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Fortuna Düsseldorf
Fortunas trauriger Rekord im Jahr 2015

Fortuna Düsseldorf: Fortunas trauriger Rekord im Jahr 2015
Frank Kramer wurde als vierter Trainer des Jahres entlassen. FOTO: dpa, ua sab hpl
Düsseldorf. Vier Trainer hat der Zweitligist in diesem Jahr verschlissen, zudem einen Vorstandsvorsitzenden und einen Manager. Das zu toppen, dürfte selbst der Fortuna 2016 schwer fallen. Von Thomas Schulze

Manch ein Fortuna-Freund wird tief durchatmen und denken: gut, dass das Jahr 2015 vorbei ist. Nachdem die Mannschaft im Sommer das schlechteste Team der Rückrunde in der zweiten Fußball-Bundesliga war, hat es die Rote Laterne der Hinrunde an den Nachbarn MSV Duisburg weiter gereicht. Doch das äußerst mäßige Abschneiden auf Rang 15 reichte nicht aus, um den letzten Platz in der Jahrestabelle zu verlassen.

Dass schwache sportliche Leistungen personelle Veränderungen zur Folge haben, ist die Regel. So hat die Fortuna im Jahr 2015 gleich vier Trainer verschlissen: Oliver Reck, Taskin Aksoy, Frank Kramer und Peter Hermann. Im kommenden Jahr darf Marco Kurz den nächsten Versuch starten, die nunmehr seit drei Jahren abschüssige Talfahrt zu stoppen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass ausgerechnet Oliver Reck, der lediglich im Bereich Motivation zu überzeugen wusste, mit 1,66 Punkten pro Spiel noch eine halbwegs ordentliche Bilanz erreichte. Taskin Aksoy, der bei seiner Vorstellung ausdrücklich als Übergangstrainer bezeichnet wurde, konnte einem angesichts des fehlenden Rückhalts nur leid tun. Wer schon bei seiner Präsentation dermaßen demontiert wird, kann kaum mehr als die bescheidene Quote von 1,0 Punkte holen. Doch diese Bilanz wurde negativ noch übertroffen. Hoffnungsträger Frank Kramer (0,94) war ein optimaler Übungsleiter, was jedoch nicht ausreicht. Der nette Herr Kramer, intelligent, sprachgewandt und sympathisch, musste schließlich gehen, als die Mannschaft auf den vorletzten Platz abgerutscht war. Peter Hermann sorgte dafür, dass Fortuna das Jahr 2015 halbwegs versöhnlich abgeschlossen hat. Mit der geradezu traumhaften Quote von 1,75 Punkten im Schnitt verabschiedet er sich jetzt wieder ins zweite Glied - sein sehnlichster Wunsch.

Vier Trainer in einer Saison sind aber kein Bundes- oder Zweitligarekord. Beim MSV Duisburg (1977/18), Kickers Offenbach (1970/71) und Hertha BSC Berlin (2011/12) durften sogar mal fünf ran.

Das Wechselspiel der Trainer reichte aber nicht aus, um zornige Anhänger zu besänftigen. Daher trennte sich der keine Ablösesummen scheuende Verein auch von Manager Helmut Schulte und dem Vorstandsvorsitzenden Dirk Kall. Der Aufsichtsratsvorsitzende Marcel Kronenberg kam mit seiner Degradierung noch glimpflich davon, aber bei ihm wäre auch keine Abfindung fällig geworden.

Was die personellen Wechsel angeht, hat Fortuna die Messlatte für das Jahr 2016 verdammt hoch gelegt. Doch Vorsicht, Fortuna ist immer für eine Überraschung gut - hoffentlich auch mal positiv.

Quelle: RP
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