Steffen ist wegen seines bis 2016 laufenden Vertrags bei den Stuttgarter Kickers unwahrscheinlich. Auch Taskin Aksoy scheint nicht die erste Wahl zu sein.

Nach dem Ausschlussprinzip rückt damit Frank Kramer in den Fokus. Er verfügt über Zweitliga-Erfahrung, hat in Fürth erfolgreich gearbeitet. Er gilt als ehrgeizig, hungrig, lebendig - Eigenschaften, die bei Fortuna gefragt sind. Von der Erfahrung und Loyalität eines Peter Hermann würde er profitieren. Eine interessante Konstellation.

Schulze: "Es war ein besonderer Tag"
Quelle: RP
 
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