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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Rasen liegt auch in Madrid

Fortuna Düsseldorf: Der Greenkeeper bei der Arbeit
Düsseldorf. In Sachen Stadiongrün ist Fortuna Düsseldorf eigentlich erstklassig. Die in der Esprit Arena verlegte Sorte liegt unter anderem in Mönchengladbach, Köln und im Estadio Santiago Bernabeu – also im Stadion von Real Madrid. Von Jan Wiefels

In hohem Maße mitverantwortlich für diese breite Streuung des Grüns über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus ist Arnd Peiffer. Der 37-Jährige ist Head-Greenkeeper bei der Fortuna und gleichzeitig Geschäftsführer eines gleichnamigen Familienunternehmens in Willich. Bis vor etwa zwölf Jahren war die Firma nur der Rasenlieferant der Flingeraner. Dann entschied man sich bei der Fortuna dafür, auch die Betreuung des Grüns in die Hände von Arnd Peiffer und seinen Mitarbeitern zu geben. Obwohl der Willicher auch in anderen Stadien in Deutschland mit der Grünpflege betraut ist, sieht er Düsseldorf als seine Basis. "Die Esprit-Arena ist unser Heimatstadion", sagt er.

Eben in diesem Heimatstadion hat er am Donnerstag noch mal das Gras gemäht, um für das erste Heimspiel der Saison am Sonntag (13.30 Uhr, Live-Ticker) gegen den SC Paderborn die geforderte Höhe von 28 Millimeter gewährleisten zu können. "Die Spieler mögen es gerne kurz", sagt Peiffer.

Fortuna bereitet sich intensiv auf Paderborn-Spiel vor FOTO: Falk Janning

Die Pflege des Rasens der Arena sei besonders anspruchsvoll, da durch die Bauweise bedingt nur unzureichend Licht für das Wachstum auf den Boden fällt. "Das ist in etwa so, als würde man eine Zimmerpflanze in den Keller stellen", sagt Peiffer. Ähnlich schwierig seien in Deutschland nur noch die Arenen in München, Dortmund und Hamburg. Gerade mit diesen Problemen hatten Peiffer und Co. im Dezember vergangenen Jahres zu kämpfen. Der Platz war in einem schlechten Zustand, Kritik kam von allen Beteiligten auf.

Besonders lange muss der Rasen dieses Mal allerdings nicht überstehen. Nach dem Festival "Rock im Sektor" wird das Geläuf komplett ausgetauscht, gleiches geschieht nach dem Kampf von Wladimir Klitschko am 24. Oktober. Danach soll das Grün dann aber bis zum Saisonende halten. Schließlich kostet jeder Austausch 80.000 Euro.

Wie der normale Fan verknüpft Arnd Peiffer mit der Arena besondere Erlebnisse. So saß er am Spielfeldrand, als die Fan-Masse vor dem Ende des Relegationsspiels gegen Hertha BSC im Mai 2012 den Platz stürmte. "Auf einmal sah ich, wie die Leute mit Rasenstücken in der Hand den Platz verließen", erinnert er sich. Dass der Elfmeterpunkt zu diesem Zeitpunkt bereits von einen übermütigen Fan ausgegraben worden war, merkte er erst später.

Auch im heimischen Garten in Willich legt Arnd Peiffer großen Wert auf akkurates Grün. Allerdings muss er dafür kaum etwas tun. "Ich habe zu Hause alles automatisiert", sagt er. Eine Bewässerungsanlage und ein Mähroboter erledigen dort die Arbeit. "Nach der Arbeit habe ich keine Lust mehr, mich auch noch darum zu kümmern." Am kommenden Sonntagnachmittag ist Arnd Peiffer weder in seinem heimischen Garten noch in der Düsseldorfer Arena. Der 37-Jährige befindet sich dann auf dem Weg nach Berlin, wo er dafür Sorge trägt, dass die Spieler von Hertha BSC an ihrem ersten Heimspiel auf einem erstklassigen Untergrund auflaufen können. Die Arbeit lässt ihn auch privat nicht los. So ärgerte Peiffer sich früher oft darüber, wenn sein Vater beim Fußballgucken nichts Besseres einfiel, als über den Rasen zu sprechen. "Das mache ich mittlerweile genau so", sagt er.

Quelle: RP
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